Projekt

Für Wissenschaft und Pädagogik

KZ-Gedenkstätte Ravensbrück Foto: dpa

Die KZ-Gedenkstätten Bergen-Belsen, Dachau, Mittelbau-Dora, Ravensbrück und Sachsenhausen haben 18 bedeutende Nachlässe ehemaliger KZ-Häftlinge digitalisiert und so für die Nachwelt bewahrt. Aus den Beständen der brandenburgischen Gedenkstätte Ravensbrück sei der 52 Bände umfassende Nachlass von Erika Buchmann (1902–1971) digitalisiert worden, die als bedeutendste Chronistin zur Geschichte des KZs Ravensbrück gelte, teilte die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten am Donnerstag mit.

Bundeskulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) informierte sich den Angaben zufolge am Donnerstag in Ravensbrück über die Ergebnisse der Digitalisierung. Das von September 2015 bis März 2016 durchgeführte Projekt wurde von der Kulturstaatsministerin mit insgesamt 72.000 Euro gefördert.

archivbestände Mit dem Digitalisierungsprojekt sei es gelungen, die akut vom Verfall bedrohten Unterlagen der Ravensbrück-Überlebenden Erika Buchmann als bedeutende Archivbestände dauerhaft für die Nachwelt zu bewahren und nutzbar zu machen, sagte Grütters.

Erika Buchmann war 1939 und 1940 und erneut von 1942 bis 1945 im KZ Ravensbrück inhaftiert, wo sie als Blockälteste im Strafblock und im Tuberkuloseblock viele Mithäftlinge geschützt habe, hieß es. Bereits unmittelbar nach der Befreiung habe sie begonnen, Dokumente und Erinnerungsberichte zur Geschichte des KZ Ravensbrück zu sammeln.

originalakten Sie korrespondierte den Angaben zufolge mit zahlreichen Ravensbrück-Überlebenden in ganz Europa und trat in Prozessen gegen SS-Täter als Zeugin auf. Der im Jahr 2000 an die Gedenkstätte übergebene Nachlass umfasst rund 17.000 Aktenblätter, darunter etwa 1000 Blatt Originalakten der KZ-Kommandantur, die im April 1945 vor der von der SS befohlenen Vernichtung bewahrt werden konnten.

Die Gedenkstätte Ravensbrück verfügt den Angaben zufolge derzeit über rund 200 Nachlässe ehemaliger Häftlinge. Die Dokumente seien die »wertvollsten Originalbestände der Gedenkstättenarchive«, betonte Stiftungsdirektor Günter Morsch: »Sie dokumentieren nicht nur die Verfolgungsgeschichte der jeweiligen Nachlassgeber, sondern auch ihr Engagement für die Erinnerung nach 1945.« Mit der Digitalisierung stünden sie nun für Wissenschaft und pädagogische Arbeit zur Verfügung. epd

Meinung

Die Juden waren’s!

Claudia Roth und die jüdische Lobby: Eine kleine Chronik der Unschuld

von Andreas Büttner  06.11.2026

Interview

»Ich bezweifle, dass Claudia Roth es ernst meint mit dem Kampf gegen Antisemitismus«

JSUD-Präsident Ron Dekel geht mit der Grünen-Politikerin hart ins Gericht und wirft ihr vor, antisemitische Narrative salonfähig zu machen

von Michael Thaidigsmann  06.11.2026

Israelfeindliche Politikerin

Berliner Linke fordert Vanessa Emde zum Mandatsverzicht auf

Nach Wochen der Diskussion über den Umgang mit der direkt gewählten Abgeordneten, scheint die Parteispitze nun durchgreifen zu wollen

 06.11.2026

Vorwurf der Kampagne

Eklat um Claudia Roth: Nun reagiert der Zentralrat

Die Grünen-Politikerin bereut es, israelfeindliche Regisseure auf der Berlinale kritisiert zu haben und sieht die Schuld dafür beim Zentralrat der Juden

 06.11.2026

Berlin

Gregor Gysi für Rauswurf von Vanessa Emde

»Ich hoffe, dass wir sie ausschließen«, sagt Gysi über die wegen israelfeindlicher Aussagen umstrittene Abgeordnete

 06.11.2026

Bayern

Charlotte Knobloch wünscht sich Ilse Aigner als Bundespräsidentin

Die bayerische Landtagspräsidentin »lebt mit den Menschen, nicht über ihnen«, so Knobloch

 06.11.2026

USA

Trump will bald Entscheidung zum Iran-Krieg verkünden

Nach der Wahlniederlage seiner Republikaner beschäftigt sich US-Präsident Trump mit der Frage, ob er den Krieg mit dem Iran wiederaufnehmen soll. Die Bemühungen der Vermittler laufen auf Hochtouren

 06.11.2026

Berlin

Emde erschien mit radikaler Anti-Israel-Aktivistin zur Fraktionssitzung

Während die Linke weiter um den Umgang mit der Neuköllner Abgeordneten ringt, provozierte diese erneut

 05.11.2026

Interview

Kann Israel ohne Amerikas Waffen bestehen?

Der Politikwissenschaftler Jonathan Rynhold erklärt, was ein Ende der US-Militärhilfe für Israels Sicherheit bedeuten würde und wie sich das Verhältnis zu Washington in Zukunft entwickeln könnte

von Sabine Brandes  05.11.2026