Todesurteil

Iran richtet angeblichen Mossad-Spion hin

Gegner des Mullah-Regimes protestieren in Berlin gegen die Todesstrafe (Archivbild) Foto: IMAGO/Future Image

Der Iran hat abermals einen angeblichen Spion des israelischen Geheimdienstes hingerichtet. Nach Angaben des Justizportals Misan wurde das Todesurteil heute Morgen vollstreckt. Er sei vom Mossad im Netz angeworben worden und habe Informationen im Iran gesammelt, hieß es in dem Bericht. Demnach übermittelte er auch Fotos und Videos an den Erzfeind der iranischen Staatsführung. Wo er hingerichtet wurde, war zunächst unklar.

Israel hatte im Juni zwölf Tage lang Krieg gegen den Iran geführt und gemeinsam mit den USA zentrale Atomanlagen bombardiert. Irans Justiz klagte nach dem Krieg viele Männer wegen angeblicher Spionage für Israel an oder verurteilte sie bereits zum Tode. Mindestens zehn Menschen wurden in diesem Zusammenhang bereits exekutiert. Der Grundkonflikt der Erzfeinde besteht trotz Waffenruhe fort – eine diplomatische Lösung ist nicht in Sicht. 

Menschenrechtsgruppen kritisieren seit Langem den massiven Einsatz der Todesstrafe im Iran und werfen den Behörden vor, Hinrichtungen vor allem als Mittel der Einschüchterung zu nutzen. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben des Menschenrechtsnetzwerks mehr als 2.000 Menschen hingerichtet – so viele wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Andere iranische Aktivisten beziffern die Zahl der Hinrichtungen im Jahr 2025 auf mehr als 1.500. dpa

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