Einspruch

Geben als Gebot der Stunde

Dies ist kein Einspruch, sondern ein Zuspruch. Nämlich schnell und großzügig für die Flutopfer in Pakistan zu spenden. Selbstverständlich ist Pakistan alles andere als ein Freund der Juden oder gar ein Freund des jüdischen Staates. In den Religionsschulen wird übelster Antisemitismus gelehrt. Der Journalist Daniel Pearl wurde vor laufender Kamera getötet, nur weil er Jude war. Aber all das ist kein Grund, dem Land die dringend nötige Hilfe nicht zukommen zu lassen.

Hilsbereitschaft 1.600 Menschen sind bereits durch die Fluten umgekommen, mehr als 20 Millionen sind obdachlos, Kinder sterben an Unterernährung, weil Hilfsgüter nicht ankommen oder nicht ausreichen. In den nächsten Tagen werden weitere Monsunregen erwartet, die ganze Teile des Landes buchstäblich unter Wasser setzen können. Pakistan wurde von einer Katastrophe wahrhaft biblischen Ausmaßes getroffen. Eines der wichtigsten Prinzipien des Judentums ist Pikuach Nefesch. Die Rettung einer Seele steht über jedem Gebot. Sie sollte auch über jedem Ressentiment, über jedem nagenden Zweifel, über jedem Vorbehalt, auch jedem politischen Kalkül stehen. Natürlich sollte es der Westen nicht den Taliban überlassen, sich zu Rettern in der Not zu stilisieren. Und genau so sehr ist nachzuvollziehen, dass die Spendenbereitschaft geringer ist, wenn sich ein Staat nicht durch eine zuverlässige Verwaltung auszeichnet. Wobei es ohnehin immer die schlecht regierten Staaten sind, die mit Katastrophen nicht zu Rande kommen, eben, weil sie schlecht regiert werden. Das alles nützt den Menschen wenig. Was ihnen nützt, ist unvoreingenommene Hilfsbereitschaft, selbst wenn nicht jeder Cent ganz genau dort ankommt, wo er ankommen soll.

Zu spenden ist vor allem ein Gebot der Menschlichkeit: das, was man im Judentum eine Mizwa nennt.

Die Autorin ist Chefredakteurin der Zeitschrift Internationale Politik.

Dokumentation

»Seit zweieinhalb Jahren bebt die Erde«

In Erfurt sprach der Zentralratspräsident über den Status quo Jüdischen Lebens in der Bundesrepublik. Dabei ging Schuster auch auf das Programm »Demokratie leben« und die Kritik an Familienministerin Karin Prien ein

 25.03.2026

Krieg

Iran lässt wenige Schiffe durch Straße von Hormus

Die iranischen Behörden lassen nur wenige Schiffe durch die für den Energiehandel wichtige Wasserstraße. Viele Reedereien meiden die Route angesichts von Angriffen und fehlender Versicherungen

 25.03.2026

London

»Ihm gefiel die Angst«: Frauen berichten von Epstein-Skandal

Über Jahre betrieb Jeffrey Epstein einen Missbrauchsring mit einer hohen Zahl an Opfern. In einem Fernsehinterview berichten fünf Frauen von ihren schlimmen Erfahrungen

 25.03.2026

Meinung

EU-Parlament: Fällt die Brandmauer?

Nach einem Medienbericht haben sich Vertreter der konservativen EVP-Fraktion im EU-Parlament mit rechtsextremen Kräften zur Migrationspolitik abgestimmt. Diese Enthüllung wirft viele Fragen auf

 25.03.2026

Krieg gegen Iran

Hoffnung auf Verhandlungen

Raketenalarm in Tel Aviv, Angriffe auf Teheran: Trotz neuer Vermittlungsversuche und Forderungen an den Iran bleibt eine schnelle Waffenruhe wohl unwahrscheinlich

 25.03.2026

Berlin

»Ich bin für dich Ron!«

Ali Ertan Toprak, Vorsitzender der Kurdischen Gemeinden Deutschlands, ehrte Israels Botschafter Ron Prosor für dessen Engagement für die kurdischen Gemeinden. Wir dokumentieren die Laudatio im Wortlaut

von Ali Ertan Toprak  25.03.2026

Berlin

Kurdische Gemeinde zeichnet Ron Prosor aus

Der israelische Botschafter wurde beim Neujahrsfest für sein Engagement für die kurdische Gemeinschaft ausgezeichnet

 25.03.2026

Kassel

Schmerzensgeld-Klage nach Antisemitismus auf documenta

Vor Gericht kam es zu keiner Einigung – wie geht es nun weiter?

 25.03.2026

Dokumentation

»Dieser Krieg ist nach meinem Dafürhalten völkerrechtswidrig«

Bundespräsident Steinmeier verurteilte im Auswärtigen Amt den Krieg Israels und der USA. Wir dokumentieren seine Rede

von Frank-Walter Steinmeier  25.03.2026