Auschwitz-Komitee

Kritik an NS-Vergleichen bei Anti-Corona-Demos

Corona-Protest-Kundgebung auf dem Cannstatter Wasen Foto: imago

Holocaust-Überlebende zeigen sich verstört über Bilder von sogenannten Hygiene-Demonstrationen mit NS-Symbolen und -Inhalten.

Die in Freiburg gezeigte Aufschrift »IMPFEN MACHT FREI«, die Parallelen zwischen der angeblichen aktuellen Verfolgungssituation und der damaligen Lage der Juden in Auschwitz mit der Lager-Aufschrift »ARBEIT MACHT FREI« sei wahnwitzig und empörend, beklagte das Internationale Auschwitz-Komitee (Dienstag) in Wien.

»Nichts an der heutigen Situation ist mit der Repression und Verfolgung jüdischer Menschen in den Nazi-Jahren vergleichbar«, betont Christoph Heubner, Exekutiv-Vizepräsident des Auschwitz-Komitees.

Dasselbe gelte für die Verbindung zu den Verbrechen des SS-Arztes Josef Mengele oder die Benutzung des Judensterns mit der Aufschrift »nicht geimpft«, der mittlerweile auch auf T-Shirts gedruckt bei Demonstrationen und im Internet erscheine.

ARMBINDEN Besonders empöre die Überlebenden, dass Demonstrationsteilnehmer zunehmend auch Armbinden trügen, auf denen der von den Nazis erzwungene Judenstern mit der Inschrift »Jude« eine eigene vermeintliche »Verfolgungssituation« beschreiben solle.

»Nichts an der heutigen Situation ist mit der Repression und Verfolgung jüdischer Menschen in den Nazi-Jahren vergleichbar«, erklärte der Exekutiv-Vizepräsident des Komitees, Christoph Heubner, in Berlin.

Den »mörderischen Horror von Auschwitz« mit heutigem staatlichen Handeln und der eigenen aktuellen Lebenssituation in der Corona-Krise in Verbindung zu bringen, sei »anmaßend und geschmacklos«.

IRRWEGE Man bitte darum, dass die Menschen, »die ihr gutes Recht zur Demonstration und zur Kritik innerhalb der Demokratie wahrnehmen, in Zukunft auf solche gedanklichen Irrwege« und kränkende Vergleiche verzichten. kna

Magdeburg

Jüdische Gemeinden in Sachsen-Anhalt kritisieren Hallervorden-Wahlkampf der CDU

Der Landesverband der jüdischen Gemeinschaft schaltet sich mit deutlichen Worten in die Debatte ein

 06.08.2026

Dublin

Wegen Israel-Boykott: Irisches Regierungsflugzeug kann nicht mehr im Nebel landen

Beim Kauf der Maschine wurde bewusst auf das System »FalconEye« verzichtet, weil der israelische Rüstungskonzern Elbit Systems an dem Produkt beteiligt ist

 06.08.2026

Mehrere Flaschen mit Limonade der Marke Lemonaid in verschiedenen Geschmacksrichtungen stehen im Regal in einem Getränkemarkt

Meinung

Kann politisch korrekte Limonade antisemitisch sein?

Beim FC St. Pauli ist der langjährige Kapitän Jackson Irvine weg, doch bei der politisch korrekten Brausefirma »LemonAid« sitzt der anti-israelische Australier weiter im Aufsichtsrat

von Daniel Killy  06.08.2026

Kommentar

Landtagswahlkampf mit Israelfeindlichkeit

Mit einem vielleicht auf den ersten Blick unschuldigen Satz macht das BSW Stimmung. Gegen den einzigen jüdischen Staat, die »Zionisten« und damit die Juden

von Imanuel Marcus  06.08.2026

Leipzig

Dobrindt: Deutsche Drohnenabwehr mit Unterstützung Israels

Nach dem Fund einer mit Sprengstoff bestückten Drohne am Leipziger Flughafen kündigte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt verstärkte Anstrengungen gegen hybride Bedrohungen an. Helfen sollen dabei auch die Ukraine und Israel

 06.08.2026

Magdeburg/Halle

Schulze: Hallervorden-Auftritt steht für Meinungsfreiheit

Der Komiker verbreitet Verschwörungstheorien über Israel und relativiert Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine

 06.08.2026

Medien

Wo steckt die palästinensische Opposition?

Zwei taz-Essays erzählen eindringlich von palästinensischer und muslimischer Entfremdung in Deutschland. Sie lassen zugleich einen entscheidenden blinden Fleck im Nahostkonflikts unerwähnt

von Leeor Engländer  06.08.2026

Detroit (Michigan)

Israel-Kritiker El-Sayed gewinnt demokratische Vorwahl für Senat

Der Politiker wird im November gegen den republikanischen Kandidaten antreten. Trump nennt El-Sayed einen »kommunistischen Verlierer, der Juden und Israel hasst«

 06.08.2026

Meinung

»Blaue Moschee« als Gedenkstätte für die Opfer des Islamismus?

Nach der Schließung des eng mit dem iranischen Regime verflochtenen »Islamischen Zentrums Hamburg« wird über die künftige Nutzung des Ortes diskutiert

von Ulrike Becker  06.08.2026