Verschwörungsmythen

Hamas-nahe NGO gibt Propaganda-Seminare für Wikipedia

Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Euro-Med Human Rights Monitor, eine international aktive Organisation mit Verbindungen zur palästinensischen Terrororganisation Hamas, bildet im Gazastreifen gezielt junge Palästinenser darin aus, Inhalte zu Israel und dem Krieg im Gazastreifen auf Wikipedia zu verfassen und zu bearbeiten.

Das Programm mit dem Namen »WikiRights« existiert seit 2015 und richtet sich laut »The Jerusalem Post« in seiner aktuellen Runde an zwölf Teilnehmer, die darin geschult werden sollen »die Geschichten der Genozid-Opfer in Gaza zu zeigen und sicherzustellen, dass ihre Stimmen gehört werden«, wie Euro-Med Human Rights Monitor selbst schreibt.

Nach Angaben der Organisation sollen die Teilnehmer lernen, Artikel zu erstellen, zu erweitern und zu aktualisieren – in arabischer und englischer Sprache. Ziel sei es, angebliche Wissenslücken zu Menschenrechtsverletzungen zu schließen. Offenbar geht es jedoch darum, Behauptungen und Vorwürfe gegen Israel und dessen Vorgehen gegen die Hamas im Gazastreifen als Tatsachen zu verbreiten.

In der aktuellen Projektphase liegt der Schwerpunkt laut Eigendarstellung auf Vorwürfen eines angeblichen von Israel begangenen Völkermords im Gazastreifen. Nach Abschluss der Schulung sollen die Teilnehmer »dokumentationsbasierte Beiträge« verfassen.

Lesen Sie auch

Vertreter der Organisation erklärten laut »The Jerusalem Post«, man wolle junge Menschen befähigen, »Fakten« zu teilen, da digitale Plattformen die Dimension des Geschehens angeblich nicht ausreichend abbildeten. Wörtlich hieß es, man wolle Opfer »von bloßen Zahlen zu Erzählern ihrer eigenen Geschichte machen«.

Die Gruppe steht jedoch seit Jahren wegen gut dokumentierter Verbindungen zur Hamas in der Kritik. Ramy Abdu, Gründer von Euro-Med Human Rights Monitor, traf sich etwa mehrfach mit Hamas-Vertretern, darunter Ismail Haniyeh, den Chef des Politbüros der Hamas. Abdu saß außerdem auf einer Podiumsdiskussion zur Hamas neben Osama Hamdan, einem der bekanntesten Sprecher der Terrororganisaiton.

Israel hatte schon 2013 gegen einzelne Akteure der NGO Sanktionen verhängt. Kritiker werfen der Organisation vor, regelmäßig Begriffe wie »Apartheid«, »ethnische Säuberung« oder »Völkermord« in Zusammenhang mit Israel zu verbreiten und somit Verschwörungserzählungen zu befördern. Mitarbeiter sollen öffentlich Sympathien für die Hamas geäußert haben. im

Kiev

Israelischer Unternehmer klagt gegen Selenskyj

Timur Mindich reicht Klage gegen ein Präsidialdekret ein, mit dem persönliche Sanktionen gegen ihn verhängt worden waren

 21.05.2026

Sachsen-Anhalt

Szenario: Gegängelte Bildung, mehr rechte Gewalt mit AfD-Regierung

Laut Umfragen könnte die AfD im September in Sachsen-Anhalt an die Regierung kommen. Was das für Auswirkungen hätte, hat die Amadeu Antonio Stiftung skizziert

von Lukas Philippi  21.05.2026

Meinung

Iranischer Staatsterror: Zeit zu handeln, Herr Bundeskanzler!

Die Islamische Revolutionsgarde des Iran wollte den Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft zufolge Josef Schuster und Volker Beck ermorden lassen. Das darf nicht ohne Konsequenzen bleiben

von Michael Thaidigsmann  21.05.2026

Berlin

Zentralrat der Juden distanziert sich von Itamar Ben-Gvir

Ein Video des rechtsextremen israelischen Ministers sorgt weltweit für Empörung. Auch die Vertretung der Juden in Deutschland äußert sich

 21.05.2026

Hamburg

Teheraner Regime soll Ermordung von Josef Schuster geplant haben

Das iranische Mord-Komplott richtete sich auch gegen den Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck

 21.05.2026 Aktualisiert

Berlin

Zentralrat startet Initiative gegen Antisemitismus im Fußball

Slogans wie »Aus Liebe zum Spiel. Gegen Antisemitismus« sowie »Mitfiebern. Gegen Antisemitismus« sollen zum DFB-Pokalfinale auf digitalen Werbetafeln zu sehen sein

 21.05.2026

Tacheles-Preis

»Ihr prägt den Journalismus. Ihr prägt unser Land«

WELT-Chefredakteur Helge Fuhst hielt die Laudatio auf die Jüdische Allgemeine. Eine Dokumentation

von Helge Fuhst  21.05.2026

Nahost

Strategische Oberhand

War der Krieg gegen das iranische Regime ein Fehlschlag? Eine Analyse

von Michael Wolffsohn  21.05.2026

Dokumentation

»Mehr Mut zu unbequemen Wahrheiten!«

Die Jüdische Allgemeine ist mit dem Tacheles-Preis ausgezeichnet worden. Hier dokumentieren wir die Dankesrede von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

von Philipp Peyman Engel  21.05.2026