Tel Aviv/Berlin

Israel und Deutschland: 60 Jahre diplomatische Beziehungen

Während seines Aufenthalts in Israel besucht Steinmeier erneut den Kibbuz Beeri an der Grenze zum Gazastreifen. Dort war er bereits wenige Wochen nach dem Überfall der Hamas auf Israel vom 7. Oktober 2023 zusammen mit Herzog. Foto: picture alliance/dpa

Deutschland und Israel feiern die Aufnahme diplomatischer Beziehungen vor 60 Jahren. Aus diesem Anlass finden wechselseitige Besuche der Staatspräsidenten beider Länder statt. 

Der israelische Präsident Isaac Herzog wird am 12. Mai zu einem offiziellen Besuch in Berlin erwartet, wie sein Büro mitteilte. Gemeinsam mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird er am 13. Mai nach Israel zurückreisen. In Berlin sind unter anderem Gespräche Herzogs mit dem voraussichtlich künftigen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sowie weiteren hochrangigen Regierungsvertretern geplant. 

Der israelische Präsident wird zudem an einem Staatsbankett im Schloss Bellevue teilnehmen und zusammen mit Steinmeier das Holocaust-Mahnmal »Gleis 17« im Grunewald besuchen, das an rund 10.000 Jüdinnen und Juden erinnert, die in der NS-Zeit von dort in Konzentrationslager deportiert wurden. Überdies trifft Herzog mehr als 100 deutsche und israelische Jugendliche zu einem Dialog über die gemeinsame Vergangenheit und Zukunft. 

Bekenntnis zur gegenseitigen Freundschaft

»Der Staatsbesuch stellt einen bedeutenden Meilenstein in den Beziehungen zwischen den beiden Ländern dar und spiegelt ihr gegenseitiges Bekenntnis zur Vertiefung ihrer Freundschaft und strategischen Allianz wider«, hieß es in der Mitteilung. »Er hat auch historische Bedeutung, da er die langfristige Entwicklung der Beziehungen zwischen Israel und Deutschland hervorhebt.«

Bei den Treffen zwischen den Staatschefs solle es auch um die intensiven Bemühungen zur Freilassung der Geiseln in Gaza gehen. Außerdem wollten sie über eine Vertiefung der bilateralen Zusammenarbeit und Entwicklung gemeinsamer neuer Initiativen sprechen. 

Während seines Aufenthalts in Israel besucht Steinmeier erneut den Kibbuz Beeri an der Grenze zum Gazastreifen. Dort war er bereits wenige Wochen nach dem Überfall der Hamas auf Israel vom 7. Oktober 2023 zusammen mit Herzog. In Jerusalem ist ein Besuch der neuen Nationalbibliothek vorgesehen sowie die Verleihung der Ehrenmedaille des israelischen Präsidenten im Rahmen einer offiziellen Zeremonie. 

Deutschland und Israel nahmen am 12. Mai 1965 - zwei Jahrzehnte nach Ende des Zweiten Weltkriegs - diplomatische Beziehungen auf. dpa

Berlin

Auswärtiges Amt kritisiert Menschenrechtsbeauftragten

In einer Reaktion auf einen X-Post von Bundesbildungsministerin Prien im Zusammenhang mit dem Flydubai-Flug nennt Lars Castellucci Israels Regierung rechtsradikal. Außenminister Wadephul reagiert

 05.10.2026

Der Verfassungsrechtler Steffen Augsberg, Hessens Justizminister Christian Heinz (CDU), der hessische Antisemitismusbeauftragte Uwe Becker und Zentralratspräsident Josef Schuster (v.l.)

Gutachten

Hessischer Gesetzentwurf zur Leugnung des Existenzrechts Israels verfassungskonform

Hessens Justizminister Christian Heinz: »Wir brauchen dringend eine gesetzliche Regelung.« Zentralratspräsident Josef Schuster: Die Politik steht in der Pflicht, dem Antisemitismus in seinem neuen Gewand Einhalt zu gebieten

 05.10.2026

7. Oktober

Rotes Rathaus zeigt Ausstellung zum Hamas-Überfall auf Israel

Der Überfall der Terrororganisation Hamas hat überall in Israel Spuren hinterlassen. Eine neue Berliner Ausstellung beleuchtet die Erfahrungen von Sportlern und Fans rund um den 7. Oktober 2023

 05.10.2026

Recht

Gute Absicht, falsche Umsetzung

Daniel Botmann, Geschäftsführer des Zentralrats der Juden, kritisiert den hessischen Vorschlag für eine Strafbarmachung der Leugnung des Existenzrechts Israels. Er hat aber einen Alternativvorschlag

 05.10.2026

Studie

»Neue antisemitische Normalität«: 7. Oktober für Juden in Deutschland biografische Zäsur

Eine wissenschaftliche Untersuchung zeigt, wie der Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 das Leben von Jüdinnen und Juden in Deutschland verändert hat. Die Befragten berichten von einer »neuen antisemitischen Normalität«, wachsendem Misstrauen und Ausgrenzung

 05.10.2026

Der Verfassungsrechtler Steffen Augsberg, Hessens Justizminister Christian Heinz (CDU), der hessische Antisemitismusbeauftragte Uwe Becker und Zentralratspräsident Josef Schuster (v.l.)

Initiative

Hessen dringt auf Strafen für Leugnung des Existenzrechts Israels

Die hessische Landesregierung dringt darauf, dass ihr Vorschlag zur Strafbarkeit israelfeindlicher Äußerungen umgesetzt wird. Die Bundesregierung bleibt aber skeptisch. Auch der Zentralrat der Juden ist nicht restlos überzeugt

 05.10.2026

Josef Schuster

Berlin

Zentralrat: Linke muss Mitglieder bei Antisemitismus ausschließen

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, äußert klare Erwartungen an die Linkspartei in Bezug auf den innerparteilichen Kampf gegen Judenhass

 05.10.2026

Magdeburg

BSW: Wählen den AfD-Kandidaten zum Landtagspräsidenten

Am Dienstag kommt der neu gewählte Landtag von Sachsen-Anhalt erstmals zusammen. Die AfD hat die Zusage des BSW für die nötigen Stimmen

 05.10.2026

Berlin

Parteien in der Hauptstadt bereiten sich auf drittes Vorgespräch vor

Nach der Abgeordnetenhauswahl setzen Linke, Grüne und SPD auf ein drittes Vorgespräch. Details bleiben geheim – und keiner weiß, wo das Ganze hinführt

 05.10.2026