Brüssel

»Israel ist ein Gewinn für Europa«

Gideon Sa’ar in Brüssel Foto: picture alliance / Anadolu

Bei einem Treffen mit Vertretern der EU hat der israelische Außenminister Gideon Sa’ar das Vorgehen seiner Regierung verteidigt. »Wir haben immer ein offenes Ohr und sind offen für den Dialog, aber niemand wird uns zwingen, unser Volk zu gefährden«, sagte er in Brüssel. »Wir können es nicht dem Risiko der Auslöschung aussetzen.«

Israel sei ein Gewinn für Europa, strategisch, wirtschaftlich, technologisch und im Bereich der Energie. Außerdem leiste das Land einen direkten Beitrag zur Sicherheit Europas in den Bereichen Aufklärung, Terrorismusprävention und Sicherheitskooperation.

Erstmals seit Oktober 2022 haben sich Vertreter der Europäischen Union und Israels zu dem sogenannten Assoziationsrat in Brüssel getroffen. Den Vorsitz des Treffens führten Sa’ar und die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas. Auch die Vizepräsidentin der EU-Kommission, Dubravka Suica, sowie Vertreter der EU-Mitgliedstaaten nahmen teil.

Zukunft des Gazastreifens

Sa’ar bekräftigte die Forderung nach einer vollständigen Entmilitarisierung des Küstenstreifens. Terrororganisationen wie die Hamas und der Islamische Dschihad dürften dort nicht mehr herrschen. Dies könne entweder mit einer diplomatischen Lösung oder einer Wiederaufnahme des Kriegs erreicht werden.

Lesen Sie auch

Auf Hebräisch sagte er, die Palästinensische Autonomiebehörde könne die notwendigen Prozesse der Deradikalisierung im Gazastreifen nicht anführen, weil sie selbst Hetze gegen Israel fortsetze.

Die EU-Außenbeauftragte betonte, dass Palästinenser im Gazastreifen leben können müssten. »Wir unterstützen die Palästinensische Behörde und ihre Rückkehr in den Gazastreifen«, sagte sie. »Wir unterstützen die Rückkehr aller vertriebenen Palästinenser, für die der Gazastreifen ihre Heimat ist.«

Im Gazastreifen leben 2,3 Millionen Araber. Die aus der Terrororganisation Hamas und der Autonomiebehörde bestehende Palästinenserführung und das Palästinenserhilfswerk UNRWA bezeichnen sie als Flüchtlinge. Letzterer Organisation wird in Israel vorgeworfen, von der Hamas unterwandert zu sein und den Flüchtlingsstatus der Palästinenser realitätswidrig nicht aufheben zu wollen. dpa/ja

Exklusiv

Causa Georg Restle: Jetzt meldet sich WDR-Chefredakteurin Ellen Ehni zu Wort

Felix Schotland, Mitglied im WDR-Rundfunkrat und im Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln, beschwerte sich über einen X-Post des Journalisten Georg Restle. Nun bekam er eine Antwort

von Michael Thaidigsmann  13.08.2026

Florida

»Es geht um uns gegen den Juden«: Antisemitische Hetze im Wahlkampf

»Unsere Regierung ist nichts anderes als ein Werkzeug für jüdische Vorherrschaft«, schreibt der republikanische Vorwahl-Kandidat und Influencer Dan Bilzerian

 13.08.2026

Nahost

Ex-Botschafter Seibert fordert »klare europäische Position« zu Israel

Bis vor kurzem war er das Gesicht deutscher Diplomatie in Israel: Steffen Seibert. In einem Interview äußert er sich zu Grenzen der Staatsräson, Siedlungen, dem Terror der Hamas und gegen Boykotte

 13.08.2026

Geburtstag

Romani Rose wird 80: »Nie vergessen, zu welcher Unmenschlichkeit Menschen fähig sind«

Romani Rose kämpft gegen Vorurteile und Ausgrenzung. Der Minderheitenschutz ist für ihn eine tragende Säule der Demokratie. Nun wird der Heidelberger Bürgerrechtler 80 Jahre alt - und will weiter mitmischen

von Volker Hasenauer  13.08.2026

Meinungsfreiheit

Wenn Juden plötzlich Nazis sein sollen

Ein Gericht erklärt die Gleichsetzung von Hakenkreuz und Davidstern für zulässig. Kritiker sind irritiert

von Michael Thaidigsmann  13.08.2026

Sachsen-Anhalt

Polizeirabbiner vor der Wahl: Erstarken der AfD bereitet Sorgen         

Mehr Begegnung zwischen Juden und Nicht-Juden - das wünschen sich Deutschlands Polizeirabbiner. Sie bilden Polizeianwärter hierzulande fort und vermitteln jüdische Kultur. Seit fünf Jahren gibt es sie

von Nina Schmedding  13.08.2026

Hamburg

Haftbefehl gegen AfD-Politiker wegen offener Böhmermann-Kosten

Maximilian Krah bezeichnete den Satiriker als »einen Widerling« und erklärte, er zahle deshalb »nur widerwillig«

 13.08.2026

Hamburg

Gericht erklärt Kritik an Claim für zulässig: Journalist darf NGO »unsaubere« Zahlen vorwerfen

Der Investigativjournalist Sascha Adamek darf der Organisation vorwerfen, bei der Erfassung antimuslimischer Vorfälle mit »unsauber« erhobenen Zahlen gearbeitet zu haben. Die Hintergründe

 13.08.2026

Meinung

AfD als Sicherheitsrisiko

Es ist die Pflicht jedes Einzelnen, unsere Verfassung zu verteidigen und ein Überprüfungsverfahren anzustrengen. Verbieten kann nur unser freiheitlich-demokratischer Rechtsstaat

von Roderich Kiesewetter  13.08.2026