Würzburg

Knobloch: Aus Angst bestellen Juden Pizza unter falschem Namen

Charlotte Knobloch Foto: picture alliance/dpa

Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, sieht ein besorgniserregendes Ausmaß des Judenhasses in Deutschland. »Oft tragen wir die Kippa nicht mehr öffentlich und oft bestellen wir unsere Pizza unter einem anderen Namen«, sagte Knobloch der in Würzburg erscheinenden katholischen Wochenzeitung »Die Tagespost«.

Sie verstehe die Warnungen jüdischer Gemeinden, sich besser nicht als Juden zu erkennen zu geben: »Auch wenn es natürlich ein furchtbarer Zustand ist, sich nicht mehr öffentlich zu seinem Glauben bekennen zu können. Aber wir sind wieder so weit.«

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Knobloch betonte, die Bedrohung komme von vielen Seiten: »Eine hervorzuheben, würde dem Thema nicht gerecht. Wir sind umzingelt von unseren Feinden.«

Bei der Einweihung der Münchner Ohel-Jakob-Synagoge vor fast 20 Jahren habe sie auf ein normales jüdisches Leben gehofft, doch heute fühle sie sich getäuscht.

»Wir leben mehr denn je weit weg von der Normalität. Wir fühlen uns bedroht - stärker denn je. Dass das so kommen würde, hätte ich nicht gedacht.« Es sei ein schlimmes Gefühl, sich in Deutschland nicht sicher fühlen zu können. kna

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