Meinung

Geistliche Grauzonen

Natürlich haben seine Gefolgsleute Zeter und Mordio geschrien, als der rechtsextreme Rabbi Dov Lior in Israel wegen des Vorwurfs der Aufwiegelung verhaftet wurde. Monatelang hatte Lior schmutzige Tricks benutzt, um sich der Vorladung der Behörden zu entziehen. Seine Getreuen benutzte Lior dabei als Schutzschild. Dass der Rabbiner – wie auch Kollege Yaakov Yosef – schon nach einer halben Stunde Befragung wieder auf freiem Fuß war, hielt seine Anhänger nicht davon ab, tagelang Randale zu veranstalten.

Demokratie Lior und Yosef stehen unter dem Verdacht, durch ihre Anerkennung des kontroversen Buches Tora des Königs Hass gegen Nichtjuden zu schüren. Da in Israel ein Antirassismusgesetz existiert, müssen sich die beiden verantworten. Aber sie verstecken sich hinter Ausreden und schießen scharfzüngig gegen den Staat. Mitstreiter fordern sogar Immunität für Rabbiner. In einem demokratischen Rechtsstaat aber darf niemand über dem Gesetz stehen – auch kein religiöser Anführer. Grauzonen kann es dabei nicht geben, und Widerspenstigen muss gezeigt werden, dass die Verteidigung der Demokratie nicht nur eine, sondern oberste Wahrheit ist.

Wie Lior selbst betonte, haben Rabbiner die Aufgabe, die Öffentlichkeit zu leiten und zu unterweisen. Sie sind Vorbilder, deren Worte und Verhalten in ihrer Gemeinschaft viel Gewicht haben. Statt jedoch schlicht der Vorladung zu folgen und ihre – gern auch kontroverse – Meinung vor den Beamten kundzutun, wanden sich die rebellischen Rabbis wie gewöhnliche Kriminelle. Dann sollten sie sich nicht wundern, wie solche behandelt zu werden.

Kanada

Bericht: Jüdische Studenten erleben Antisemitismus als alltägliche Realität

Fast alle befragten jüdischen Studenten geben an, innerhalb der vergangenen zwölf Monate mindestens einen antisemitischen Vorfall erlebt oder beobachtet zu haben

 07.08.2026

Berlin

Einsatz gegen Judenhass: Iris Berben erhält Deutschen Kulturpolitikpreis

Die Schauspielerin steht nicht nur vor der Kamera, sondern engagiert sich auch ehrenamtlich. Der Deutsche Kulturrat würdigt diese Leistung mit einem Preis. Igor Levit ist Laudator

 07.08.2026

Miami

Antisemitischer Angriff in Starbucks-Filiale

Laut Polizei schlug eine Frau ihr Opfer mit einem Mobiltelefon. Dann habe sie mit einem Metallstuhl auf den Mann, der eine Kippa trug, losgehen wollen

 07.08.2026

Berlin

Klingbeil: AfD-Verbotsverfahren ernsthaft prüfen

Die Diskussion um ein AfD-Verbotsverfahren erhält neue Dynamik. Was sagt SPD-Chef Klingbeil und wie reagiert die Linke auf seinen Vorstoß?

 07.08.2026

Teheran/Maskat/Washington D.C.

Iran und Oman arbeiten an Hormus-Regelung – Teheran stellt Bedingungen an die USA

Iranischer Vertreter sagen, ein Rahmenabkommen für den Schiffsverkehr sei weit fortgeschritten. Eine sofortige Wiederöffnung der Wasserstraße sei damit jedoch nicht verbunden

 07.08.2026

Magdeburg

Jüdische Gemeinden in Sachsen-Anhalt kritisieren Hallervorden-Wahlkampf der CDU

Der Landesverband der jüdischen Gemeinschaft schaltet sich mit deutlichen Worten in die Debatte ein

 06.08.2026

Dublin

Wegen Israel-Boykott: Irisches Regierungsflugzeug kann nicht mehr im Nebel landen

Beim Kauf der Maschine wurde bewusst auf das System »FalconEye« verzichtet, weil der israelische Rüstungskonzern Elbit Systems an dem Produkt beteiligt ist

 06.08.2026

Mehrere Flaschen mit Limonade der Marke Lemonaid in verschiedenen Geschmacksrichtungen stehen im Regal in einem Getränkemarkt

Meinung

Kann politisch korrekte Limonade antisemitisch sein?

Beim FC St. Pauli ist der langjährige Kapitän Jackson Irvine weg, doch bei der politisch korrekten Brausefirma »LemonAid« sitzt der anti-israelische Australier weiter im Aufsichtsrat

von Daniel Killy  06.08.2026

Kommentar

Landtagswahlkampf mit Israelfeindlichkeit

Mit einem vielleicht auf den ersten Blick unschuldigen Satz macht das BSW Stimmung. Gegen den einzigen jüdischen Staat, die »Zionisten« und damit die Juden

von Imanuel Marcus  06.08.2026