Würzburg

Knobloch: Aus Angst bestellen Juden Pizza unter falschem Namen

Charlotte Knobloch Foto: picture alliance/dpa

Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, sieht ein besorgniserregendes Ausmaß des Judenhasses in Deutschland. »Oft tragen wir die Kippa nicht mehr öffentlich und oft bestellen wir unsere Pizza unter einem anderen Namen«, sagte Knobloch der in Würzburg erscheinenden katholischen Wochenzeitung »Die Tagespost«.

Sie verstehe die Warnungen jüdischer Gemeinden, sich besser nicht als Juden zu erkennen zu geben: »Auch wenn es natürlich ein furchtbarer Zustand ist, sich nicht mehr öffentlich zu seinem Glauben bekennen zu können. Aber wir sind wieder so weit.«

Lesen Sie auch

Knobloch betonte, die Bedrohung komme von vielen Seiten: »Eine hervorzuheben, würde dem Thema nicht gerecht. Wir sind umzingelt von unseren Feinden.«

Bei der Einweihung der Münchner Ohel-Jakob-Synagoge vor fast 20 Jahren habe sie auf ein normales jüdisches Leben gehofft, doch heute fühle sie sich getäuscht.

»Wir leben mehr denn je weit weg von der Normalität. Wir fühlen uns bedroht - stärker denn je. Dass das so kommen würde, hätte ich nicht gedacht.« Es sei ein schlimmes Gefühl, sich in Deutschland nicht sicher fühlen zu können. kna

Meinung

Die Juden waren’s!

Claudia Roth und die jüdische Lobby: Eine kleine Chronik der Unschuld

von Andreas Büttner  06.11.2026

Interview

»Ich bezweifle, dass Claudia Roth es ernst meint mit dem Kampf gegen Antisemitismus«

JSUD-Präsident Ron Dekel geht mit der Grünen-Politikerin hart ins Gericht und wirft ihr vor, antisemitische Narrative salonfähig zu machen

von Michael Thaidigsmann  06.11.2026

Israelfeindliche Politikerin

Berliner Linke fordert Vanessa Emde zum Mandatsverzicht auf

Nach Wochen der Diskussion über den Umgang mit der direkt gewählten Abgeordneten, scheint die Parteispitze nun durchgreifen zu wollen

 06.11.2026

Vorwurf der Kampagne

Eklat um Claudia Roth: Nun reagiert der Zentralrat

Die Grünen-Politikerin bereut es, israelfeindliche Regisseure auf der Berlinale kritisiert zu haben und sieht die Schuld dafür beim Zentralrat der Juden

 06.11.2026

Berlin

Gregor Gysi für Rauswurf von Vanessa Emde

»Ich hoffe, dass wir sie ausschließen«, sagt Gysi über die wegen israelfeindlicher Aussagen umstrittene Abgeordnete

 06.11.2026

Bayern

Charlotte Knobloch wünscht sich Ilse Aigner als Bundespräsidentin

Die bayerische Landtagspräsidentin »lebt mit den Menschen, nicht über ihnen«, so Knobloch

 06.11.2026

USA

Trump will bald Entscheidung zum Iran-Krieg verkünden

Nach der Wahlniederlage seiner Republikaner beschäftigt sich US-Präsident Trump mit der Frage, ob er den Krieg mit dem Iran wiederaufnehmen soll. Die Bemühungen der Vermittler laufen auf Hochtouren

 06.11.2026

Berlin

Emde erschien mit radikaler Anti-Israel-Aktivistin zur Fraktionssitzung

Während die Linke weiter um den Umgang mit der Neuköllner Abgeordneten ringt, provozierte diese erneut

 05.11.2026

Interview

Kann Israel ohne Amerikas Waffen bestehen?

Der Politikwissenschaftler Jonathan Rynhold erklärt, was ein Ende der US-Militärhilfe für Israels Sicherheit bedeuten würde und wie sich das Verhältnis zu Washington in Zukunft entwickeln könnte

von Sabine Brandes  05.11.2026