Meinung

Kompetenz für die Gemeinden

Am Montag hat ein neuer Kurs für Jüdische Sozialarbeit an der Fachhochschule Erfurt begonnen. Bravo! Und gut, dass er vom Zentralrat der Juden in Deutschland wesentlich finanziell gefördert wird – eine direkte Investition in die Zukunft der jüdischen Gemeinden.

Generation Was Benjamin Bloch von der Zentralwohlfahrtsstelle und Doron Kiesel von der Fachhochschule vor vier Jahren angestoßen und durchgesetzt haben, ist bahnbrechend. Sozialarbeit tut not, darüber gibt es keinen Zweifel. Die Menschen werden älter, die sozialen Probleme größer. Deshalb ist es wichtig, kompetentes Personal für Gemeinden aus den eigenen Reihen auszubilden, gerade jetzt, wenn die erste Generation der russischsprachigen Zuwanderer in ein Alter kommt, in dem sie wieder mehr Unterstützung braucht. Aber auch die Jugend gilt es zukunftsorientiert einzubinden. Da ist es hilfreich, Menschen zu haben, die die gleiche Sprache sprechen, gerade, wenn es um individuelle Befindlichkeiten geht.

Was den Studiengang in Erfurt darüber hinaus auszeichnet, ist die Vermittlung von Professionalität. Schade nur, dass es eine solche Ausbildung nicht auch für Geschäftsführer von Gemeinden und Vorsitzende gibt. Denn auch sie brauchen dringend mehr als Grundkenntnisse in Management, Buchhaltung und Organisation, um heutzutage den speziellen Anforderungen ihres Amtes gerecht werden zu können. Vielleicht ließe sich dann, ganz nebenbei, der eine oder andere Streit über Synagogen und Wahlen vermeiden. Denn das kostet, Geld und Nerven.

Dresden

Jüdisches Leben: Gefühl von Unsicherheit im Alltag

In Sachsen gestalten Jüdinnen und Juden das kulturelle und gesellschaftliche Leben entscheidend mit. Dennoch bleibt Antisemitismus ein präsentes Problem

 23.06.2026

Meinung

Keine Geschäfte mit »Judensternen«

Schoa-Überlebende waren entsetzt, als ein Auktionshaus persönliche Gegenstände von NS-Opfern versteigern wollte. Der Bundesrat hat nun ein Gesetz auf den Weg gebracht, um das zu verbieten. Gut so!

von Christoph Heubner  23.06.2026

München

Bayern will keine antisemitischen Straftäter an Hochschulen dulden

Antisemitische Straftaten haben bundesweit stark zugenommen. Für rechtskräftig verurteilte Hochschulangehörige plant die Regierung in Bayern zusätzliche Sanktionen. Die Grünen sorgen sich um die Meinungsfreiheit

von Christoph Renzikowski  23.06.2026

Linken-Parteitag

Sie nennen es jetzt einen Genozid

In Potsdam verschärfte Die Linke ihre Position zu Israel, betonte in ihren Beschlüssen aber auch den Schutz jüdischen Lebens. Kritiker werfen der Partei vor, nur Lippenbekenntnisse abzugeben

von Michael Thaidigsmann  23.06.2026

Jubiläum

Fünf Jahre jüdische Seelsorge der Bundeswehr: Militärrabbiner Zsolt Balla zieht Bilanz

Seit dem Start der jüdischen Militärseelsorge vor fünf Jahren wächst ihre Bedeutung in der Truppe. Sieben Militärrabbiner tun inzwischen Dienst. Ein Fazit - mit Blick auf Zeitenwende und deutsche Geschichte

von Karin Wollschläger  23.06.2026

Genf

Iran widerspricht Vance: Keine Einigung zu Atom-Inspektoren

Ein iranischer Botschafter stellt klar: Es gibt noch kein grünes Licht für die IAEA. Auch in Hinblick auf die Verwendung von eingefrorenen iranischen Vermögenswerten äußert er sich anders als der US-Vizepräsident

 23.06.2026

New York

Mamdani nennt pro-israelische Lobbygruppe »Monster«

New Yorks Bürgermeister verteidigt seine Wortwahl. Der demokratische Abgeordnete Josh Gottheimer wirft ihm vor, Judenhass salonfähig zu machen

 23.06.2026

Washington D.C.

Rubio spricht mit Golfstaaten über Iran-Abkommen

Der US-Außenminister hat sich bislang nur zurückhaltend zu Trumps Iran-Deal geäußert. Steht er wirklich dahinter?

 23.06.2026

Luzern/Teheran

Vance: Iran will IAEA-Inspektoren zulassen – Zeitplan offen

Es kommt Bewegung in die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Der amerikanische Vizepräsident sagt, wie amerikanische Bauern profitieren sollen

 23.06.2026