Bayern

Jugendlicher bestreitet Anschlagspläne auf Synagoge

Foto: picture alliance/dpa

Ein 16 Jahre alter Terrorverdächtiger muss sich in den kommenden Wochen in Augsburg vor Gericht verantworten. Nach Einschätzung der Generalstaatsanwaltschaft München handelt es sich um einen Sympathisanten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Der Verdächtige hatte nach Angaben der Ermittler eine große Menge an pyrotechnischen Gegenständen aufbewahrt, um damit einen Anschlag auf eine Synagoge zu begehen.

Der Prozess habe planmäßig am Donnerstag vor dem Jugendschöffengericht des Augsburger Amtsgerichts begonnen, teilte Gerichtssprecherin Andrea Hobert mit. In einer Erklärung habe sich der Angeklagte vom IS und jeglichem Rassismus und Antisemitismus distanziert. Zudem seien Polizisten am ersten Verhandlungstag als Zeugen vernommen worden. Nach Angaben des Gerichts sind vier weitere Verhandlungstage geplant, das Urteil könnte demnach Anfang Oktober fallen.

Prozess hinter verschlossenen Türen

Wegen des Alters des zum Tatzeitpunkt erst 15 Jahre alten Beschuldigten wird das gesamte Verfahren unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt. Das Jugendgerichtsgesetz schreibt das für Prozesse gegen Jugendliche vor. Üblicherweise informieren die Gerichte bei Verfahren von großem öffentlichem Interesse dann allerdings nach dem Urteil über den Ausgang.

Dem deutschen Angeklagten wird die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, Terrorismusfinanzierung, vorsätzlicher unerlaubter Umgang mit explosionsgefährlichen Stoffen, Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion sowie gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Der Jugendliche soll Ende Oktober mit einer selbst gebauten Bombe eine Explosion verursacht haben, bei der er selbst und eine weitere Person verletzt wurden. Er sitzt in Untersuchungshaft.

Verteidiger Moritz Bode sagte im Vorfeld des Prozesses, dass sein Mandant keinen konkreten Anschlag auf eine Synagoge geplant habe. Der Angeklagte sei »im Grunde« noch ein Kind, das sich wie viele Gleichaltrige für Pyrotechnik interessiert habe. Dabei sei er auf entsprechende Seiten im Netz gestoßen. Die Terrorgruppen würden auf diesem Weg versuchen, Menschen »einzulullen« und zu manipulieren.

Die Untersuchungshaft habe sein Mandant genutzt, um Sozialkurse zu absolvieren. »Er arbeitet an sich«, sagte der Rechtsanwalt.

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