Meinung

Geistliche Grauzonen

Natürlich haben seine Gefolgsleute Zeter und Mordio geschrien, als der rechtsextreme Rabbi Dov Lior in Israel wegen des Vorwurfs der Aufwiegelung verhaftet wurde. Monatelang hatte Lior schmutzige Tricks benutzt, um sich der Vorladung der Behörden zu entziehen. Seine Getreuen benutzte Lior dabei als Schutzschild. Dass der Rabbiner – wie auch Kollege Yaakov Yosef – schon nach einer halben Stunde Befragung wieder auf freiem Fuß war, hielt seine Anhänger nicht davon ab, tagelang Randale zu veranstalten.

Demokratie Lior und Yosef stehen unter dem Verdacht, durch ihre Anerkennung des kontroversen Buches Tora des Königs Hass gegen Nichtjuden zu schüren. Da in Israel ein Antirassismusgesetz existiert, müssen sich die beiden verantworten. Aber sie verstecken sich hinter Ausreden und schießen scharfzüngig gegen den Staat. Mitstreiter fordern sogar Immunität für Rabbiner. In einem demokratischen Rechtsstaat aber darf niemand über dem Gesetz stehen – auch kein religiöser Anführer. Grauzonen kann es dabei nicht geben, und Widerspenstigen muss gezeigt werden, dass die Verteidigung der Demokratie nicht nur eine, sondern oberste Wahrheit ist.

Wie Lior selbst betonte, haben Rabbiner die Aufgabe, die Öffentlichkeit zu leiten und zu unterweisen. Sie sind Vorbilder, deren Worte und Verhalten in ihrer Gemeinschaft viel Gewicht haben. Statt jedoch schlicht der Vorladung zu folgen und ihre – gern auch kontroverse – Meinung vor den Beamten kundzutun, wanden sich die rebellischen Rabbis wie gewöhnliche Kriminelle. Dann sollten sie sich nicht wundern, wie solche behandelt zu werden.

Stuttgart

Prozess um Palästina-Aktivisten: Angeklagte in Saal getragen

Am dritten Verhandlungstag weigern sich die Angeklagten erneut, hinter dem Sicherheitsglas Platz zu nehmen – und werden von Justizbeamten in den Saal getragen

 20.05.2026

Interreligiöser Dialog

Evangelische Kirche und Zentralrat der Juden wollen mehr Austausch

Evangelische Kirche und Zentralrat der Juden wollen sich intensiver austauschen. Am Mittwoch kamen Delegationen in Berlin zusammen, um einen festen Turnus festzulegen

 20.05.2026

Köln

Verfassungsschutz darf »Jüdische Stimme« als extremistisch einstufen

Der Verein hetze »kontinuierlich gegen den Staat Israel«, urteilte das Verwaltungsgericht Köln – und entschied anders als zuvor Berliner Richter

 20.05.2026

Zivilgesellschaft

»Beschränkt«: Für Brot für die Welt ist Deutschland nur drittklassig

Die evangelische Hilfsorganisation hat ihren jährlichen Bericht »Atlas der Zivilgesellschaft« vorgelegt. Er kommt zu einem vernichtenden Urteil für Deutschland - und für Israel

von Michael Thaidigsmann  20.05.2026

New York

Drahtzieher gefasst?

In den USA sitzt der Iraker Mohammad al-Saadi in Haft, der hinter der jüngsten Terrorserie gegen jüdische Ziele in Europa stecken soll

von Michael Thaidigsmann  20.05.2026

Antisemitismus

RIAS registriert weiterhin hohes Maß an antisemitischen Vorfällen

Von einer weiteren Enthemmung antisemitischer Ausdrucksformen im öffentlichen Raum ist im neuen Jahresbericht die Rede

 20.05.2026 Aktualisiert

New York/Teheran

Bericht: Israel und USA wollten Ahmadinedschad wieder an die Macht bringen

Ahmadinedschad sei in die Überlegungen eingeweiht gewesen, heißt es in einem Zeitungsbericht

 20.05.2026

Washington D.C.

»Wir sind bereit«: Vance verteidigt Iran-Kurs der USA

»Das ist kein ewiger Krieg. Wir werden unsere Aufgaben erledigen und nach Hause zurückkehren«, sagt der amerikanische Vizepräsident

 20.05.2026

Berlin

»Ein leuchtendes Beispiel«

Jüdische Gemeinde Chabad zeichnet die First Lady Elke Büdenbender für ihr Engagement zur Stärkung jüdisches Lebens in Deutschland aus

 20.05.2026