Hochschulen

Jüdische Studenten fordern mehr Schutz vor Antisemitismus

Ron Dekel, Präsident der Jüdischen Studierendenunion Deutschland Foto: picture alliance / IPON

Hochschulen

Jüdische Studenten fordern mehr Schutz vor Antisemitismus

Seit dem 7. Oktober hat der Antisemitismus an Hochschulen deutlich zugenommen. Was können Universitäten tun? Die JSUD hat einen Katalog veröffentlicht

von Nikolas Ender  16.10.2025 11:38 Uhr

Jüdische Studenten fordern mehr Schutz vor Antisemitismus an deutschen Hochschulen. »Universitäten müssen Verantwortung übernehmen«, erklärte der Präsident der Jüdischen Studierendenunion Deutschland, Ron Dekel, am Donnerstag in Berlin. Er äußerte sich bei der Vorstellung eines Forderungskatalogs. Hochschulen müssten zudem »Schutzkonzepte entwickeln und durchsetzen, klare Anlaufstellen und Beschwerdemechanismen schaffen sowie die historische Verantwortung Deutschlands aktiv in ihre Hochschulpolitik integrieren«, so Dekel.

Die Gruppe jüdischer Studierender verlangt von deutschen Universitäten etwa eine verbindliche Ausarbeitung konkreter Handlungspläne, um mit »antisemitisch motivierten Besetzungen, Protestcamps oder Demonstrationen umzugehen«. Hochschulen sollen demnach Kriterien festschreiben, wann antisemitische Verstöße zur Anzeige gebracht werden. Auch eine Exmatrikulation sei als letztes Mittel nicht auszuschließen.

Antisemitismus hat massiv zugenommen

»Die Bedrohungslage ist real«, sagte Dekel. Angriffe im digitalen Raum, Mobbing, Beschimpfungen und physische Gewalt hätten in den vergangenen Jahren massiv zugenommen. »Juden ins Gas« und »Aus euren Haaren haben wir Teppiche gemacht« - das sind dem Bericht zufolge Erfahrungen, über die jüdische Studierende berichtet haben. Zwei Jahre nach dem Angriff der Terrorgruppe Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 müssten die Hochschulen endlich Konsequenzen ziehen. Die Studierendenunion hatte den Forderungskatalog bereits am Mittwoch an die Wissenschaftsministerkonferenz übergeben.

Gespräch

»Ich fühle mich alleingelassen«

Sonja Bohl-Dencker über die Ermordung ihrer Tochter durch die Hamas, den Umgang Deutschlands mit dem 7. Oktober und ihren Wunsch, dass Carolin nicht vergessen wird

von Mirko Freitag  20.01.2026

Athen

Griechenland setzt auf militärisches Know-how aus Israel

Drohnen-Schwärme, Cyberangriffe, neue Raketen: Wie die Griechen mit israelischer Technologie ihre Sicherheit aufrüsten wollen – und warum der Blick Richtung Türkei geht

 20.01.2026

Düsseldorf

Protest gegen geplanten Auftritt von Terrorunterstützerin weitet sich aus

Die palästinensische Künstlerin Basma al-Sharif soll an der Kunstakademie auftreten. Unter dem Motto »Ihr sagt ›kontroverse Meinung‹ – gemeint ist Antisemitismus« ist am Mittwoch eine Demonstration gegen die Veranstaltung geplant

 20.01.2026

Essen

»Holo-Voices«: Zeitzeugen des Holocausts sollen für immer sprechen

Auf der ehemaligen Zeche Zollverein in Essen startet ein Medienprojekt, das Zeugen des Holocausts mit Besuchern in einen Dialog bringt. »Holo-Voices« soll Zeitzeugen »eine Stimme für die Ewigkeit« geben

 20.01.2026

Washington D.C.

Mitglied im Aufsichtsrat des Holocaust-Museums: Bernie Sanders blieb Sitzungen 18 Jahre lang fern

Der Vorgang sorgt für scharfe Kritik, auch aus den eigenen Reihen. Nun soll der jüdische Senator aus dem Gremium ausgeschlossen werden

 20.01.2026

Gedenktag

Weltweit noch 196.600 jüdische Holocaust-Überlebende

Am 27. Januar wird an die Befreiung des KZ Auschwitz vor 81 Jahren erinnert. Dort und an vielen anderen Orten ermordeten die Nationalsozialisten Millionen Juden. Noch können Überlebende von dem Grauen berichten

 20.01.2026

Interview

»Man tut sich mit den toten Juden leichter als mit den lebenden«

Die Münchnerin Eva Umlauf ist Präsidentin des Internationalen Auschwitz-Komitees. Auf eine bestimmte Art des Gedenkens an die Opfer der Schoa schaut sie kritisch – und sagt, was sie sich wünscht

von Leticia Witte  20.01.2026

Stuttgart

Holocaust-Überlebende kritisiert ARD-Spitze

Eva Umlauf bezeichnet den Umgang mit dem Film »Führer und Verführer« als »Skandal und Schande«. Programmdirektorin Christine Strobl reagiert

 20.01.2026

Iran

Im Schatten der Gewalt

Das Teheraner Regime hat die jüngste Protestwelle mit aller Härte niedergeschlagen. Doch hinter der erzwungenen Ruhe wächst der Druck

von Arne Bänsch  20.01.2026