Der amerikanische Botschafter in Israel, Mike Huckabee, hat erklärt, Washington und Jerusalem seien in der Iran-Politik »absolut auf einer Linie«. Klar sei: Iran dürfe sein Atom- und Raketenprogramm nicht fortsetzen. »Iran ist nicht Israels Problem, Iran ist ein Problem der ganzen Welt«, erklärte der Diplomat vor Vertretern jüdischer Organisationen in Jerusalem.
Zudem warnte Huckabee vor Aktivitäten iranischer und mit der Hisbollah verbundener Netzwerke in Teilen Südamerikas. »Ynet« und andere israelische Publikationen berichteten.
Ob die aktuellen Gespräche in Genf die Bedrohung durch Irans Nuklearprogramm, Raketenentwicklung und Unterstützung regionaler Stellvertretergruppen verringern könnten, ließ Huckabee offen. »Die Gespräche finden statt. Aber kann diese Gesprächsrunde in dieser Woche etwas hervorbringen, das Frieden bringt?«, fragte er. Es gebe erhebliche Zweifel, dass Teheran bereit sei, diese Programme aufzugeben. Zugleich betonte er, er wäre »hocherfreut«, wenn Iran dies angesichts der möglichen Konsequenzen tatsächlich täte.
Militärische Spannung
Auch der republikanische US-Senator Lindsey Graham äußerte sich zur Lage und sprach von einem engen Schulterschluss zwischen den USA und Israel. Er sagte, die Entscheidungen über das weitere Vorgehen könnten innerhalb weniger Wochen fallen. Graham bezeichnete die iranische Führung als so geschwächt wie seit der Revolution von 1979 nicht mehr und verwies auf wirtschaftliche Probleme, militärische Schwächen und anhaltende Proteste im Land.
Die US-Delegation in Genf wird von den Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner angeführt. Iran wird durch Außenminister Abbas Araghtschi und weitere Diplomaten vertreten, Oman vermittelt zwischen den Parteien. Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums erklärte, man könne vorsichtig feststellen, dass die US-Position in der Nuklearfrage »realistischer« geworden sei.
Parallel zu den diplomatischen Bemühungen verschärft sich die militärische Spannung in der Region. Die iranischen Revolutionsgarden führten ein Marine-Manöver in der Straße von Hormus durch und erklärten, man sei auf mögliche militärische Bedrohungen vorbereitet. »Wir haben die volle Kontrolle über die Straße von Hormus – an der Oberfläche, in der Luft und unter Wasser«, sagte der Marinekommandeur der Revolutionsgarden, Alireza Tangsiri, und kündigte an, man werde jedem Gegner entschlossen entgegentreten.
»Amerikanisch-zionistische Rebellion«
Medienberichten zufolge wurde der US-Flugzeugträger USS Abraham Lincoln etwa 240 Kilometer vor der Küste Omans gesichtet. Zusätzlich wird mit der USS Gerald R. Ford eine weitere Trägerkampfgruppe in die Region verlegt. Damit wären erstmals seit März 2025 wieder zwei US-Flugzeugträger gleichzeitig im Nahen Osten im Einsatz.
In Iran selbst kam es unterdessen zu neuen Protesten gegen die Führung. In der westiranischen Provinz Ilam skandierten Demonstranten »Tod Khamenei«. Teheran plant staatliche Gedenkveranstaltungen zum 40. Tag nach den tödlichen Einsätzen gegen Proteste im vergangenen Monat, die von den Behörden als Reaktion auf eine angebliche »amerikanisch-zionistische Rebellion« bezeichnet werden.