Extremismus

Lehrer wegen Volksverhetzung verurteilt

Das Amtsgericht Tiergarten in Berlin Foto: picture alliance / Andreas Gora

Wegen Gleichsetzung der Corona-Maßnahmen mit dem Holocaust ist ein 62-jähriger Berliner Lehrer zu einer Geldstrafe von 3000 Euro verurteilt worden. Rüdiger B. wurde am Donnerstag vom Amtsgericht Tiergarten wegen Volksverhetzung in zwei Fällen verurteilt, wie eine Gerichtssprecherin auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) sagte. Historisches Unrecht mit den Corona-Maßnahmen gleichzusetzen, stelle eine Verharmlosung dar, hieß es.

Der ehemals beim Land Berlin angestellte Berufsschullehrer hatte im Juli 2021 auf YouTube ein Video mit dem Tor eines Konzentrationslagers und der veränderten Inschrift »Impfung macht frei« verbreitet. Eigentlich steht auf dem KZ-Tor »Arbeit macht frei«.

In einem anderen Video habe er die Corona-Maßnahmen mit dem Holocaust verglichen, sagte die Gerichtssprecherin. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Mit dem Prozess wehrte sich der Lehrer gegen einen Strafbefehl über 90 Tagessätze zu jeweils 90 Euro, insgesamt also 8100 Euro.

Im Juni vergangenen Jahres hatte das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg die Kündigung des Lehrers wegen Verharmlosung des Holocaust zunächst für unwirksam erklärt. Zugleich wurde das Arbeitsverhältnis im Zuge eines Vergleichs gegen Zahlung einer Abfindung von 72.000 Euro durch das Land Berlin beendet.

In einem im Juli 2022 veröffentlichten Video soll der Lehrer unter Hinweis auf seine Beschäftigung unter anderem erklärt haben, die totalitären Systeme Hitlers, Stalins und Maos hätten zusammen nicht so viel Leid und Tod verursacht wie die »Corona-Spritz-Nötiger«. epd

Justiz

Meinungsfreiheit ist kein Freibrief: Zur Leugnung des Existenzrechts Israels

Eine Klarstellung von Nathan Gelbart

von Nathan Gelbart  01.09.2026

Kommentar

Intifada-Party bei der Linken

Für Elif Eralp, die Spitzenkandidatin der Linken bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl, kommt der jüngste Antisemitismus-Skandal ihrer Partei zur Unzeit. Doch ihre Empörung wirkt unglaubwürdig

von Ralf Balke  01.09.2026

Karlsruhe

Mutmaßliche Unterstützer rechtsextremer Terrorgruppe angeklagt

Zwei Jugendliche stehen im Verdacht, die »Letzte Verteidigungswelle« unterstützt und einen Anschlag auf eine Asylunterkunft versucht zu haben. Die Bundesanwaltschaft will sie in Jena vor Gericht sehen

 01.09.2026

Helsinki/Genf

Finnland beendet UNRWA-Finanzierung

Die Regierung in Helsinki will die Hilfsgelder für die palästinensischen Gebiete nicht streichen, sondern künftig über Organisationen weiterleiten, die nicht von der Hamas unterwandert sind

 01.09.2026

Tino Chrupalla, Bundesvorsitzender der AfD, spricht bei dem Wahlkampfauftritt in Grimmen (Mecklenburg-Vorpommern), 28. August

Berlin/Heidelberg

Verdacht der Volksverhetzung: Dachorganisation der Sinti und Roma zeigt Tino Chrupalla an

Es geht um eine Äußerung des AfD-Chefs bei einer Wahlkampfveranstaltung in Mecklenburg-Vorpommern

 01.09.2026

Madrid

Ceuta-Ansturm: Spanien erhebt Vorwürfe in Richtung Moskau und Jerusalem

Der spanische Regierungschef beschuldigt Netzwerke mit »Verbindungen zu Russland und Israel«, mit Falschmeldungen den Massenandrang auf die Nordafrika-Exklave angeheizt zu haben

 01.09.2026

New York

Met-Gala: Ausstellung mit umstrittenem Designer Galliano abgesagt

Das Event sollte eine Ausstellung zu Ehren des Designers eröffnen. Doch nach der Ankündigung hagelte es wegen des jüngsten Antisemitismus-Vorfalls Kritik

 01.09.2026

Berlin

Grünen-Politiker antisemitisch beschimpft und angegriffen

Daniel Eliasson sagt, der Täter habe versucht, ihn ins Gesicht zu boxen und ihn als »scheiß Juden« beschimpft

 01.09.2026 Aktualisiert

Berlin

Neuer Antisemitismus-Eklat setzt Linke unter Druck, Zentralrat übt scharfe Kritik

Knapp drei Wochen vor der Wahl zum Berliner Angeordnetenhaus sorgt der jüngste Skandal nun auch bei den möglichen Koalitionspartnern SPD und Grünen für Unruhe

 01.09.2026