Sergey Lagodinsky

Israel ist für mich eine Prüfung

Sergey Lagodinsky Foto: Michael Thaidigsmann

Sergey Lagodinsky

Israel ist für mich eine Prüfung

Anlässlich des 60. Jahrestages der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und Deutschland reflektiert der Europaabgeordnete sein ganz persönliches Verhältnis zum jüdischen Staat

von Sergey Lagodinsky  12.05.2025 14:48 Uhr

Für manche ist Israel eine Verheißung, für andere eine Versicherung. Für mich ist Israel eine Prüfung. Was heißt es, im Schatten der Schoa und ständiger Bedrohung zu überleben – und dabei Demokratie bleiben zu wollen? Mit vielen Feinden, vielen Waffen und einem Anspruch auf humanitäre Standards, der immer wieder scheitert. Wie besteht ein Land so eine Prüfung?

Und wie bestehen wir sie in unserer Beziehung zu diesem Land: Wie viel Vergangenheit erträgt eine Gegenwart? Wie viel Gegenwart verträgt das Erinnern? Wie universell sind Lehren, wenn schon das historische Verbrechen nicht universell war? Dazu kommen Hightech-Kooperation, familiäre Verbindungen, der normale Alltag – und der harte Vorwurf aus dem Ausland, wir würden mit dieser Beziehung moralisch versagen.

In den Seelen, die nicht resignieren, lebt diese Beziehung weiter.

Ja, diese Beziehung ist ein intellektueller Drahtseilakt – und für viele, wie mich, ein seelischer. Wo bleibt Raum für Normalität? Für Dankbarkeit, Freundschaft?

Unsere Mission: genau diesen Raum zu schaffen und zu verteidigen. Trotz allem. Viel Raum bleibt nicht zwischen platten Israel-Bekenntnissen aus unseren Gemeinden, die an schlechte sowjetische Schulfeste erinnern, und aggressiven Straßenzügen mit der Forderung »From the River to the Sea«, die Pogromstimmung wecken. Irgendwo dazwischen, in den Seelen, die nicht resignieren, lebt diese Beziehung weiter. Keine einfache Aufgabe. Unsere Aufgabe. Happy Birthday, Freundschaft!

Der Autor ist Grünen-Politiker und Abgeordneter des Europäischen Parlaments.

Berlin

Söder warnt SPD und Grüne vor Koalition mit Linkspartei

Nach der Wahl in Berlin mit dem Sieg der Linkspartei ist noch immer unklar, wer künftig regieren wird. Der CSU-Chef hat eine klare Erwartung für den Umgang mit dem Wahlsieger

 25.09.2026

Kassel/Heidenau

Stadt stoppt Stolpersteine – Künstler: War zu erwarten

Der Stadtrat von Heidenau bei Dresden lässt keine neuen Stolpersteine im Straßenraum zu. Der Initiator der Gedenksteine, Gunter Demnig, warnt vor Unsichtbarkeit der NS-Opfer und will weitermachen

 25.09.2026

Berlin

Schuster: Seit Hamas-Angriff kaum Kontakte zu muslimischen Verbänden

Er hat muslimische Freunde. Doch offizielle Beziehungen zwischen der jüdischen Gemeinde und muslimischen Verbänden gibt es kaum noch. Der Zentralratspräsident kritisiert dies und hofft auf Besserung

 25.09.2026

USA

Rennpferd muss wegen Hitler-Bezug umbenannt werden

Der Jockey Club erhält eine formale Beschwerde, woraufhin der Name des Tieres verboten wird. Wie hieß das Pferd? Und wie heißt es jetzt?

 25.09.2026

New York

Susan Sarandon bei Demo gegen Israel festgenommen

Zwei Proteste gegen Israel fanden während der Rede von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vor der UNO statt. Bei einer davon wurde zum Mord an ihm aufgerufen

 25.09.2026

New York

Netanjahu vor der UNO: »Israel hat keinen anderen Weg als zu gewinnen«

Der israelische Ministerpräsident spricht über Iran, Katar, die Türkei. Er konfrontiert Kritiker seines Landes, inklusive Bürgermeister Zohran Mamdani

 25.09.2026

Berlin

Berliner Linken-Chefin: »sehr überrascht« über Kritik

Seit der Berlin-Wahl am Sonntag wird bundesweit heftig über Antisemitismus bei der Linkspartei diskutiert. Sieht die Landesvorsitzende Kerstin Wolter ein strukturelles Problem in ihrer Partei?

 25.09.2026

Nach der Wahl

Berliner SPD will mit Linken und CDU sondieren

Die Sozialdemokraten wollen mit dem Wahlsieger Linke und der CDU über eine mögliche Regierungsbildung sprechen. Parteichef Krach nennt eine »rote Linie«

 25.09.2026

New York

Berichte: Iran legt Sieben-Tage-Plan zur Beendigung des Kriegs vor

Die USA und der Iran verhandeln mit Hilfe von Vermittlern über die Zukunft der Straße von Hormus. Nun will die iranische Seite einen Vorschlag ins Spiel gebracht haben

 25.09.2026