Antisemitismus

Justiz ermittelt gegen »Gelbwesten«

Gelbwesten-Demonstranten in Paris (2018) Foto: Getty Images

Nach antisemitischen Beschimpfungen gegen den Philosophen und Schriftsteller Alain Finkielkraut am Rande von »Gelbwesten«-Protesten hat die Pariser Justiz Vorermittlungen eingeleitet. Man ermittle wegen öffentlicher Beleidigung aufgrund der Herkunft, der Ethnie, der Nation, der Rasse oder der Religion, teilte die Pariser Staatsanwaltschaft am Sonntag mit.

Frankreichs Innenminister Christophe Castaner erklärte via Twitter, ein Verdächtiger, der hauptsächlich für die Beleidigungen verantwortlich sei, sei identifiziert worden.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

DROHUNGEN Finkielkraut war am Samstag am Rande einer »Gelbwesten«-Demonstration in Paris von Teilnehmern beschimpft worden. Ihm sei unter anderem »Dreckiger Zionist!« zugerufen worden und der Satz »Wirf dich in den Kanal!«, sagte der Intellektuelle in einem Interview mit der Zeitung »Le Parisien«.

»Dreckiger Zionist!« und »Wirf dich in den Kanal!«, rief der Verdächtige unter anderem.

»Ich war gezwungen zu fliehen«, so Finkielkraut weiter. Er habe Angst gehabt, verprügelt zu werden. Die Polizei sei aber eingeschritten.

Innenminister Christophe Castaner hatte erst zu Wochenbeginn berichtet, dass es in Frankreich 2018 deutlich mehr antisemitische Vorfälle gab als zuvor. Es wurden 541 Fälle bekannt – 74 Prozent mehr als noch 2017. Castaner sprach davon, dass sich der Antisemitismus »wie ein Gift« ausbreite.

Antisemitische Vorfälle in Frankreich nehmen signifikant zu.

Regierungssprecher Benjamin Griveaux macht für den zunehmenden Antisemitismus auch die Gelbwesten verantwortlich. Am Rande der Demonstrationen der Aktivisten tauchten oft »absolut inakzeptable antisemitische Schmierereien« auf, betonte er.

ROTHSCHILD Auch der französische Regierungschef Emmanuel Macron, der früher als Investmentbanker bei Rothschild arbeitete, sieht sich häufig mit judenfeindlichen Beleidigungen konfrontiert. So wird er regelmäßig als »Judenhure« und »Knecht der Juden« bezeichnet.

Macron verurteilte die Bedrohungen Finkielkrauts: »Die antisemitischen Beleidigungen, denen er ausgesetzt war, sind die absolute Negation dessen, wer wir sind und was uns zu einer großen Nation macht. Wir werden sie nicht tolerieren«, twitterte er.

Bei »Gelbwesten«-Protesten waren am Samstag in ganz Frankreich rund 41.500 Menschen auf die Straße gegangenen, davon 5000 in der Hauptstadt, wie eine Sprecherin des Innenministeriums sagte.  dpa/ja

Iran

Mullah-Regime richtet zwei Demonstranten hin

Die Männer hatten Anfang des Jahres an den blutig niedergeschlagenen Protesten teilgenommen

 03.11.2026

Midterm-Wahlen

Wird US-Präsident Trump zur lahmen Ente?

Für Donald Trump wird es eine Schicksalswahl: Heute wählt Amerika einen neuen Kongress. Sollten die Demokraten gewinnen, könnte Trump nur noch per Dekret regieren

 03.11.2026

Iran-Krieg

US-Armee greift Insel Gheschm an

Vor den Kongress-Wahlen am Dienstag haben US-Kampfflugzeuge eine Stellung der Revolutionsgarden attackiert

 03.11.2026

Staatsangehörigkeit

170.000 Anträge von NS-Verfolgten und Nachfahren auf Einbürgerung

Immer mehr Menschen beantragen die deutsche Staatsbürgerschaft über die sogenannte Wiedergutmachungs-Einbürgerung - fast die Hälfte der Anträge kommen aus Israel

 03.11.2026

München

20 Jahre Ohel-Jakob-Synagoge: Merz, Aigner und Söder beim Festakt

Am 9. November 2006 wurde die Synagoge Ohel Jakob eröffnet - als Zeichen für die Rückkehr jüdischen Lebens ins Herz Münchens. Den 20. Jahrestag feiert die Kultusgemeinde mit einem Festakt. Erwartet werden prominente Gäste, etwa Bundeskanzler Merz

 02.11.2026

Berlin

SPD nominiert Michel Friedman für Bundesversammlung

Der Publizist darf damit über die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier abstimmen

 02.11.2026

Frankfurt am Main

»Zeit ist’s!«

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach zur Eröffnung der Jüdischen Akademie in der Mainmetropole. Wir dokumentieren seine Rede

von Frank-Walter Steinmeier  02.11.2026

Berlin

Koalitionsverhandlungen für Rot-Grün-Rot beginnen

Sechs Wochen nach der Wahl starten Linke, Grüne und SPD in Berlin ihre Koalitionsverhandlungen. Viele Fragen sind noch offen – und Scheitern ist jederzeit möglich.

 02.11.2026

Jugendproteste

Prien: Bei Krawallen nach »Gen Z«-Protesten die Realität betrachten

Die Jugendministerin Prien spricht von »weitestgehend friedlichen Demonstrationen« am Samstag. Was danach geschah, nennt sie »Gewaltexzesse von linksradikalen Gruppen«. Es seien wohl auch Menschen »aus migrantischen Milieus« beteiligt gewesen

 02.11.2026