Meinung

Geistliche Grauzonen

Natürlich haben seine Gefolgsleute Zeter und Mordio geschrien, als der rechtsextreme Rabbi Dov Lior in Israel wegen des Vorwurfs der Aufwiegelung verhaftet wurde. Monatelang hatte Lior schmutzige Tricks benutzt, um sich der Vorladung der Behörden zu entziehen. Seine Getreuen benutzte Lior dabei als Schutzschild. Dass der Rabbiner – wie auch Kollege Yaakov Yosef – schon nach einer halben Stunde Befragung wieder auf freiem Fuß war, hielt seine Anhänger nicht davon ab, tagelang Randale zu veranstalten.

Demokratie Lior und Yosef stehen unter dem Verdacht, durch ihre Anerkennung des kontroversen Buches Tora des Königs Hass gegen Nichtjuden zu schüren. Da in Israel ein Antirassismusgesetz existiert, müssen sich die beiden verantworten. Aber sie verstecken sich hinter Ausreden und schießen scharfzüngig gegen den Staat. Mitstreiter fordern sogar Immunität für Rabbiner. In einem demokratischen Rechtsstaat aber darf niemand über dem Gesetz stehen – auch kein religiöser Anführer. Grauzonen kann es dabei nicht geben, und Widerspenstigen muss gezeigt werden, dass die Verteidigung der Demokratie nicht nur eine, sondern oberste Wahrheit ist.

Wie Lior selbst betonte, haben Rabbiner die Aufgabe, die Öffentlichkeit zu leiten und zu unterweisen. Sie sind Vorbilder, deren Worte und Verhalten in ihrer Gemeinschaft viel Gewicht haben. Statt jedoch schlicht der Vorladung zu folgen und ihre – gern auch kontroverse – Meinung vor den Beamten kundzutun, wanden sich die rebellischen Rabbis wie gewöhnliche Kriminelle. Dann sollten sie sich nicht wundern, wie solche behandelt zu werden.

Berlin

Mehr Straftaten gegen Gedenkstätten im vergangenen Jahr

Sachbeschädigung, Volksverhetzung, Diebstahl, Hausfriedensbruch: Die Zahl der Straftaten in und gegen Gedenkstätten ist im vergangenen Jahr gestiegen

 11.05.2026

Brüssel

EU beschließt Sanktionen gegen Israel

Die Europäische Union hat eine politische Einigung für Strafmaßnahmen gegen israelische Siedler erzielt

von Michael Thaidigsmann  11.05.2026 Aktualisiert

Stuttgart/Ulm

Antrags-Scharmützel im Prozess um Angriff auf israelische Rüstungsfirma

Die Verteidigung geht im Prozess um den Angriff auf das Unternehmen Elbit weiter auf Konfrontation zur Richterin. Die Verlesung der Anklage lässt auf sich warten

 11.05.2026

Iran-Krieg

440 Kilo Uran: Zentraler Streitpunkt mit dem Iran

Es dürfte tief unter der Erde in zwei Atomanlagen lagern. Der Verbleib des hoch angereicherten Urans bleibt Hauptkonflikt mit Teheran

 11.05.2026

Wien

Eurovision-Fans werfen EBU unfairen Umgang mit Israel vor

Der Hintergrund ist diesmal eine Werbekampagne der israelischen Rundfunkanstalt KAN für den Sänger Noam Bettan und dessen Beitrag »Michelle«

 11.05.2026

Berlin

Jüdische Gemeinde übt massive Kritik an Antisemitismus-Papier der Linken

Der Gemeinde-Vorsitzende Gideon Joffe bezeichnet das Konzept der Partei als »feige« und spricht von einem »Feigenblatt«

 11.05.2026

Brandenburg

Rechtsextremistische AfD gewinnt erstmals bei Bürgermeisterwahl

In Zehdenick zieht der AfD-Kandidat René Stadtkewitz mit deutlichem Vorsprung ins Rathaus ein. Für seine Partei ist es der erste Sieg bei einer Bürgermeisterwahl in diesem Bundesland

 11.05.2026

Nahost

Drohnenangriffe in Golfstaaten verschärfen Spannungen mit Iran

Die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar und Kuwait melden Drohnenattacken, Süd-Korea einen Angriff auf ein ziviles Schiff in der Straße von Hormus

 11.05.2026

Washington D.C.

Trump weist iranisches Angebot zurück

Die Antwort des Teheraner Regimes auf einen Vorschlag der USA sei »völlig inakzeptabel!«, schreibt der amerikanische Präsident

 11.05.2026