Staatsangehörigkeitsrecht

Großzügigere Regelung angestrebt

Nachfahren von NS-Opfern können die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen. Foto: imago/Priller&Maug

Staatsangehörigkeitsrecht

Großzügigere Regelung angestrebt

Betroffene müssen nachweisen, dass ihre Vorfahren zwischen 1933 und 1945 in Deutschland verfolgt wurden

 01.10.2020 15:55 Uhr

Die erleichterte Einbürgerung der Nachfahren von Verfolgten der Nazizeit soll per Gesetz geregelt werden. Damit wird ein rechtlicher Anspruch geschaffen.

Dafür hatten sich die Verbände der Betroffenen ausgesprochen. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag erfuhr, plädiert das für Staatsangehörigkeitsrecht zuständige Bundesinnenministerium außerdem für eine großzügigere Regelung.

Einbürgerung Die geplante Gesetzesänderung sorgt dafür, dass Eltern und ihre Kinder auch dann von der unkomplizierten Einbürgerung profitieren, wenn beide nach dem 31. Dezember 1999 im Ausland geboren wurden. »Mit der gesetzlichen Ausgestaltung wollen wir den Wiedergutmachungsregelungen das gebotene Gewicht verleihen«, erklärte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) das Vorhaben.

Sein Ministerium hatte vor gut einem Jahr zwei Erlasse in Kraft gesetzt, um die Ansprüche von Menschen, deren Eltern oder Großeltern ins Ausland geflüchtet waren, zu regeln.

In diesen Erlassen, die bis heute gelten, ist der sogenannte Generationenschnitt noch enthalten. Er sieht vor, dass eine erleichterte Einbürgerung, die aus dem Ausland betrieben wird, nur möglich ist, wenn mindestens ein Elternteil vor dem 1. Januar 2000 geboren ist.

Pass Wer als Nachfahre von NS-Opfern die deutsche Staatsbürgerschaft erwerben möchte und im Ausland wohnt, kann einen deutschen Pass beantragen.

Der Antrag ist kostenlos, andere Staatsangehörigkeiten darf man behalten. Betroffene müssen nachweisen, dass ihre Vorfahren zwischen 1933 und 1945 in Deutschland verfolgt wurden oder zu Gruppen gehörten, die damals verfolgt wurden.

Das kann Nachfahren von Juden betreffen, von Sinti und Roma, von psychisch Kranken oder auch von Kommunisten und anderen politischen Gegnern der Nationalsozialisten. dpa

Nahost

Oman: Keine Gebühren an der Straße von Hormus geplant

Aus Sicht der USA kann der Iran für die Passage der Straße von Hormus keine See-Maut verlangen – weder in den Verhandlungen über 60 Tage noch danach. Auch Maskat äußert sich in diese Richtung

 25.06.2026

Gutachten

Chancen für AfD-Verbotsantrag stehen gut

Eine Gruppe von Experten hat das Grundsatzprogramm der AfD, ihre Wahlprogramme und die Parlamentsanträge analysiert. Auch Äußerungen von Funktionären wurden für das Gutachten ausgewertet

 25.06.2026

New York

Hamas-Unterstützerin Aber Kawas gewinnt Vorwahlen in New York

Die palästinensisch-amerikanische Demokratin machte den Nahost-Konflikt und soziale Fragen zum Kernthema ihres Wahlkampfes

von Imanuel Marcus  25.06.2026

Brüssel

EU legt Mitgliedstaaten Konzept für Libanon-Einsatz vor

Die Mission soll die libanesische Polizei und Armee stärken. Stimmen Deutschland und die anderen Mitgliedstaaten zu?

 25.06.2026

Neuer Vorstand

Cerstin Richter-Kotowski übernimmt Vorsitz der DIG Berlin und Brandenburg

Die 64-jährige Juristin und Staatssekretärin löst Jochen Feilcke ab. Sie wurde mit großer Mehrheit in das Amt gewählt

 25.06.2026

Umfrage

Relative Mehrheit der Amerikaner hält US-Unterstützung für Israel für zu stark

Bei dieser Frage sind die Unterschiede zwischen den politischen Lagern groß

 25.06.2026

Magdeburg

AfD-Politiker Reichardt wegen Hitlergruß in Kritik

Der sachsen-anhaltinische AfD-Chef bestreitet den Vorwurf. Zwei Augenzeugen bleiben bei ihrer Darstellung

 25.06.2026

Kolumbien

Knapper Wahlsieg, dramatischer Kurswechsel?

Der knapp zum kolumbianischen Präsidenten gewählte Abelardo de la Espriella will die Beziehungen zu Israel kitten - doch de la Espriella ist wie sein Vorgänger Gustavo Petro sehr umstritten

von Michael Thaidigsmann  24.06.2026

Berlin

Mahnmal für ermordete Zeugen Jehovas eingeweiht

Eine bronzene Stele am Goldfischteich im Tiergarten soll an die 15.000 Frauen und Männer erinnern, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden

von Linn Manegold  24.06.2026