NRW

Karajan-Büste entfernt: »In der NS-Zeit kein unbeschriebenes Blatt«

Herbert von Karajan 1967 bei Dreharbeiten zu dem Film »Carmen« Foto: picture-alliance / Sven Simon

Das Theater in Aachen hat eine Büste des österreichischen Dirigenten Herbert von Karajan (1908 - 1989) aus dem Foyer des Hauses entfernt. Gründe seien neueste Forschungsergebnisse und der Vortrag eines Karajan-Biografen, die deutlich aufgezeigt hätten, »dass Herbert von Karajan in der NS-Zeit kein unbeschriebenes Blatt war«, teilte Generalintendantin Elena Tzavara am Mittwoch mit. »All das hat uns bestärkt, die Büste zu entfernen«.

Karajan zählt zu den bedeutendsten Dirigenten des 20. Jahrhunderts. Zu Beginn seiner Karriere war er Generalmusikdirektor in Aachen, nach Angaben des Theaters in den Jahren von 1935 bis 1942. Er war Mitglied der NSDAP. Mitte der 1950er Jahre wurde er Chefdirigent der Berliner Philharmoniker. Die »Aachener Zeitung« berichtete.

Das Theater teilte mit, das Porträt aus Bronze solle dem örtlichen Stadtmuseum Centre Charlemagne übergeben werden. Dort solle die Arbeit in der für 2025 geplanten Ausstellung »200 Jahre Stadttheater Aachen« gezeigt werden. Auch die NS-Zeit solle dann ein Thema sein.

Anstelle des Karajan-Kopfes möchte Generalintendantin Tzavara eine Büste von Wolfgang Amadeus Mozart aus dem eigenen Bestand aufstellen. Das Theater in Aachen wurde 1825 eröffnet und im Zweiten Weltkrieg zerstört. Es wurde nach historischen Plänen wieder aufgebaut und 1951 eröffnet. dpa

Meinung

Notbremse gegen Antisemitismus

Die Hochschulleitungen müssen den Judenhass ihrer Mitarbeiter und Studierenden als das ernst nehmen, was er ist: eine Gefahr für jüdisches Leben in Deutschland

von Debora Eller  22.07.2026

Meinung

Herr Kretschmer, es gibt nichts mit der AfD zu bereden!

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer stellt einmal mehr die Brandmauer in Frage und will »mit jedem reden, der reden will«. Doch reden muss man allenfalls mit den Wählern der AfD

von Michael Thaidigsmann  22.07.2026

Österreich

Hitlers Geburtshaus ist nun eine Polizeistation

1889 kam der spätere Diktator Adolf Hitler im österreichischen Braunau am Inn zur Welt. Das Gebäude wurde in der Vergangenheit immer wieder von Neonazis aufgesucht. Damit soll Schluss sein

von Matthias Röder  22.07.2026

Washington D.C.

Berichte: Trump genehmigt Atom-Deal mit Saudi-Arabien

Die Nachricht fällt mit der Eskalation des Iran-Krieges zusammen. Kritiker warnen vor einem atomaren Wettrüsten in der instabilen Region

 22.07.2026

Meinung

Es reicht!

Im Angesicht der brutalen und mutmaßlich antisemitisch motivierten Gewalttat bei Würzburg muss endlich über Verantwortlichkeiten geredet werden

von Volker Beck  22.07.2026

Berlin

Bericht des Jüdischen Forums: 329 antisemitische Vorfälle bei Demonstrationen

Als durchgängiges Motiv nennt der Bericht den Ruf nach einer »Globalisierung der Intifada«

 22.07.2026

Berlin

Dobrindt kündigt baldige Nachfolge für Antisemitismusbeauftragten Felix Klein an

Klein selbst spricht sich für eine nahtlose Übergabe aus

 22.07.2026

Würzburg

Schuster sorgt sich um Brandmauer gegen die AfD

Im September wird in Sachsen-Anhalt gewählt. In Umfragen ist die AfD mit Abstand stärkste Kraft. Der Präsident des Zentralrats der Juden blickt mit Sorge auf die CDU

 22.07.2026

Augsburg

Acht Monate Haft für antisemitischen TikTok-Kommentar

»Adi warum hast du nicht alles ein Ende gebracht« soll der Verurteilte unter einen Beitrag der »Tagesschau« geschrieben haben

 22.07.2026