Berlin

Kai Wegner: Israelische Flagge vor Rotem Rathaus bleibt hängen

Kai Wegner (CDU), Regierender Bürgermeister von Berlin Foto: picture alliance/dpa

Bei einer Veranstaltung unter dem Titel »Kai Wegner vor Ort« am Montag im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf wurde Wegner (CDU) von einem Teilnehmer im Publikum gefragt, warum vor den Berliner Rathäusern israelische Flaggen wehten. Der Fragesteller sprach von einem »Genozid in Palästina«, vor dem sich auch Berlin »nicht wegducken« könne.

Die Antwort des Regierenden Bürgermeisters von Berlin fiel deutlich aus: Der angesprochene Genozid »findet nicht statt, Punkt«, sagte er vor Dutzenden Zuhörern, von denen viele applaudierten.

Vor dem Roten Rathaus in Berlin weht weiterhin auch die israelische Flagge.Foto: Imanuel Marcus

Wegner erklärte, er lasse solche Fragen nicht zu. »Hier wird eine massive Stimmungsmache von bestimmten Kreisen betrieben.« Er fügte hinzu: »Ich dachte, wir sind weiter und hätten andere Lehren aus unserer Geschichte gezogen. Das haben einige anscheinend noch nicht.«

Schicksale der Geiseln

Die israelische Flagge vor dem Roten Rathaus in Berlin-Mitte werde so lange weiter wehen, bis die Schicksale der Geiseln des palästinensischen Terrors bekannt geworden seien, kündigte Wegner an. Die Hamas-Geiseln würden »unter grausamsten Bedingungen und qualvollem Leid in den Tunneln der Hamas-Terroristen« gehalten.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

»Solange es noch Hoffnung gibt, dass auch nur eine dieser Geiseln zu ihrer Familie zurückkommt, so lange wird die israelische Flagge vor dem Amtssitz des Regierenden Bürgermeisters hängen«, versicherte Kai Wegner.

Berlin ist eine Hochburg der israelfeindlichen Proteste. Bereits lange vor dem 7. Oktober 2024 kam es zu Demonstrationen, auf denen linksradikale und islamistische Protestierer den einzigen jüdischen Staat beschimpften, Verschwörungstheorien über ihn verbreiteten und ihm das Existenzrecht absprachen.

Lesen Sie auch

Am 7. Oktober wurden die Massaker der Hamas, bei denen 1200 Menschen im Süden Israels ermordet wurden, auf der Berliner Sonnenallee gefeiert. Seither kam es vermehrt auf den Straßen der Hauptstadt und bei »Protestcamps« auf dem Gelände von Universitäten zu antisemitischen und israelfeindlichen Demonstrationen, auf denen Terrorverherrlichung betrieben wurde.

Auch die ukrainische Flagge weht vorm Rathaus

Vor dem Roten Rathaus wehen neben der israelischen Flagge die der Bundesrepublik Deutschland, der Europäischen Union und der Ukraine, die sich seit Februar 2022 gegen Russlands Eroberungskrieg wehren muss.

Israel geht im Gazastreifen gegen den palästinensischen Terror, nicht aber gegen die Zivilbevölkerung vor. Im Gegenteil: Die Streitkräfte (IDF) versuchen, die Bewohner so gut es geht zu schützen. Sie warnen die Bevölkerung jeweils vor Angriffen gegen Terroristen in ihrer Näher, richten Fluchtrouten und humanitäre Zonen ein.

In eigener Sache

»Jüdische Allgemeine« reagiert auf Rüge des Deutschen Presserats

19 Rügen verteilt der Presserat an die deutsche Medienlandschaft. Eine davon geht an die »Jüdische Allgemeine« - wegen angeblicher gravierender Ehrverletzung eines in Gaza getöteten Journalisten

 23.03.2026

Gedenken

Zwei Buchenwald-Verbände gegen Auftritt von Wolfram Weimer

In der Gedenkstätte Buchenwald wird am 12. April an die Befreiung des Konzentrationslagers erinnert. Geplant ist ein Grußwort von Kulturstaatsminister Weimer. Zwei Verbände haben damit ein Problem

 23.03.2026

Krieg

Merz begrüßt vorläufigen Verzicht auf US-Kraftwerksangriffe im Iran

US-Präsident Donald Trump nimmt scharfe Drohungen gegen den Iran vorerst vom Tisch. Die Bundesregierung begrüßt das und bietet Mithilfe bei anderen Bemühungen an

 23.03.2026

Nahost

G7 verurteilen iranische Angriffe scharf und warnen vor Eskalation

In einer gemeinsamen Erklärung der G7-Außenminister ist von »nicht zu rechtfertigenden Angriffen« und einer Gefahr für die Stabilität die Rede

 23.03.2026

Schutz jüdischer Studenten

Klage von Lahav Shapira gegen FU Berlin abgewiesen

Der Gaza-Krieg sorgt auch an Berliner Hochschulen regelmäßig zu Protesten. Ein jüdischer Student fühlt sich nicht mehr sicher und zieht vor Gericht. Was sagen die Richter?

 23.03.2026

Berlin

Außenministerium stellt sich hinter Botschafter Seibert

Israels Außenminister kritisiert den deutschen Botschafter wegen Aussagen zur Siedlergewalt. Außenminister Wadephul telefoniert mit seinem Kollegen - und wiederholt die Kritik

 23.03.2026

Teheran

Können iranische Raketen nun Europa erreichen?

Nach dem Raketenangriff auf einen Militärstützpunkt auf der Insel Diego Garcia rückt auch Europa in den potenziellen Zielkorridor iranischer Raketen. Muss man sich in Berlin nun Sorgen machen?

von Arne Bänsch  23.03.2026

Griechenland

US-Flugzeugträger legt für Reparaturen auf Kreta an

Brand in der Bordwäscherei, Probleme mit Toiletten: Die »USS Gerald R. Ford« macht auf Kreta Halt. Ermittler der US-Marine gehen der Ursache des Feuers nach

 23.03.2026

Nahost

Iran dementiert Verhandlungen mit den USA

US-Präsident Donald verschiebt ein Ultimatum und verweist auf »produktive Gespräche« mit dem Iran. Aus Teheran kommt ein Dementi

 23.03.2026