Washington D.C.

Vance gibt keine Wahlempfehlung für Netanjahu ab

Der amerikanische Vizepräsident JD Vance Foto: picture alliance / Kenny Holston/The New York Times/Pool The New York Times via AP

US-Vizepräsident J.D. Vance hält sich aus dem israelischen Wahlkampf heraus. Einen Tag nachdem sich Präsident Donald Trump demonstrativ hinter Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gestellt hatte, lehnte Vance am Montag (Ortszeit) eine eigene Wahlempfehlung für den israelischen Regierungschef ab. Dabei betonte er, dass er sich auf die bevorstehenden Wahlen in den Vereinigten Staaten konzentrieren wolle.

»Ich mische mich nicht in die israelischen Wahlen ein«, sagte Vance in einem Interview mit der Sendung »2WAY Tonight« von Mark Halperin. Er wolle Netanjahu damit weder seine Unterstützung verweigern noch sich ausdrücklich für ihn aussprechen. »Ich bin weder gegen eine Unterstützung seiner Kandidatur noch dafür«, erklärte der Vizepräsident.

Trump hatte sich am Sonntag unmissverständlich für eine weitere Amtszeit Netanjahus ausgesprochen. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb der US-Präsident, Israel müsse im Falle eines falschen Wahlausgangs möglicherweise stärker auf amerikanische Unterstützung zurückgreifen. Als falschen Regierungschef bezeichnete er dabei ausdrücklich jeden Kandidaten außer Netanjahu.

»Stark, mutig und brillant«

Der israelische Ministerpräsident habe sich angesichts erheblichen Widerstands als »stark, mutig und brillant« erwiesen, schrieb Trump. Seine Unterstützung sei umfassend: Er stehe »voll und ganz hinter Bibi Netanjahu«, erklärte der Präsident.

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Vance sparte seinerseits nicht mit Lob für Trump. Dessen Wahlempfehlung sei die »wirkungsvollste Unterstützungserklärung der amerikanischen oder internationalen Politikgeschichte«, sagte er. Eine vergleichbare Festlegung zugunsten Netanjahus vermied der Vizepräsident jedoch bewusst.

Seine Zurückhaltung im israelischen Wahlkampf ist auch deshalb bemerkenswert, weil Vance in diesem Jahr selbst für einen ausländischen Regierungschef geworben hatte. Im Frühjahr reiste er nach Ungarn, um den damaligen Ministerpräsidenten Viktor Orbán im Wahlkampf zu unterstützen. Orbán verlor im April nach 16 Jahren an der Macht die Wahl.

Fokus auf Midterms

Vance begründete seine jetzige Entscheidung damit, dass er sich auf die amerikanische Politik konzentrieren wolle. »Ich unterstütze amerikanische Kandidaten. Darauf liegt mein Fokus«, sagte er mit Blick auf die anstehenden Zwischenwahlen in den USA.

Noch keine Entscheidung über eine Kandidatur 2028

Auch zu seinen eigenen politischen Ambitionen äußerte sich Vance. Ob er bei der Präsidentschaftswahl 2028 antreten werde, habe er noch nicht entschieden. Mit der Frage beschäftige er sich derzeit nicht ernsthaft, erklärte er im Interview.

Sollte er sich für eine Kandidatur entscheiden, rechnet Vance allerdings mit der Unterstützung des amtierenden Präsidenten. »Ich denke, wenn ich kandidiere, wird mich der Präsident sofort unterstützen, gleich zu Beginn«, sagte er. im

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