Düsseldorf

Islamistischer Schüler wegen zweifachem Messerangriff verurteilt

Das Oberlandesgericht Düsseldorf Foto: picture alliance / Jochen Tack

Ein Essener Schüler ist als islamistischer Messerangreifer zu neun Jahren Jugendhaft verurteilt worden. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht verurteilte ihn wegen zweifachen versuchten Mordes, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte. Der zur Tatzeit 17-Jährige hatte vor einem Jahr seine Klassenlehrerin an einem Berufskolleg und einen Obdachlosen mit einem Messer angegriffen und lebensgefährlich verletzt.

Die Frau erlitt lebensgefährliche Verletzungen im Brustbereich. Anschließend habe sich der Schüler nach Angaben des Gerichts zur Alten Synagoge in Essen begeben, um dort möglichst viele Juden zu töten. Nachdem ihm der Zutritt zur Synagoge verweigert worden sei, habe er aus Wut an einer nahegelegenen Bushaltestelle einem Obdachlosen ein Messer in den oberen Rücken bis in die Lunge gerammt. Auch der Mann erlitt lebensgefährliche Verletzungen.

Nach Angaben des Gerichts hatte der Angeklagte aus dem Kosovo über das Internet eine radikalislamische Einstellung entwickelt. Als Auslöser für die Tat habe er angegeben, seine Lehrerin habe den Propheten Mohammed beleidigt. Zudem habe er geplant, sich anschließend von Polizisten erschießen zu lassen.

Strafforderung der Bundesanwaltschaft

Der Senat ordnete die Unterbringung in einer sozialtherapeutischen Einrichtung an und behielt sich die Sicherungsverwahrung vor, weil von dem inzwischen 18-Jährigen weitere schwere Straftaten zu erwarten seien. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Prozess fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Lesen Sie auch

Mit dem Urteil folgte das Gericht der Strafforderung der Bundesanwaltschaft und blieb dabei ein Jahr unter der Jugendhöchststrafe von zehn Jahren. Der Verteidiger hatte sechseinhalb Jahre Haft beantragt.

Der Angeklagte wurde außerdem wegen vorsätzlicher Körperverletzung sowie wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte in Tateinheit mit Nötigung verurteilt. In die Jugendstrafe wurde ein früheres Urteil des Amtsgerichts Essen einbezogen.

Schuss ins Gesicht

Zunächst habe er am Tattag, dem 5. September 2025, den Hausmeister einer Grundschule angegriffen, an der er Sozialstunden abgeleistet hatte. Tags zuvor habe der Hausmeister ihn wegen einer zu langen Pause gemaßregelt. Der Schüler habe ihm mit der Faust in Richtung seines Kopfes geschlagen, aber seine Schulter getroffen. Dabei habe es sich aber nicht wie angeklagt um einen Mordversuch gehandelt.

Weil er als Märtyrer sterben und von der Polizei erschossen werden wollte, habe er nach den Taten in einem Park in der Nähe des Essener Hauptbahnhofs absichtlich ein Messer gezogen, als ihn die Polizei stellte und aufforderte, sich nicht zu bewegen. Ein Polizist habe ihm daraufhin mit einer Maschinenpistole ins Gesicht geschossen, um ihn zu stoppen. Er musste operiert und auf einer Intensivstation behandelt werden.

Eine Auswertung von Datenträgern hatte nach der Tat Hinweise auf Islamismus als Tatmotiv ergeben. Der Jugendliche soll entsprechende Videos angefertigt haben. Eine Woche nach den Attacken hatte die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. dpa

Solidarität

LED-Truck gegen Judenhass in fünf deutschen Städten

Mit einer bundesweiten Aktion wollen die »Christen an der Seite Israels« rund um den Jahrestag des Hamas-Massakers vom 7. Oktober auf Antisemitismus aufmerksam machen

 23.09.2026

Berlin

SPD-Fraktionschef Raed Saleh tritt nicht wieder an

Nach 15 Jahren an der Spitze zieht der Spandauer die Konsequenzen aus dem historisch schlechten Wahlergebnis: Er will nicht erneut für den Vorsitz seiner Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus kandidieren

 23.09.2026

UNO-Vollversammlung

Netanjahus UN-Besuch: Proteste von Regierungskritikern und Israelfeinden erwartet

Mehrere Gruppen wollen auf die Straße gehen, wenn der israelische Ministerpräsident am Donnerstag in New York eintrifft

 23.09.2026

New York

Trump droht Iran mit »Auslöschung«

Die Unterredungen seien »sehr gut« verlaufen, sagt US-Präsident Trump. Kurz darauf schlägt er schärfere Töne an

 23.09.2026

Berlin

Josef Schuster: Nachträgliche Distanzierungen sind völlig unglaubwürdig

Ankündigungen der Linken-Parteispitze in Zusammenhang mit Judenhass in den eigenen Reihen bezeichnet der Präsident des Zentralrates der Juden als »reine Lippenbekenntnisse«

 23.09.2026

Reaktion

»Juden können sich in Berlin nicht mehr sicher fühlen, wenn Elif Eralp gewählt wird«

Bundesbildungsministerin Karin Prien warnt SPD und Grüne vor Regierung mit Linken

 23.09.2026

New York

Trump ruft Staaten zu Austritt aus Strafgerichtshof auf

Die USA erkennen den IStGH nicht an, der unter anderem gegen Israels Ministerpräsidenten Netanjahu einen Haftbefehl erlassen hat. Jetzt legt der amerikanische Präsident nach

 23.09.2026

Sachsen-Anhalt

Machtpoker in Magdeburg - BSW als Zünglein an der Waage

Nach der Wahl von vor zweieinhalb Wochen tasten sich AfD und BSW bei Gesprächen langsam vor. Ein Patt im Landtag könnte die Regierungsbildung jedoch zur Zitterpartie machen. Und das ist nicht die einzige Hürde

von Christopher Kissmann  23.09.2026

Berlin

SPD setzt Linken Stoppsignal: Antisemitismus nicht mit uns

Die Linke in der Hauptstadt möchte mit SPD und Grünen zusammen regieren. Aber sie steht wegen mehrerer Vorfälle in der Kritik. Die SPD-Bundesspitze schaltet sich nun ein und macht eine klare Ansage

 23.09.2026