Würzburg

Knobloch: Aus Angst bestellen Juden Pizza unter falschem Namen

Charlotte Knobloch Foto: picture alliance/dpa

Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, sieht ein besorgniserregendes Ausmaß des Judenhasses in Deutschland. »Oft tragen wir die Kippa nicht mehr öffentlich und oft bestellen wir unsere Pizza unter einem anderen Namen«, sagte Knobloch der in Würzburg erscheinenden katholischen Wochenzeitung »Die Tagespost«.

Sie verstehe die Warnungen jüdischer Gemeinden, sich besser nicht als Juden zu erkennen zu geben: »Auch wenn es natürlich ein furchtbarer Zustand ist, sich nicht mehr öffentlich zu seinem Glauben bekennen zu können. Aber wir sind wieder so weit.«

Lesen Sie auch

Knobloch betonte, die Bedrohung komme von vielen Seiten: »Eine hervorzuheben, würde dem Thema nicht gerecht. Wir sind umzingelt von unseren Feinden.«

Bei der Einweihung der Münchner Ohel-Jakob-Synagoge vor fast 20 Jahren habe sie auf ein normales jüdisches Leben gehofft, doch heute fühle sie sich getäuscht.

»Wir leben mehr denn je weit weg von der Normalität. Wir fühlen uns bedroht - stärker denn je. Dass das so kommen würde, hätte ich nicht gedacht.« Es sei ein schlimmes Gefühl, sich in Deutschland nicht sicher fühlen zu können. kna

Berlin

SPD nominiert Michel Friedman für Bundesversammlung

Der Publizist darf damit über die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier abstimmen

 02.11.2026

Frankfurt am Main

»Zeit ist’s!«

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach zur Eröffnung der Jüdischen Akademie in der Mainmetropole. Wir dokumentieren seine Rede

 02.11.2026

Berlin

Koalitionsverhandlungen für Rot-Grün-Rot beginnen

Sechs Wochen nach der Wahl starten Linke, Grüne und SPD in Berlin ihre Koalitionsverhandlungen. Viele Fragen sind noch offen – und Scheitern ist jederzeit möglich.

 02.11.2026

Jugendproteste

Prien: Bei Krawallen nach »Gen Z«-Protesten die Realität betrachten

Die Jugendministerin Prien spricht von »weitestgehend friedlichen Demonstrationen« am Samstag. Was danach geschah, nennt sie »Gewaltexzesse von linksradikalen Gruppen«. Es seien wohl auch Menschen »aus migrantischen Milieus« beteiligt gewesen

 02.11.2026

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  02.11.2026

Endlich nimmt ein Verwaltungsgericht die Einschüchterung jüdischer Studierender ernst

Ein Kommentar

von Annabelle Ganapol  02.11.2026

Baustelle der Jüdischen Akademie an einer Straße in Frankfurt am Main

Ort jüdischen Denkens

Jüdische Akademie öffnet in Frankfurt

Es soll ein Ort des Diskurses und der Begegnung sein: In Frankfurt wird die Jüdische Akademie feierlich eröffnet

 02.11.2026

Robert F. Kennedy Jr. spricht an einem Rednerpult vor einer Wand mit dem Schriftzug MAHA

USA

Kennedy verteidigt Rede über Araber und lobt Juden

Der US-Gesundheitsminister weist Rassismusvorwürfe zurück und fragt, warum die Welt Juden hasse und Islamisten umarme

 01.11.2026

Mehrere Männer bei einer Pressekonferenz der Polizei in Frankfurt, einer spricht in ein Mikrofon

Nach Eskalation

Einsatzleiter: Neue Gewalt-Dimension nach Demo in Frankfurt

Der Einsatzleiter der Polizei berichtet von einer »neuen Dimension der Gewalt«: Aus dem Pro-Palästina-Spektrum heraus sei es zu »immer massiveren Störungen und Angriffen auf Polizeikräfte« gekommen

 01.11.2026