Moskau

Israelis nach Zwischenfall an Flughafen wieder freigelassen

Empfangshalle des Flughafens Domodedowo Foto: picture alliance / Johannes Glöckner

Rund 40 israelische Staatsbürger sind nach ihrer Ankunft am Moskauer Flughafen Domodedowo vorübergehend festgesetzt und später wieder freigelassen worden. Das israelische Außenministerium bestätigte den Vorfall und erklärte, man habe umgehend bei den russischen Behörden interveniert. Alle namhaften Medien in Israel berichteten.

Nach übereinstimmenden Medienberichten waren die Reisenden auf einem Flug aus Tel Aviv angekommen. Russische Sicherheitskräfte sollen sie mehrere Stunden lang befragt haben. Demnach stand der Verdacht im Raum, die Betroffenen könnten in Verbindung mit dem Krieg Israels gegen den Iran stehen.

Ein Sprecher des Außenministeriums erklärte, Außenminister Gideon Sa’ar habe nach Bekanntwerden des Falls die Botschaft in Moskau angewiesen, tätig zu werden. Danach sei der Vorfall beigelegt und die Einreise der Israelis sei genehmigt worden.

»Völlig inakzeptabel«

Weiter hieß es aus Jerusalem, Russland sei unmissverständlich klargemacht worden, dass ein solches Vorgehen »völlig inakzeptabel« sei. Israel betrachte die Angelegenheit »mit großer Ernsthaftigkeit«.

Lesen Sie auch

Laut Berichten mussten die Festgehaltenen mehrere Stunden ohne Zugang zu Essen, Wasser oder Toiletten warten. Sicherheitsbeamte sollen zudem verlangt haben, Mobiltelefone zu entsperren. Nachdem die Passagiere dies verweigert hätten, seien sie aufgefordert worden, ihre Geräte auszuschalten.

Einige der Betroffenen berichteten demnach, ihnen sei gesagt worden, Iran sei ein Verbündeter Russlands, und jeder Feind Teherans sei »auch unser Feind«.

Mögliche Gesetzesverstöße

Vor ihrer Freilassung mussten die Reisenden den Angaben zufolge Dokumente unterschreiben, in denen sie auf die Unzulässigkeit möglicher Gesetzesverstöße hingewiesen wurden.

Der Flughafen Domodedowo war bereits in der Vergangenheit Schauplatz diplomatischer Spannungen. Schon 2019 waren dort israelische Reisende zunächst an der Einreise gehindert worden, bevor sie später doch weiterreisen durften. im

Golf von Oman

US-Militär: Schiff mit Iran-Verbindungen zerstört

Immer wieder greifen der Iran und die USA gegenseitig Handelsschiffe und Tanker an. Was ist nun passiert?

 15.10.2026

Berlin

Linke, Grüne und SPD verhandeln wieder

Das von den Sondierern beschlossene Antisemitismus-Papier soll auch in den Koalitionsvertrag aufgenommen werden

 15.10.2026

Debatte um Erklärung

Hickhack bei Rot-Grün-Rot: Das steht in den Antisemitismus-Papieren

Die Berliner Regierungsbildung stockt, nachdem die Linke im Abgeordnetenhaus ein eigenes Papier zum Kampf gegen Antisemitismus gebilligt hat. Wo sich die zwei Erklärungen unterscheiden

 14.10.2026

Umfrage

66 Prozent der Unionswähler für Prüfung von AfD-Verbot

Eine Campact-Umfrage zeigt, dass die Wähler der Unionsparteien mehrheitlich für die Prüfung eines AfD-Verbotsverfahrens sind. Auch eine Koalition mit der AfD wird von Anhängern der Mitte-Parteien deutlich abgelehnt

 14.10.2026

Sachsen-Anhalt

Eine Woche voller Eklats

Nach der Wahl des Landtagspräsidiums bröckelt die »Brandmauer« in der CDU weiter. Das Gedenken in Halle bot einen Vorgeschmack auf ein Land unter AfD-Regierung

von André Anchuelo  14.10.2026

Ministerpräsident Sven Schulze (CDU)

Landtag von Sachsen-Anhalt

Ministerpräsidenten-Wahl: CDU will im dritten Wahlgang im Plenarsaal sein

Bei der Ministerpräsidentenwahl in Sachsen-Anhalt will die CDU den Plenarsaal zunächst verlassen. Für einen möglichen dritten Wahlgang kündigt Fraktionschef Sven Schulze ein anderes Vorgehen an. AfD und BSW beschließen derweil einen Antrag zur Ukraine

 14.10.2026

Berlin

»Eine gute Wahl«: Bundesregierung ernennt von Schnurbein zur Beauftragten für jüdisches Leben

Die 52-jährige EU-Beamtin ist am Mittwoch offiziell zur Nachfolgerin von Felix Klein bestellt worden. Aus den jüdischen Verbänden und Gemeinden kamen unisono positive Reaktionen

von Michael Thaidigsmann  14.10.2026

Regierungsbildung in Berlin

Banaszak: Emdes Fraktions-Aus war Grundlage für Sondierungen

Die Grünen-Landesvorsitzende Stahr betont hingegen, dass ihre Partei weiter »am Tisch sitzt« und auf eine Erklärung der Linken wartet

 14.10.2026

Regierungsbildung in Berlin

Schwerdtner bedauert Gesprächspause in Berlin

Die Gespräche über eine rot-grün-rote Regierung in Berlin liegen auf Eis. Linken-Bundeschefin Ines Schwerdtner hält die Erklärung ihrer Fraktion zu Antisemitismus dennoch für ausreichend

 14.10.2026