Schleswig-Holstein

Kein Herz für »Israelkritik«: Staatssekretärin wird rausgeworfen

Marjam Samadzade hat ihren Posten als Staatssekretärin verloren Foto: picture alliance/dpa

»Danke für diese klaren Worte«: Dieser Kommentar kostete Schleswig-Holsteins Staatssekretärin für Integration, Marjam Samadzade das Amt.

Die Grünen-Politikerin hatte den Satz unter einen Instagram-Post der Journalistin Alice Hasters geschrieben, in dem Hasters die israelische Regierung für einen angeblichen Bruch des Völkerrechts nach den Terror-Angriffen der Hamas verurteilt. Hasters kritisierte auch die »uneingeschränkte Solidarisierung internationaler Regierungen« mit Ministerpräsident Netanjahu und seinem Kabinett.

In ihrem Beitrag hatte Hasters den Terror-Angriff der Hamas mit mehr als 1400 Toten als »zutiefst antisemitisch« bezeichnet. »Es ist ein unaussprechliches, unerträgliches Leid. Es war ein Massaker«, schreibt sie. Doch Israels Regierung sei »rechts und sie bricht Völkerrecht«. Denn ausländische Diplomaten müssten Netanjahu davon abhalten, die palästinensische Zivilbevölkerung verdursten zu lassen.

Diese »klaren Worte« stehen in Kontrast zu den Solidaritätserklärungen der Kieler Landesregierung.»Der Post entspricht nicht im Ansatz meiner persönlichen Haltung, noch der der schleswig-holsteinischen Landesregierung«, sagte Sozialministerin Aminata Touré in einer Erklärung.

Die Grünen-Politikerin forderte ihre Staatssekretärin zum Rücktritt auf: »Ich habe Staatssekretärin Samadzade in einem persönlichen Austausch gebeten, ihre Amtsgeschäfte ab sofort ruhen zu lassen und um ihre Entlassung als Staatssekretärin zu bitten.«

Marjam Samadzade hatte bereits im Sommer erklärt, zum Jahreswechsel in die Hamburger Justizbehörde zurückkehren zu wollen. Nun wird sie schon am 1. November von Silke Schiller-Tobies abgelöst. nko

Paris

Antisemitische Verschwörungsmythen machen Juden für Ausschreitungen verantwortlich

Die NGO Combat Antisemitism Movement untersuchte Hunderte Beiträge auf der Plattform X. Das Ergebnis ist alarmierend, aber nicht überraschend

 21.10.2026

Mirjam Zadoff

Leiterin verlässt NS-Dokuzentrum München

Die Innsbruckerin geht zum 1. März 2027 ans Haus der Geschichte Österreich in Wien

 21.10.2026

Washington D.C./Jerusalem

Trump soll Netanjahu von neuem Großangriff auf Iran abgehalten haben

Die geplante Offensive sollte umfangreicher ausfallen als der gemeinsame israelisch-amerikanische Militäreinsatz im Februar

 21.10.2026

Berlin

Demonstranten kleben sich vor Rüstungsunternehmen fest

Die Aktivisten wollen damit gegen Waffenlieferungen nach Israel protestieren

 21.10.2026

Berlin/Augsburg

Volker Beck: Agieren von Grünen und SPD »unverständlich«

»Bei der Berliner Linken hat keine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Judenhass und Antizionismus in den eigenen Reihen stattgefunden«, sagt der DIG-Präsident

 21.10.2026

Jerusalem

Schicksalswahl in Israel: Es geht um mehr als Netanjahu

Kann der heutige Ministerpräsident trotz des Versagens vom 7. Oktober und dreier harter Kriegsjahre seine Macht behaupten? Oder gelingt es der liberaleren Opposition, ihn nach Jahren an der Regierungsspitze abzulösen?

von Sara Lemel  21.10.2026

Diether Dehm

Nach Auftritt mit Höcke

Strafbefehl gegen Diether Dehm wegen SA-Parole

Björn Höcke wurde wegen der Verwendung der Parole »Alles für Deutschland« bereits rechtskräftig verurteilt. In einem Interview mit dem AfD-Mann wiederholte der frühere Linken-Politiker Diether Dehm diese Worte und soll dafür nun 9000 Euro zahlen

 20.10.2026

Reaktionen

Ein Hausmeister für die Mullahs

Die Bundesregierung habe zu lasch auf die iranischen Mordkomplotte in Deutschland reagiert, finden jüdische und pro-israelische Organisationen. Sie fordern tiefgreifende Konsequenzen

von Stefan Laurin  20.10.2026

Würzburg

Zentralratspräsident Josef Schuster kandidiert erneut

Der Würzburger Internist will auf der Ratsversammlung des Zentralrats der Juden am 29. November für weitere vier Jahre antreten

 21.10.2026 Aktualisiert