Meinung

Kompetenz für die Gemeinden

Am Montag hat ein neuer Kurs für Jüdische Sozialarbeit an der Fachhochschule Erfurt begonnen. Bravo! Und gut, dass er vom Zentralrat der Juden in Deutschland wesentlich finanziell gefördert wird – eine direkte Investition in die Zukunft der jüdischen Gemeinden.

Generation Was Benjamin Bloch von der Zentralwohlfahrtsstelle und Doron Kiesel von der Fachhochschule vor vier Jahren angestoßen und durchgesetzt haben, ist bahnbrechend. Sozialarbeit tut not, darüber gibt es keinen Zweifel. Die Menschen werden älter, die sozialen Probleme größer. Deshalb ist es wichtig, kompetentes Personal für Gemeinden aus den eigenen Reihen auszubilden, gerade jetzt, wenn die erste Generation der russischsprachigen Zuwanderer in ein Alter kommt, in dem sie wieder mehr Unterstützung braucht. Aber auch die Jugend gilt es zukunftsorientiert einzubinden. Da ist es hilfreich, Menschen zu haben, die die gleiche Sprache sprechen, gerade, wenn es um individuelle Befindlichkeiten geht.

Was den Studiengang in Erfurt darüber hinaus auszeichnet, ist die Vermittlung von Professionalität. Schade nur, dass es eine solche Ausbildung nicht auch für Geschäftsführer von Gemeinden und Vorsitzende gibt. Denn auch sie brauchen dringend mehr als Grundkenntnisse in Management, Buchhaltung und Organisation, um heutzutage den speziellen Anforderungen ihres Amtes gerecht werden zu können. Vielleicht ließe sich dann, ganz nebenbei, der eine oder andere Streit über Synagogen und Wahlen vermeiden. Denn das kostet, Geld und Nerven.

Bremerhaven

Synagoge im Visier: Jahrelange Haft und Psychiatrie für Anschlagspläne

Ein perfider Plan, gefährliche Stoffe und eine Sprengstoffweste: Wie Ermittler zufällig auf brisante Chats stießen - und welche Konsequenzen die Vorbereitung eines Anschlags für die Angeklagten hat

 08.06.2026

Nahost

EU verschärft Sanktionen gegen Iran

Wegen Behinderungen des Schiffsverkehrs verschärft die EU ihre Maßnahmen gegen den Iran. Betroffen sind auch Verantwortliche, denen Drohungen vorgeworfen werden

 08.06.2026

Moringen

AfD-Kreisverband will Parteitag neben KZ-Gedenkstätte abhalten

In der Kleinstadt Moringen richteten die Nationalsozialisten drei Konzentrationslager ein. Eine Gedenkstätte erinnert an die damaligen Gräuel. In unmittelbarer Nähe davon plant ein AfD-Kreisverband seinen Parteitag. Ein Bündnis kündigt Proteste an

 08.06.2026

Interessenvertretung

Jüdische Lehrkräfte gründen eigenen Verband

Jüdische Perspektiven im Bildungswesen sichtbarer machen: Ein neuer Bundesverband vernetzt Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte und unterstützt sie im Umgang mit Antisemitismus

von Christoph Schmidt  08.06.2026

Handelsbeziehungen

Auch Großbritannien erwägt Importverbot für Siedlerwaren

140 Abgeordnete der regierenden Labour Party haben Außenministerin Yvette Cooper aufgefordert, die Einfuhr von Produkten aus israelischen Siedlungen im Westjordanland nach Großbritannien zu verbieten

von Michael Thaidigsmann  08.06.2026

Washington D.C.

Global Forum des AJC: Das Paradox der jüdischen Geschichte

2000 Juden aus 70 Ländern kamen in die US-Hauptstadt, um bei der jährlichen Tagung des American Jewish Comittee dabei zu sein

von Sebastian Engelbrecht  08.06.2026

Aue-Bad Schlema (Sachsen)

CDU-Kandidat gewinnt OB-Wahl in Aue gegen Rechtsextremen

Mit dem Wahlsieg von Marcus Hoffmann bleibt Aue-Bad Schlema in CDU-Hand. Der Kandidat der rechtsextremen »Freien Sachsen« scheitert an der Wahlurne

 08.06.2026

Daniel Jositsch, Zürcher SP-Ständerat, am letzten Donnerstag, dem Tag seines Austritts aus der Partei

Meinung

Daniel Jositsch und der Preis der Klarheit

Daniel Jositsch verlässt nach seiner Nichtnomination in den Ständerat die SP. Der Fall zeigt, wie eng der Raum für sozialliberale und proisraelische Stimmen in der Linken geworden ist, nicht nur in der Schweiz

von Zsolt Balkanyi-Guery  08.06.2026

Großbritannien

Antisemitische Straftaten in London stark gestiegen

Der größte monatliche Zuwachs von durch Judenhass motivierten Übergriffen seit ende 2023 wird registriert

 08.06.2026