Düsseldorf

»Kindermörder« und Tritte: Staatsschutz ermittelt nach antisemitischen Angriff

Foto: picture alliance/dpa

Am Düsseldorfer Rheinufer ist ein Mann antisemitisch angegriffen worden. Nach Angaben der Polizei ereignete sich der Vorfall bereits am Dienstagabend am Rathausufer. Der Betroffene war gemeinsam mit seiner Freundin unterwegs und trug eine Kippa sowie einen schwarzen Pullover mit einem goldfarbenen »IDF«-Emblem. RP Online berichtete.

Nach bisherigen Erkenntnissen wurde der Mann zunächst von zwei unbekannten Frauen angesprochen und beleidigt. Wenig später kamen zwei Männer hinzu. Sie sollen den Mann mit Schlägen und Tritten attackiert sowie mehrmals »Kindermörder« skandiert haben.

Der Angriff wurde schließlich von drei Passanten unterbrochen. Einer der Helfer wurde dabei selbst getroffen und leicht verletzt. Den beiden Männern und den beiden Frauen gelang anschließend die Flucht. Sie konnten zunächst nicht identifiziert werden.

»Nordafrikanisches Erscheinungsbild«

Wegen des möglichen antisemitischen Hintergrunds hat der polizeiliche Staatsschutz die Ermittlungen übernommen. Die Polizei bittet zugleich Menschen, die den Vorfall beobachtet haben oder Angaben zu den Beteiligten machen können, sich bei den Ermittlern zu melden.

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Die Polizei beschreibt einen der mutmaßlichen Angreifer als etwa 20 Jahre alt. Er habe dunkle, schulterlange und gelockte Haare getragen und sei mit einem auffälligen roten Jogginganzug bekleidet gewesen. Der zweite Mann soll kurze dunkle Haare gehabt und vollständig dunkle Kleidung getragen haben.

Auch zu den beiden Frauen liegen Beschreibungen vor. Eine von ihnen soll zwischen 20 und 25 Jahre alt und kräftig gebaut gewesen sein. Sie habe lange dunkelbraune Haare gehabt und sei auffällig geschminkt gewesen. Die zweite Frau sei mit einem Pullover und einer dunklen Hose bekleidet gewesen. Die Polizei verwendete bei der Beschreibung der Gesuchten die Formulierung »nordafrikanisches Erscheinungsbild«.

Bestürzung in der Gemeinde

Der Vorfall löste in der jüdischen Gemeinschaft in Düsseldorf Bestürzung aus. Die Jüdische Gemeinde verurteilte den Angriff. Verwaltungsdirektor Bert Römgens sprach von einem »schockierenden Ausmaß an offenem Judenhass«. Ein Mensch sei angegriffen worden, weil seine jüdische Identität und seine Solidarität mit Israel sichtbar gewesen seien. im

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