Beirut

Libanon verbietet Hisbollah militärische Aktivitäten

Beirut Foto: picture alliance/dpa

Die libanesische Regierung hat die militärischen Aktivitäten der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz für illegal erklärt. Das kündigte Ministerpräsident Nauaf Salam in einer Fernsehansprache an. Das Kabinett habe in einer Notfallsitzung beschlossen, »sämtliche Sicherheits- und Militäraktivitäten der Hisbollah zu verbieten«, sagte Salam. Damit verändert sich der Status der Gruppe von einer teilweise geduldeten Widerstandsbewegung zu einer verbotenen Organisation.

Die Entscheidung folgt auf erneute militärische Auseinandersetzungen zwischen Israel und der Hisbollah. Als Reaktion auf die Tötung des obersten Führers des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, hatte die Hisbollah in der Nacht mehrere Raketen auf Israel abgefeuert. Das israelische Militär greift seitdem Ziele im Libanon an, unter anderem in denen als Dahija bekannten Vororten der Hauptstadt Beirut.

Die Hisbollah ist der wichtigste nicht-staatliche Verbündete für den Iran und gilt als verlängerter Arm Teherans, insbesondere im Kampf gegen Israel.

Lesen Sie auch

Hisbollah gilt als deutlich geschwächt

Aus Solidarität mit der Hamas im Gazastreifen hatte die Hisbollah bereits von Oktober 2023 an ein Jahr lang Raketen in Richtung Israel gefeuert. Daraus entwickelte sich im Herbst 2024 in einen offenen Krieg. Die Hisbollah gilt seitdem als deutlich geschwächt. Im Rahmen einer Waffenruhe sollte die Hisbollah schließlich ihre Waffen abgeben. 

Der libanesische Staat steht seitdem unter Druck die Entwaffnung der Hisbollah durchzusetzen. Anfang des Jahres erklärte die libanesische Armee, die erste Phase der Entwaffnung abgeschlossen zu haben. Dazu zählte das Gebiet südlich des Litani-Flusses, etwa 30 Kilometer von der israelischen Grenze entfernt. Die restlichen Gebiete sollten folgen. 

Die Hisbollah wurde lange von Teilen der Bevölkerung als Widerstandsgruppe gegen Israel im Land toleriert. Die Schiiten sehen sie etwa als eine Schutzmacht an. Sie war die einzige Gruppe, die nach dem libanesischen Bürgerkrieg ihre Waffen behielt.

Salam: Entscheidung über »Krieg und Frieden« liegt beim Staat

Salam betonte mit Blick auf den jüngsten Beschuss der Hisbollah auf Israel, dass Raketenangriffe vom libanesischen Staatsgebiet eine Verletzung von Waffenruheabkommen und Regierungsentscheidungen darstellen. »Der Staat lehnt jede militärische Aktion von seinem Territorium aus entschieden ab«, sagte er. Die Entscheidung über »Krieg und Frieden« liege ausschließlich beim Staat. 

Das Armeekommando wurde angewiesen, den Entwaffnungsplan sofort voranzutreiben, insbesondere die Beschlagnahme von Waffen nördlich des Litani-Flusses. dpa/ja

Medien

Nach Anti-Israel-Verschwörungstheorie: WDR nimmt Georg Restle in Schutz

Die Causa des WDR-Journalisten Georg Restle, der einen Link mit einem Verschwörungsnarrativ über Israels Zutun zur Migrantenkrise in Ceuta verbreitet hat, geht weiter. Der Redakteur räumt einen Fehler ein. Die ARD verteidigt ihn

 09.08.2026 Aktualisiert

Ugandische Truppen

Nahost

Ugandas Parlament billigt Truppenentsendung nach Gaza

Auf US-Anfrage soll sich ein Kontingent der ugandischen Armee der geplanten internationalen Stabilisierungstruppe anschließen. In Afrika zählt das Land zu den größten Truppenstellern für Friedensmissionen

 07.08.2026

Meinung

Wie Georg Restle die Glaubwürdigkeit des ÖRR untergräbt

Nach dem X-Post des Journalisten hat sich Felix Schotland, Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln, an WDR-Programmdirektorin Andrea Schafarczyk gewandt. Wir dokumentieren das Schreiben im Wortlaut

von Felix Schotland  07.08.2026

Justiz

Israelischer Siedler wegen Tötung eines Palästinensers angeklagt

Der getötete Aktivist setzte sich gegen Siedlergewalt ein und war an dem Oscar-prämierten Film »No Other Land« beteiligt. Jetzt steht der mutmaßliche Täter vor Gericht

 07.08.2026

Dublin

Wegen Israel-Boykott: Irisches Regierungsflugzeug kann nicht mehr im Nebel landen

Beim Kauf der Maschine wurde bewusst auf das System »FalconEye« verzichtet, weil der israelische Rüstungskonzern Elbit Systems an dem Produkt beteiligt ist

 07.08.2026

AfD-Verbot

»Wachkitzeln von Gewalt- und Mordphantasien«

Der Historiker und NS-Forscher Götz Aly, der mit Blick auf die AfD bislang vor überzogenen Vergleichen mit dem Nationalsozialismus und der NSDAP gewarnt hatte, hat offenbar seine Position revidiert

 07.08.2026

Benjamin Netanjahu

Meinung

Nicht wegen des Krieges: Warum Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wirklich zurücktreten sollte

von Roman Haller  07.08.2026

Kanada

Bericht: Jüdische Studenten erleben Antisemitismus als alltägliche Realität

Fast alle befragten jüdischen Studenten geben an, innerhalb der vergangenen zwölf Monate mindestens einen antisemitischen Vorfall erlebt oder beobachtet zu haben

 07.08.2026

Miami

Antisemitischer Angriff in Starbucks-Filiale

Laut Polizei schlug eine Frau ihr Opfer mit einem Mobiltelefon. Dann habe sie mit einem Metallstuhl auf den Mann, der eine Kippa trug, losgehen wollen

 07.08.2026