Meinung

Gute Rückreise aus Teheran!

Maram Stern, Geschäftsführer des Jüdischen Weltkongresses (WJC) Foto: Marco Limberg

Das iranische Regime kennt weder Skrupel noch Grenzen. Die Zahl der Hinrichtungen hat jüngst wieder einen Höchststand erreicht. Um gehängt oder gesteinigt zu werden, genügen im Iran »Gotteslästerung« oder Homosexualität. So gewalttätig dieses Regime nach innen gegenüber seinem eigenen Volk ist, so aggressiv tritt es auch nach außen auf. Israel droht es seit Langem offen mit Vernichtung, und es versorgt die Feinde des jüdischen Staates seit vielen Jahren mit Waffen und Geld für einen Terrorkrieg.

Die Liste derer, die sich gegenüber der iranischen Führung den Mund fusslig geredet und auf Verbesserungen in Menschenrechtsfragen gedrängt haben, ist ellenlang. Gleiches gilt für das Atomprogramm. Bei UN-Konferenzen und auf internationalem Parkett hat der Iran mittlerweile eine Meisterschaft darin entwickelt, Zeit zu schinden. Dass am Ende nichts dabei herauskommt, ist vom Regime gewollt.

Frieden Seit Jahren beißen sich hochkarätige Diplomaten die Zähne am Ayatollah-Regime aus. Als etwa im Jahr 2009 der Friedensnobelpreisträger Mohammed el-Baradei die UN-Atomenergiebehörde verließ, hatte der Iran sein Atomprogramm nicht etwa gestoppt, sondern massiv ausgebaut – auch el-Baradei war gescheitert. Das Regime muss die Folgen seines Handelns zu spüren bekommen, damit die Einsicht greift. Das Einzige, was in Teheran verstanden wird, ist die gemeinsame Demonstration der Stärke all jener, die den Frieden in der Welt schützen wollen.

Nun sind drei Bundestagsabgeordnete von CDU, SPD und FDP in Teheran unterwegs, am heutigen Donnerstag wollen sie zurückkehren. Sie wollten mit den Iranern über Kultur, das Goethe-Institut und das Deutsche Archäologische Institut reden. Als ob sonst nichts wäre! Wie naiv kann man sein? Was soll man dazu überhaupt noch sagen? Was soll diese Reise bewirken, außer dass das iranische Regime den Besuch auch noch propagandistisch ausschlachtet?

Drei weiße Tauben auf großer Friedensmission? Drei deutsche Parlamentarier besichtigen historische Ausgrabungsstätten, während zeitgleich nicht weit davon entfernt Regimegegner verscharrt werden? Ich kann den Abgeordneten nur eines wünschen: Gesunde Wiederkehr!

Der Autor ist Vizepräsident des Jüdischen Weltkongresses.

Berlin

Jüdische Kulturtage müssen Hauptausstellung absagen

Wegen einer Finanzierungslücke fällt die Ausstellung aus. Die Jüdische Gemeinde kritisiert die Förderentscheidung des Senats

 12.10.2026

Mitglieder der JSUD vor dem Eingang zum Synagogenhof der Jüdischen Gemeinde Halle

Sachsen-Anhalt

So instrumentalisiert die AfD den Eklat von Halle

AfD-Rechtsaußen Hans-Thomas Tillschneider geriert sich als Opfer »fanatisierter Studenten«. Eine Einordnung

von André Anchuelo  12.10.2026

Hintergrund

Katharina von Schnurbein wird neue Antisemitismusbeauftragte

Die EU-Antisemitismusbeauftragte wechselt von Brüssel nach Berlin und folgt auf Felix Klein. Ein Porträt

von Michael Thaidigsmann  12.10.2026

Berlin

Merz fordert SPD und Grüne auf, nicht mit Linken zu koalieren

Gibt es in Berlin eine rot-rot-grüne Koalition? Der Kanzler appelliert an SPD und Grüne

 12.10.2026

Kommentar

Vereint unter dem Dach eines Rechtsextremen

Der Verleger Jürgen Elsässer hat die Fraktionen von AfD und BSW für ein Kennenlernen in sein Magdeburger TV-Studio eingeladen. Dabei soll es auch um eine strategische Zusammenarbeit gegangen sein

von Ralf Fischer  12.10.2026

Berlin

120 Linke kritisieren Antisemitismus-Papier

Linke, Grüne und SPD haben sich vor dem Beginn von Sondierungsgesprächen zum Vorgehen gegen Antisemitismus verständigt. Daran gibt es aus der Linke nun deutliche Kritik

 12.10.2026

Kommentar

Die Linke hat ihren eigenen Antisemitismus nicht verstanden

Nein, wir sind natürlich keine Antisemiten, schallt es aus der Linken, wir kritisieren nur die israelische Regierung! Diese Formel wird immer wieder als Rechtfertigung herausgeholt

von Frank Schmiechen  12.10.2026

Washington D.C.

21 US-Soldaten im Iran-Krieg gestorben

Die meisten US-Amerikaner sind nicht vom Krieg im Iran überzeugt. Eine Anpassung der Todeszahlen könnte den Unmut noch vergrößern

 12.10.2026

Kommentar

Mit schwerem Koffer zurück aus Berlin

Wie ein deutscher Holocaust-Überlebender auf die sich abzeichnende Koalition von SPD und Grünen mit Antisemiten, Terror-Relativierern und anderen Genozid-Schreiern blickt

von Roman Haller  11.10.2026