Washington D.C.

Jüdische Studierendenunion erhält Sharon Greene Award

Hanna Veiler, Präsidentin der JSUD, hat den Sharon Greene Award in Washington D.C. entgegengenommen Foto: © Joshua Roberts 2024

Die Jüdische Studierendenunion Deutschlands (JSUD) ist vom American Jewish Committee (AJC) für ihren Kampf gegen Antisemitismus an deutschen Universitäten mit dem Sharon Greene Award ausgezeichnet worden. JSUD-Präsidentin Hanna Veiler nahm den Preis am Montagabend auf dem Global Forum des AJC in Washington D.C. entgegen.

Für Veiler ist die Auszeichnung ein Antrieb, für eine Welt ohne Antisemitismus zu kämpfen. Ihre Familie sei aus der ehemaligen Sowjetunion geflohen, um ihr ein Leben in Freiheit zu ermöglichen, heute aber lebe sie in einer Welt voller Antisemitismus, die für ihre Großeltern nicht vorstellbar gewesen sei, erzählte die JSUD-Präsidentin in ihrer Dankesrede.

»Dennoch haben die Erfahrungen der Generationen unser Tun heute geprägt. Deshalb werden wir nie aufgeben für eine Welt ohne Antisemitismus zu kämpfen, egal wie düster es gerade aussehen mag«, versprach sie den rund 2000 Gästen des Global Forum.

»Die Tatsache, dass wir für diesen Preis ausgewählt wurden und ich die Möglichkeit hatte, vor diesem Publikum zu sprechen, bedeutet sehr viel. Es ist schön die Anerkennung nicht nur in Deutschland zu bekommen und zu sehen, dass unsere Arbeit Wellen bis in die USA schlägt«, sagte sie zur Jüdischen Allgemeinen. Die JSUD will das Preisgeld in Höhe von 2500 Dollar dazu nutzen, jüdische Studentinnen und Studenten zu fördern.

Noa Fay musste antisemitische Vorlesungen ertragen

Neben Hanna Veiler wurden auch Vertreter von zwei weiteren jüdischen Studentenvereinigungen mit dem Sharon Greene Award geehrt: Noa Fay von Hillel an der Columbia University in New York City und Micah Gritz für die 2020 gegründete Organisation Jewish on Campus.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Noa Fay schilderte in ihrer Dankesrede, gegen welchen grassierenden Antisemitismus Hillel an der Columbia University ankämpfen musste: »Ich wurde gezwungen, von meinen Professoren organisierten Gastdozenten zuzuhören, die die Vergewaltigungen, die Angriffe und Verstümmelungen von israelischen Frauen und Mädchen während der Attacke vom 7. Oktober abstritten, die Aaron Bushnell, der sich vor der israelischen Botschaft in D.C. in Brand gesetzt hatte, als ‚wahren Patrioten‘ feierten, und Israel vor einer Gruppe sehr leicht beeindruckbarer Studenten als ‚imperialistischen‘ und ‚kolonialistischen‘ Staat bezeichneten, der einen ‚Genozid‘ begeht.«

Dennoch habe sie sich davon nicht unterkriegen lassen, erzählt Fay. Sie habe zwar hart dafür kämpfen müssen, dass die Öffentlichkeit den Aufschrei jüdischer Studenten höre, aber dieses Jahr habe auch gezeigt, wie sehr sie sich gegenseitig und den Staat Israel unterstützen. »Für jeden Freund, den ich dieses Jahr an den Antisemitismus verloren habe, habe ich mindestens doppelt so viele zionistische Freunde gewonnen«, sagt Noa Fay.

»Diese Studenten sind nichts mehr als inspirierend. Sie stehen im Angesicht von unglaublichen Schikanen und Antisemitismus stolz und öffentlich zu ihrer jüdische Identität«, lobte AJC-Geschäftsführer Ted Deutch in seiner Laudatio. nko

Deutschland

Morddrohung gegen Charlotte Knobloch nach AfD-Wahlsieg

Die Gewaltandrohung steht in explizitem Zusammenhang mit dem Wahlsieg der AfD. Knobloch sagt aus Sicherheitsgründen Veranstaltung ab

 11.09.2026

Berlin

Juden im Visier? Mutmaßliche Hamas-Leute in Berlin angeklagt

Sturmgewehr, Pistolen, Munition: Mutmaßliche Mitglieder der Hamas sollen von Deutschland aus Waffen für Anschläge der Terrorvereinigung besorgt haben. Die Bundesanwaltschaft zieht erneut vor Gericht

 11.09.2026 Aktualisiert

Meinung

Droht in Sachsen-Anhalt eine Allianz der Antisemiten?

In Sachsen-Anhalt könnte es zu einer Zusammenarbeit zwischen AfD und BSW, die potenziell gravierende Folgen hat für die jüdische Gemeinschaft

von Igor Matviyets  11.09.2026

Sachsen-Anhalt

Empörung über AfD-Spitzenmann Siegmund wegen Rüstungsaussage 

Siegmund: »Weil wir bei späteren Remigrations- und Abschiebeoffensive natürlich auch entsprechende Hilfsmittel brauchen«

 11.09.2026

Hamburg

Senator Grote unterstützt Prüfung von AfD-Verbotsverfahren

Nach dem Wahlerfolg der rechtsextremistischen AfD in Sachsen-Anhalt könnte die Partei an die Regierung kommen. Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz hält es für einen logischen Schritt, nun ein Verbot zu prüfen

 11.09.2026

Großbritannien

Applaus für britischen Außenminister von der Hamas

Ein hochrangiger Funktionär der Terrorgruppe begrüßt die Sanktionen, mit denen das Vereinigte Königreich Israel belegt hat. Das sei ein »wichtiger Schritt in die richtige Richtung«

 11.09.2026

Tel Aviv

Antisemitische 9/11-Verschwörungsmythen tauchen zum 25. Jahrestag wieder auf

Die israelische Organisation CyberWell dokumentiert entsprechende Beiträge auf mehreren großen Social-Media-Plattformen

 11.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  11.09.2026

Kommentar

Ja, du bist gemeint!

Im Leben gibt es Menschen, die erkennen, was vor sich geht, und andere, die einfach blind den Trends folgen. Warum ich an der Seite meiner jüdischen Freunde stehe

von Boy George  11.09.2026