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Antisemitismus: Israelische Konsulin erhebt Vorwürfe gegen Kammerspiele

Talya Lador-Fresher, Generalkonsulin des Staates Israel für Süddeutschland, am Samstag vor dem Eingang zur Münchner Sicherheitskonferenz Foto: picture alliance/dpa

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Antisemitismus: Israelische Konsulin erhebt Vorwürfe gegen Kammerspiele

Nach einer Podiumsdiskussion über den Krieg in Gaza und angebliche Kriegsverbrechen wirft Generalkonsulin Talya Lador-Fresher dem Theater vor, antisemitische und antiisraelische Positionen zu fördern

 17.02.2026 09:52 Uhr

Die Münchner Kammerspiele geraten nach einer Podiumsdiskussion über den Gaza-Krieg und angebliche Kriegsverbrechen unter Druck. Die israelische Generalkonsulin Talya Lador-Fresher hat dem städtischen Theater vorgeworfen, antisemitische und antiisraelische Positionen zu fördern. Das Haus weist die Kritik entschieden zurück. Die »Süddeutsche Zeitung« (SZ) berichtete.

Konkret ging es um eine Veranstaltung Mitte Januar, die sich mit Vorwürfen gegen einen aus München stammenden israelischen Soldaten befasste. Ihm wird vorgeworfen, als Scharfschütze gezielt unbewaffnete Zivilisten getötet zu haben. Die Diskussion war gemeinsam mit dem Recherche-Start-up »Paper Trail Media« organisiert worden, dessen Journalisten zuvor über den Fall berichtet hatten.

In einem Statement äußerte Lador-Fresher laut SZ, sie sei »enttäuscht und frustriert«, dass in München innerhalb kurzer Zeit mehrere Veranstaltungen stattgefunden hätten, die sie als antisemitisch und antiisraelisch empfinde. Dabei seien »alle roten Linien der Kunstfreiheit überschritten« worden. Was an den Veranstaltungen konkret antisemitisch gewesen sein soll, wollte die Diplomatin allerdings nicht beantworten. Sie hoffe, dass die Verantwortlichen in den beteiligten Institutionen zur Besinnung kämen.

Dialog mit allen Beteiligten

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) erklärte dem Blatt zufolge, die Kritik werde ernst genommen. »München ist eine Stadt, in der Antisemitismus keinen Platz hat – in keiner Form und an keinem Ort«, sagte er. Die Vorwürfe würden geprüft, zugleich wolle man den Dialog mit allen Beteiligten fortsetzen. Kulturreferent Marek Wiechers stehe im Austausch mit der Generalkonsulin. Eine Rückendeckung für die Kammerspiele blieb jedoch aus.

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Das Kulturreferat erklärte nach eigener Teilnahme an der Veranstaltung, es habe dort keine antisemitischen Äußerungen gegeben. Wiechers betonte, Meinungs- und Kunstfreiheit seien zentrale Werte, die auch kontroverse Debatten schützten. Gleichzeitig müsse man antisemitischen Tendenzen entschieden entgegentreten. Zu konkreten Beanstandungen wollte das Referat jedoch keine Stellung nehmen.

Die Intendantin der Kammerspiele, Barbara Mundel, wies die Vorwürfe zurück. »Aus unserer Sicht gab es während der Veranstaltung keine antisemitischen Elemente oder Äußerungen«, sagte sie. Man wolle den Vorwurf im direkten Gespräch mit der Generalkonsulin klären. Bereits im Vorfeld hatte es Kritik an der geplanten Diskussion gegeben, unter anderem vom Antisemitismusbeauftragten der bayerischen Staatsregierung, Ludwig Spaenle. Er warnte vor einer möglichen Dämonisierung Israels und verwies auf eine »Hetzjagd« gegen die Familie des beschuldigten Soldaten.

Nach den Interventionen wurde das Podium laut SZ-Bericht umgestaltet, der Ankündigungstext geändert und die Zusammensetzung der Runde erweitert. Publikumsfragen waren nicht vorgesehen, was die Theaterleitung mit dem Wunsch nach einer konzentrierten fachlichen Diskussion begründete. Auch Paper Trail Media widersprach den Anschuldigungen. ja

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