Teheran

Hardliner im Zentrum der Macht: Wie Ahmad Vahidi die Verhandlungen mit den USA prägte

Brigadegeneral Ahmad Vahidi Foto: picture alliance / Sipa USA

Im inneriranischen Machtgefüge zeichnet sich ein zunehmend klarer Einfluss der Revolutionsgarden auf die laufenden Gespräche mit den USA ab. Besonders im Fokus steht dabei Brigadegeneral Ahmad Vahidi, der als Kommandeur der mächtigen paramilitärischen Einheit gilt und nach Einschätzung von Beobachtern die harte Linie Teherans entscheidend mitprägt. »The Wall Street Journal« berichtete.

Vahidi wird von iranischen und arabischen Insidern als einer der zentralen Akteure beschrieben, der militärische Entscheidungen eng mit diplomatischen Verhandlungen verknüpft. So soll er zuletzt maßgeblich darauf gedrängt haben, erneut Raketen auf Israel abzufeuern – trotz Warnungen moderaterer Kräfte innerhalb der Führung, die eine Gefährdung der Gespräche mit Washington fürchteten.

Laut diesen Berichten setzte sich Vahidi im Nationalen Sicherheitsrat durch und trieb die Entscheidung für die Angriffe voran. Damit eskalierte erstmals seit einer Waffenruhe im April erneut der direkte Schlagabtausch zwischen Iran und Israel.

Einfluss auf Verhandlungen

Der Kommandeur gilt inzwischen als eine der einflussreichsten Figuren im iranischen Machtapparat, insbesondere im Kontext der indirekten Gespräche mit den USA. Vermittler beschreiben ihn als Hardliner, der einen Deal nur dann akzeptieren würde, wenn Teherans zentrale Forderungen erfüllt werden. Vahidi wird als stärkste Stimme jener Kräfte beschrieben, die eine Einigung verzögern wollten, um bessere Bedingungen zu erzwingen.

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Innerhalb der iranischen Führung soll es wiederholt zu Konflikten zwischen den Revolutionsgarden und dem Außenministerium gekommen sein. Während Präsident Massud Peseschkian und Außenminister Abbas Araghtschi auf schnelle Entspannung und wirtschaftliche Entlastung drängen, verfolgen die Revolutionsgarden eine deutlich konfrontativere Linie.

Mehrere regionale und europäische Quellen berichten, Vahidi habe sich in diesen Auseinandersetzungen regelmäßig durchgesetzt. Seine Position sei, dass nur militärische Stärke und Abschreckung die Verhandlungsposition Irans verbessern könnten. Zudem soll er darauf gedrängt haben, militärische Kapazitäten – insbesondere das Raketenarsenal – abzusichern und eingefrorene Auslandsgelder auch für Verteidigungszwecke nutzbar zu machen.

Militärische Rolle und Karriere

Vahidi gehört dem »Wall Street Journal«-Bericht zufolge seit Jahrzehnten zum innersten Kreis der iranischen Sicherheitsstrukturen. Nach der Islamischen Revolution stieg er früh in den Revolutionsgarden auf und übernahm bereits in jungen Jahren Führungsaufgaben im Geheimdienstbereich der Organisation. Später war er auch an der Entwicklung der Quds-Einheit beteiligt, die für Auslandseinsätze zuständig ist.

Im Verlauf seiner Karriere bekleidete er verschiedene Schlüsselpositionen, darunter auch das Amt des Verteidigungs- und Innenministers. Besonders in diesen Rollen war er laut US-Behörden an zentralen Entscheidungen über Rüstungsprogramme beteiligt.

International gilt Vahidi auch aus einem anderen Grund als gefährlich: Argentinien wirft ihm eine Beteiligung an dem Anschlag auf das Gemeindezentrum der Asociación Mutual Israelita Argentina (AMIA) in Buenos Aires im Jahr 1994 vor, bei dem 85 Menschen ermordet wurden. im

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