Hidesheim

Hochschule vor Umbruch

»Mit der Autorität meines Amtes und meiner Person«: Christiane Dienel Foto: Holger Jacobs

Christiane Dienel soll nicht mehr Präsidentin der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) in Hildesheim sein. Der Senat der HAWK zog am Mittwoch seine Empfehlung für eine Wiederwahl der umstrittenen Präsidentin zurück.

Hintergrund ist der viel diskutierte Umgang der Wissenschaftlerin mit Antisemitismusvorwürfen gegen die HAWK. Dienel hatte entsprechende Hinweise, wie sie unter anderem der Zentralrat der Juden vortrug, zunächst abgewehrt und sich erst spät auf externe Aufklärung eingelassen.

Antisemitismus Zu ihrem erzwungenen Rückzug vom Präsidentenamt erklärte Dienel, sie habe »mit der Autorität meines Amtes und meiner Person« die HAWK gegen Vorwürfe in Schutz genommen. Der Kern der Kritik sei ohnehin »die Frage, inwieweit die Verwendung von israelkritischen, in Einzelfällen auch die Grenze zum Antisemitismus überschreitenden Materialien« den Vorwurf des Antisemitismus gegen ein HAWK-Seminar rechtfertige.

Die Vorgänge in der HAWK haben auch den niedersächsischen Landtag erreicht. Die oppositionelle CDU fordert, dass Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne) nun für umfangreiche Aufklärung der Vorwürfe sorgen solle. Ein noch von Dienel in Auftrag gegebenes Gutachten, das die Leiterin des Zentrums für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin, Stefanie Schüler-Springorum, erstellt, soll Mitte November der Hochschule übergeben werden. ja

Ehrung

Preis von Union progressiver Juden für Bundesministerin Prien

Sie ist die erste Bundesministerin mit jüdischen Wurzeln. Nun wird Karin Prien für ihre Verdienste für das Judentum in Deutschland geehrt. Sie empfinde die Würdigung vor allem als Auftrag, sagt sie

von Nikolas Ender  18.03.2026

Bundestag

Merz über Iran-Krieg: »Wir hätten abgeraten«

Allen Aufforderungen des US-Präsidenten an die Europäer zum Trotz bleibt Kanzler Merz in Sachen Iran-Krieg hart. Vor dem EU-Gipfel in Brüssel setzt er auf mehr europäisches Selbstbewusstsein

 18.03.2026

Suchmaschine

USA ermöglichen Recherche zu Nazis in der eigenen Familie

War der eigene Opa ein Nazi? Diese Frage kann nun über das US-Nationalarchiv beantwortet werden. Erstmals wurden die überlieferten Mitgliedskarteien der NSDAP vollständig ins Netz gestellt

von Sabina Crisan, Marc Fleischmann  18.03.2026

Interview

»Teil der iranischen Militärstrategie«

Die jüdische Gemeinschaft wird von einer weltweiten Serie von Terroranschlägen erschüttert. Der Experte Hans-Jakob Schindler erklärt, was das mit der hybriden Kriegsführung des iranischen Mullah-Regimes zu tun hat

von Ninve Ermagan  18.03.2026

Meinung

Was im Iran-Krieg bisher erreicht wurde

Israelis und Amerikaner können durchaus schon militärische Erfolge gegen den Iran vorweisen. Das Mullah-Regime wird definitiv schwächer aus diesem Konflikt herauskommen, als es hineingegangen ist

von Sima Shine  18.03.2026

Literatur

Als die Donau durch Kakanien floss

Zur Leipziger Buchmesse: Eine (jüdische) Vision für ein Europa der Regionen, Religionen und der Vielfalt

von Awi Blumenfeld  18.03.2026

Judenhass

Erneute Antisemitismus-Skandale bei der Deutschen Welle

Medienberichten zufolge haben zwei arabische Mitarbeiter des deutschen Auslandssenders in den sozialen Netzwerken Hassposts über Israel verbreitet

 18.03.2026

Meinung

Die Hertie School ist eine seltene Ausnahme

An der privaten Hochschule wurde die Studierendenvertretung für eine Pro-BDS-Resolution abgestraft. Das ist ein wichtiges Signal. Doch das Problem des Antisemitismus an deutschen Universitäten reicht viel weiter

von Ron Dekel  18.03.2026

Teheran

Irans Geheimdienst geht gegen Opposition vor

Der iranische Geheimdienst berichtet von Festnahmen. Auch Schusswaffen und Satelliten-Internetgeräte sollen sichergestellt worden sein

 18.03.2026