Verteidigung

Deutschland stellt Arrow 3 in Dienst

Eine Arrow 3-Rakete startet von einer israelischen Militärbasis. Foto: picture alliance / dpa

Deutschland macht in diesen Tagen einen sicherheitspolitischen Schritt, der seit langem vorbereitet wird: Das israelische Raketenabwehrsystem Arrow 3 wird offiziell in Dienst gestellt. Es ist das erste Mal, dass diese Abfangtechnik außerhalb Israels aufgebaut wird. Dies geht aus einem Bericht der »Jerusalem Post« hervor.

Der milliardenschwere Vertrag – insgesamt rund 3,6 Milliarden Dollar – war bereits 2023 unterzeichnet worden, doch politische Verzögerungen in Jerusalem, Berlin und Washington hatten die Umsetzung ausgebremst. Arrow 3 gehört zu den leistungsfähigsten Systemen seiner Art weltweit und ist auf die Abwehr weitreichender ballistischer Raketen ausgelegt.

Dass Berlin an dem Projekt festhält, hat auch mit der jüngsten Einsatzbilanz des Systems zu tun. Arrow 3 hatte im April, im Oktober und dann erneut im Juni eine entscheidende Rolle bei der Abwehr massiver iranischer Raketenangriffe auf Israel gespielt.

Technische und politische Kooperation

Obwohl nicht jeder Angriff vollständig abgefangen werden konnte, verhinderten die mehrschichtigen israelischen Verteidigungssysteme – darunter Arrow 2 und Arrow 3 – deutlich schwerere Zerstörungen. In mehreren Fällen hatte die israelische Armee zudem bewusst militärische Anlagen geräumt, um Raketen kontrolliert einschlagen zu lassen.

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Die Arrow-Familie ist ein gemeinsames Projekt Israels und der USA. Die Vereinigten Staaten mussten dem Export nach Deutschland zustimmen, da das System gemeinsam entwickelt und produziert wird. Federführend auf israelischer Seite sind die Rüstungsbehörde IMDO sowie die Israel Aerospace Industries (IAI). Beteiligt sind zudem Elbit Systems, Tomer und Rafael.

Bereits im vergangenen Jahr hatten sich Militär- und Industrievertreter aus Israel und Deutschland zu mehrtägigen Fachgesprächen getroffen, um den stationierungsreifen Zustand vorzubereiten. An den Gesprächen nahmen unter anderem Moshe Patel (IMDO), Oberst Carsten Koepper (Projektleiter für Deutschland) und IAI-Manager Guy Bar Lev teil.

Bedeutender Schritt

Mit der Stationierung von Arrow 3 erhält Deutschland die derzeit leistungsfähigste Abwehr von Raketen, die den erdnahen Raum verlassen und auf exoatmosphärischen Flugbahnen unterwegs sind. Das System soll künftig ein zentraler Baustein der deutschen und europäischen Luftverteidigung werden – auch vor dem Hintergrund wachsender Bedrohungen durch Russland und Iran.

Während Berlin seine militärische Zusammenarbeit mit Israel ausbaut, endet zugleich ein längeres Moratorium, das deutsche Waffenexporte nach Israel während des Gaza-Krieges eingeschränkt hatte.

Israel bezeichnet Arrow 3 als technologisches Spitzenprodukt, das sich im Ernstfall bereits mehrfach bewährt habe. Für Deutschland beginnt nun die Phase seiner praktischen Nutzung – ein Signal für Europas sicherheitspolitische Neuaufstellung im Angesicht neuer Bedrohungen. im

Washington D.C.

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