Tröglitz

»Keine einmaligen Vorfälle«

Zentralratspräsident Josef Schuster Foto: ZR / Thomas Lohnes

Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus sind bundesweite Phänomene, »die auch bundesweit bekämpft werden müssen«, sagte Josef Schuster am Dienstag der Online-Ausgabe des Berliner Tagesspiegels.

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland hält die ausländerfeindlichen Ausschreitungen in Tröglitz (Sachsen-Anhalt), bei denen eine Asylunterkunft angezündet wurde, nicht für einmalige Vorfälle. Vielmehr zeigen sie, so Schuster, »exemplarisch, dass Politik und Gesellschaft im Kampf gegen den Rechtsextremismus nicht nachlassen dürfen«. Das zeige auch eine aktuelle Studie der Universität Leipzig, nach der in Sachsen-Anhalt die höchste Quote an Ausländerfeindlichkeit zu verzeichnen ist.

Konkret fordert Schuster »eine langfristige und stetige finanzielle Unterstützung von Initiativen gegen Rechtsextremismus«. In Orten, in denen Flüchtlingsunterkünfte eingerichtet werden sollen, müssen die Bürger durch gute Bildungsarbeit aufgeklärt werden. Das sei versäumt worden.

npd-verbot Als »wichtiges Mittel«, um gegen Rassismus und Antisemitismus vorzugehen, nannte Schuster ein Verbot der NPD. »Die NPD bietet – nicht nur in Tröglitz – sehr häufig organisatorische Unterstützung für ausländerfeindliche Aktionen – und das mit Steuergeldern.« Ein NPD-Verbot reiche zwar nicht aus, sei aber ein wichtiger Schritt. »Der Zentralrat der Juden geht davon aus, dass die Länder die notwendigen Nachweise erbringen können, die das Bundesverfassungsgericht eingefordert hat, sodass endlich das Verbot zustande kommt.«

Auch die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, fordert ein baldiges Verbot der NPD. »Die Partei ist der staatlich subventionierte Nährboden der nationalsozialistischen Ideologie«, teilte die frühere Präsidentin des Zentralrats mit. Das Verbot der rechtsextremen Partei müsse auch eine Konsequenz aus dem Anschlag in Tröglitz sein.

buchenwald Wie aktuell die Forderung ist, wurde am Samstag deutlich: Im Jonastal in Thüringen wurde wenige Stunden nach einer Gedenkveranstaltung zum 70. Jahrestag der Befreiung des Außenlagers Ohrdruf des KZs Buchenwald ein Mahnmal, das an die dort getöteten Menschen erinnert, geschändet. Unbekannte beschädigten eine Gedenktafel und zertrampelten die gerade erst niedergelegten Kränze.

Reinhard Schramm, Vorsitzender der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen, erklärte, angesichts der Schändungen sowie der »Sügida- und Thüga-Umtriebe, der Hetze gegen Moslems, Sinti, Roma und Juden, der Vergehen gegen Flüchtlinge und der Akzeptanz der NPD empfinde ich die weitgehende Gleichgültigkeit in der Mitte unserer Gesellschaft als die größte Gefahr«.

Unterdessen bestätigte die Polizei, dass sie eine konkrete Spur verfolgt, um die Täter, die das Mahnmal geschändet haben, zu überführen. ja

Konflikt mit Iran

Trump setzt auf Diplomatie, hält militärische Option aber offen

Der Präsident habe »nicht davor zurückgeschreckt, die tödliche Stärke des US-Militärs einzusetzen, wenn und falls er dies für notwendig hält«. Dies gelte auch weiterhin

 13.01.2026

Justiz

Melanie Müller und der Hitlergruß auf der Bühne: Das Landgericht Leipzig hat nun sein Urteil gesprochen

Die Schlagersängerin hatte bei einem Konzert in Leipzig mehrfach den Hitlergruß gezeigt

 12.01.2026

Jackson

Brandanschlag auf Synagoge in Mississippi

Zwei Torarollen hat das Feuer vollständig zerstört. Der Verdächtige wurde vom FBI gefasst. Er bezeichnete das Gebäude während eines Verhörs als »Synagoge Satans«.

 12.01.2026 Aktualisiert

Bayern

Kommunen müssen Antisemitismus-Verdacht alleine prüfen

Wenn der Verdacht des Judenhasses aufkommt, können Bayerns Kommunen jetzt Veranstaltungen in ihren Räumen untersagen. Um Gerichtsverfahren zu vermeiden, hatten sie um Hilfe gebeten - vergeblich, wie sich nun zeigt

 12.01.2026

Argentinien

Antisemitische Verschwörungstheorien nach Waldbränden

Der ehemalige General César Milani beschuldigt »Israelis«, für die Brände verantwortlich zu sein. Präsident Javier Milei spricht in Zusammenhang mit den Verschwörungsmythen von der »dunklen Seite Argentiniens«

 12.01.2026

Washington D.C.

Trump an Antisemiten: »Ich denke, wir mögen sie nicht«

In einem Interview sagt der amerikanische Regierungschef auch: »Ich war der beste Präsident in der Geschichte der Vereinigten Staaten für Israel.«

 12.01.2026

Berlin/Jerusalem

Dobrindt: Mehr Kooperation mit Israel für Sicherheit Deutschlands

Der Brandanschlag auf das Stromnetz im Berliner Südwesten zeigt Schwachstellen in Deutschlands Sicherheit. Um besser aufgestellt zu sein, will die Bundesrepublik enger mit Israel zusammenarbeiten

 11.01.2026

Meinung

Wo bleibt Deutschlands Unterstützung für die protestierenden Iraner?

Bisher äußerte sich der Bundeskanzler schmallippig zu den Protesten gegen die Mullahs. Es wird Zeit, dass er aus Europa Druck auf die Mullahs macht

von Saba Farzan  11.01.2026

Kommentar

Ärzte mit Grenzen

Die Waffen schweigen weitgehend in Gaza, der Informationskrieg tobt weiter. Ein besonders niederträchtiges Beispiel liefert »Ärzte ohne Grenzen«

von Wolf J. Reuter  10.01.2026 Aktualisiert