Nahost

Im Kriegsfall: Vergeltungsschläge des Iran über Stellvertreter erwartet

Hisbollah-Terroristen in Beirut Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Sollten die USA unter Präsident Donald Trump umfassende Militärschläge gegen den Iran anordnen, könnte Teheran nach Einschätzung westlicher Sicherheitskreise auf ein Netzwerk verbündeter Terrorgruppen zurückgreifen, um Vergeltung zu üben. Demnach würden US-Ziele weltweit ins Visier geraten, wobei auch Einrichtungen in Europa als potenzielle Angriffspunkte gelten. Geheimdienstlich abgefangene Kommunikationssignale deuteten auf verstärkte Aktivitäten und eine gewisse Koordinierung innerhalb dieser Strukturen hin, ohne dass konkrete Anschlagspläne bekannt geworden seien, schreibt die »New York Times«.

Experten gehen davon aus, dass Teheran asymmetrische Mittel bevorzugen würde, um die Kosten einer US-Militärkampagne in die Höhe zu treiben. So könnten etwa Angriffe auf westliche Schiffe im Roten Meer wieder aufgenommen werden oder Einrichtungen wie Militärbasen und diplomatische Vertretungen attackiert werden. Ein Analyst erklärte dem Bericht zufolge, dass die Führung in Teheran, falls sie sich existenziell bedroht fühle, vermutlich auch Anschläge außerhalb des Nahen Ostens anordnen würde.

Parallel dazu bereitet sich das US-Militär auf mögliche Eskalationen vor. Berichten zufolge wurden zusätzliche Luftabwehrsysteme und andere Schutzmaßnahmen für amerikanische Truppen in der Region angefordert. Trotz dieser Vorkehrungen gelten zivile Ziele oder weniger gesicherte Einrichtungen als schwerer zu schützen, was Sicherheitsbehörden als besonderes Risiko einschätzen. Zudem wird vor sogenannten hybriden Angriffen gewarnt, die konventionelle und nicht-konventionelle Mittel kombinieren könnten.

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In Teheran wurden die Drohungen zuletzt auch offen formuliert. Ein Abgeordneter des iranischen Parlaments erklärte, man könne im Falle eines Angriffs durch die USA auch Ziele außerhalb der Region ins Visier nehmen. Er sprach von einer »vernichtenden Antwort« und nannte unter anderem US-Stützpunkte, Kriegsschiffe sowie amerikanisches Personal als mögliche Ziele. In zugespitzter Form deutete er sogar an, dass symbolträchtige Orte in den USA selbst betroffen sein könnten.

Die Warnungen erfolgen vor dem Hintergrund diplomatischer Bemühungen und gleichzeitig massiver militärischer Aufrüstung. In den vergangenen Tagen wurden zusätzliche Kampfflugzeuge, Tankflugzeuge und andere Militärmaschinen der USA in den Nahen Osten verlegt, darunter moderne F-35-Jets.

Mehrere Zerstörer, Flugzeugträgerkampfgruppen und weitere Kriegsschiffe sind bereits im Nahen Osten stationiert, während die USA über ein Netz aus Stützpunkten mit Flugzeugen, Drohnen und Hubschraubern in mehreren Ländern der Region verfügen. im

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