Meinung

Für ein paar Schekel mehr

Alles begann mit dem Hüttenkäse, diesem weißen körnigen Bestandteil des israelischen Standardfrühstücks. Ganz nach dem Vorbild der Revolten im arabischen Raum wurde per Facebook eine Boykottkampagne gestartet, weil das »weiße Gold« zu teuer war. Die Bewegung hatte Erfolg. Und der Cottage-Preiskampf wurde zum Symbol, an dem sich die Unzufriedenheit über die steigenden Einkommensunterschiede im jüdischen Staat entzündete.

Zeltstadt Inzwischen erfasst die soziale Protestbewegung ein breites Spektrum, und der Kampf wird nicht mehr nur im virtuellen Raum ausgetragen. Mit landesweiten Aktionen will die Bewegung den Erfolg von der Cottage-Front wiederholen. Mediziner fordern bessere Arbeitsbedingungen, Menschen in einer Zeltstadt im Zentrum von Tel Aviv kämpfen gegen die Wohnungsnot, und auch vor dem Haus des Premierministers haben sich Demonstranten niedergelassen.

Es geht um Anhebung der Mindestlöhne, niedrigere Mieten, billigeres Benzin, günstigere Handytarife oder erschwingliche Studiengebühren. Was die Forderungen eint, ist nicht nur die Spon- taneität und der Elan, mit der der Protest ausgebrochen ist. Es ist auch eine tiefe Unzufriedenheit über die zunehmend größer werdenden Einkommensunterschiede in Israel. Noch ist die Bewegung so heterogen, dass sie sich nicht auf gemeinsame Ziele verständigen kann. Aber als Alarmmelder ist sie sehr ernst zu nehmen. Und wenn sie sich doch einigt, wäre das eine Überraschung – und zwar eine sehr schöne.

Offener Brief

Schramm warnt vor Rechtsruck in Sachsen-Anhalt

Der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen warnt vor wachsendem Nationalismus und einem möglichen Rechtsruck in Sachsen-Anhalt. Die AfD lehnt er klar ab und bezeichnet sie als »nicht wählbar«

 28.04.2026

Kommentar

Antisemitismus und Israelfeindlichkeit werden die SPD nicht retten

Die Sozialdemokraten sollten sich nicht an Zohran Mamdani oder Pedro Sánchez orientieren, sondern an einer alten Wahrheit von Bill Clinton

von Stefan Laurin  28.04.2026

New York

Wadephul auf Werbetour bei den Vereinten Nationen

Der deutsche Außenminister führt angesichts der Kriege im Iran und der Ukraine Gespräche bei der UNO. Es geht aber auch um eine für Deutschland wichtige Wahl Anfang Juni

von Jörg Blank, Anne Pollmann  28.04.2026

Toronto

Angriff vor Synagoge, Judaica-Geschäft beschädigt

Ein Gemeindemitglied wird geschlagen, ein Judaica-Geschäft beschädigt

 28.04.2026

Hamburg

Ausstellung zeigt Arbeiten an Ruine des Israelitischen Tempels

Die Finanzbehörde der Hansestadt will das bedeutende Kulturdenkmal dauerhaft erhalten und öffentlich zugänglich machen

 28.04.2026

Berlin

Festakt zur Umbenennung in Margot-Friedländer-Platz

Der Vorplatz des Berliner Abgeordnetenhauses wird zum 7. Mai umbenannt

 28.04.2026

Terror

Verfassungsschutz warnt vor Gefahr durch proiranische Extremisten in Europa

Politiker schlagen Alarm. Konstantin von Notz von den Grünen spricht von einer »neuen Dimension der Bedrohung«

 28.04.2026

Berlin

Gericht stoppt Extremismus-Einstufung von »Jüdischer Stimme«

Das Berliner Verwaltungsgericht stellt zwar fest, der Verein verneine das Existenzrecht Israels und zeige teilweise Verständnis für Gewalt gegen den jüdischen Staat, urteilt aber gegen seine Einstufung als extremistisch

 28.04.2026

Washington D.C.

Marco Rubio: In Teheran herrscht Dysfunktion

Der amerikanische Außenminister wirft der iranischen Regierung mangelnde Verlässlichkeit vor

 28.04.2026