US-Verteidigungsminister Pete Hegseth ist am Montag unangekündigt nach Israel gereist und hat dort Ministerpräsident Benjamin Netanjahu getroffen. Das berichtete das Nachrichtenportal »Axios« unter Berufung auf zwei mit dem Vorgang vertraute Quellen. Das Treffen fand demnach auf dem Luftwaffenstützpunkt Ovda im Süden Israels statt.
In Israel wird am 27. Oktober ein neues Parlament gewählt. Nur acht Tage vor dem Urnengang kommt Hegseth mit Netanjahu zusammen, während Washington und Jerusalem zugleich über eine mögliche Wiederaufnahme größerer Militäroperationen gegen den Iran beraten.
Der Luftwaffenstützpunkt Ovda spielt auch für die amerikanischen Streitkräfte eine Rolle. Dort sind US-amerikanische Tankflugzeuge und Kampfjets stationiert. Hegseth nutzte den Aufenthalt nach Angaben der von »Axios« zitierten Quellen außerdem, um amerikanische Soldaten zu treffen.
»Historischer Auftrag«
Der Pentagonchef bestätigte seine Reise anschließend indirekt über einen Beitrag auf der Plattform X. Dabei nannte er weder Israel als Reiseziel noch machte er Angaben zu seinem genauen Aufenthaltsort. Stattdessen veröffentlichte er ein Bild von seinem Besuch bei Angehörigen des für den Nahen Osten zuständigen US-Zentralkommandos CENTCOM.
»Es war mir eine Ehre, heute unsere Kämpfer bei CENTCOM zu besuchen. Sie sind die Besten unseres Landes und erfüllen einen historischen Auftrag. Gott schütze sie«, schrieb Hegseth. CENTCOM ist für die amerikanischen Militäroperationen im Nahen Osten sowie in Teilen Zentral- und Südasiens und in Ägypten zuständig.
Der Zeitpunkt der Begegnung mit Netanjahu ist besonders bemerkenswert, weil die militärischen Optionen gegen Teheran offenbar erneut Gegenstand amerikanisch-israelischer Beratungen sind. Eine Wiederaufnahme umfangreicher Kampfhandlungen gegen den Iran steht nach dem Bericht von »Axios« im Raum. Einzelheiten zu den Gesprächen zwischen Hegseth und dem israelischen Regierungschef wurden zunächst nicht bekannt.
Weder das US-Verteidigungsministerium noch die israelische Botschaft in Washington wollten sich zu dem Treffen äußern. Auch aus dem Büro des israelischen Ministerpräsidenten lag zunächst keine Stellungnahme vor. Die Reise wurde erst öffentlich bekannt, nachdem »Axios« über das Treffen berichtet hatte. im