Teheran

Iran vollstreckt weiteres Todesurteil nach Protesten

Foto: picture alliance / Middle East Images

Inmitten einer Welle von Hinrichtungen hat Irans Justiz ein weiteres Todesurteil im Zusammenhang mit den Massenprotesten Anfang Januar vollstreckt. Ein Mann sei im Morgengrauen hingerichtet worden, berichtete die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan. Ihm wurde demnach vorgeworfen, bei den Aufständen eine Moschee im Teheraner Stadtteil Gholhak in Brand gesetzt zu haben.

Bereits am Montag wurden zwei Männer exekutiert. Die Justiz warf ihnen vor, für den israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad spioniert zu haben. Menschenrechtler sprachen hingegen von politischen Gefangenen, die den oppositionellen Volksmudschahedin angehört haben sollen. Die Organisation Iran Human Rights verurteilte die Hinrichtungen scharf.

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Menschenrechtsgruppen kritisieren seit Jahren die rigorose Anwendung der Todesstrafe im Iran und werfen den Behörden vor, Hinrichtungen auch als Mittel der Einschüchterung zu nutzen.

Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der Organisation Iran Human Rights (IHRNGO) mindestens 1639 Menschen hingerichtet, so viele wie seit 35 Jahren nicht mehr. Andere Angaben gehen weit darüber hinaus. Mindestens neun Menschen wurden im Zusammenhang mit den jüngsten Protesten hingerichtet. Irans Sicherheitsapparat hatte die Massenproteste Anfang des Jahres brutal niedergeschlagen. dpa/ja

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