NS-Geschichte

Ghettoarbeiter immer noch ohne Rente

Noch immer warten etwa 22.000 anspruchsberechtigte Empfänger auf eine Regelung in Sachen Ghetto-Renten. Foto: Thinkstock

Immer noch ist keine Lösung des Ghetto-Renten-Problems in Sicht. Das teilte die Bundesregierung am vergangenen Mittwoch mit. Volker Beck, Bundestagsabgeordneter der Grünen, wollte in einer parlamentarischen Fragestunde wissen, warum die Zahlung der Renten an sogenannte Ghettoarbeiter, die laut Bundestagsbeschluss aus dem Jahr 2002 rückwirkend zum Jahr 1997 erfolgen muss, immer noch nicht eingeleitet ist.

verhandlung Darauf antwortete die Bundesregierung, »dass derzeit zwischen der Bundesregierung und den Koalitionsfraktionen abgestimmt wird, welche Schlussfolgerungen aus der im Dezember 2012 zu dieser Frage durchgeführten Sachverständigenanhörung zu ziehen sind«. Das israelische Ministerium für Senioren sei über diesen weiterhin anhaltenden Verständigungsprozess informiert worden. Im Dezember hatte der Sozialausschuss des Bundestags Experten eingeladen, die sich zur Frage, wie eine Auszahlung am schnellsten erfolgen kann, geäußert hatten.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland forderte die Bundesregierung erneut auf, endlich eine Lösung zu finden. »Die Politik sollte gar nicht den sicherlich falschen und fatalen Eindruck entstehen lassen, hier auf Zeit zu spielen und sozusagen eine schreckliche Wette mit dem Tod einzugehen«, erklärte Zentralratspräsident Dieter Graumann. »Das Durchschnittsalter der Berechtigten liegt mittlerweile bei 85 Jahren, und jeden Tag wird der Kreis der möglichen Empfänger kleiner und kleiner.«

Die Zahl der anspruchsberechtigten Empfänger der Ghetto-Renten beträgt noch etwa 22.000. Sie hatten in Ghettos in NS-Deutschland sozialversicherungspflichtig gearbeitet, doch ihre Rente wurde nie ausgezahlt. Graumann erklärte: »Ihnen stehen die Renten nicht nur aufgrund ihrer Arbeit zu, die sie in den Ghettos leisten mussten. Deutschland steht hier vor allem moralisch in der Pflicht.« ja

Analyse

Das Prinzip Trump

Der US-Präsident hat Israels sicherheitspolitische Lage gestärkt – zugleich spaltet er das eigene Land. Aber ein geschwächtes Amerika garantiert keinen stabilen Schutz

von Carsten Ovens  15.02.2026

Nahost

Italien nimmt als Beobachter an Trump-»Friedensrat« teil

Bislang sind in dem Gremium des US-Präsidenten nur zwei EU-Staaten dabei

 14.02.2026

Solidarität

Für Freiheit im Iran: 250.000 Demonstranten in München

Unter den Rednern war auch der Publizist Michel Friedman: »Ein Regime, das für Terrorismus steht, gehört abgesetzt«

 15.02.2026 Aktualisiert

USA/Iran

US-Präsident Trump: Machtwechsel im Iran wäre wohl das Beste

US-Präsident droht Teheran im Streit über das Atom- und Raketenprogramm mit einem Angriff. Er legt nach: Nur ein Deal könne dies verhindern

 14.02.2026

NS-Raubkunst

Wolfram Weimer kündigt Restitutionsgesetz an

»Eine Frage der Moral«: Der Kulturstaatsminister stimmt einem unter anderem vom Zentralrat der Juden geforderten Gesetz zu

 14.02.2026

Berlin

Brandenburger Tor leuchtet als Zeichen der Solidarität mit Iran-Protesten

»Die gewaltsame Niederschlagung der Proteste ändert nichts daran, dass der Drang nach Freiheit bleibt«, sagt Kai Wegner (CD), der Regierende Bürgermeister

 13.02.2026

Augsburg

Gericht kippt Redeverbot für Höcke im Allgäu

Am Wochenende sollte Thüringens AfD-Landtagsfraktionschef in zwei Hallen in Bayern als Gastredner auftreten. Die Gemeinden wehren sich – aber vorerst nur in einem Fall mit Erfolg

 13.02.2026

Meinung

Danke, Herr Minister!

Johann Wadephul hat sich von Francesca Albanese distanziert und ihren Rücktritt gefordert. Doch jetzt müssen Deutschland und andere Staaten den Druck weiter erhöhen

von Michael Thaidigsmann  13.02.2026

Meinung

Jeffrey Epstein: Ein schlechter Mensch

Der verurteilte amerikanische Sexualstraftäter ist und bleibt ein beliebig formbares Vehikel für jedweden Verschwörungsmythos

von Sophie Albers Ben Chamo  13.02.2026