Rotes Meer

Fregatte »Hessen« schießt zwei Huthi-Drohnen ab

Die Fregatte »Hessen« Foto: picture alliance/dpa

Die im Roten Meer zum Schutz von Handelsschiffen eingesetzte Fregatte »Hessen« hat erstmals einen Angriff der aus dem Jemen agierenden Huthi-Terroristen abgewehrt. Das an der EU-Militärmission »Aspides« beteiligte Schiff schoss nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Dienstagabend zwei Drohnen kurz hintereinander ab.

Es war der erste scharfe Waffeneinsatz der Deutschen Marine in dem am Freitag begonnenen Einsatz, der als gefährlichste Marine-Mission in der Geschichte der Bundeswehr gilt.

Die mit dem Iran verbündeten Huthi wollen mit dem Beschuss von Handelsschiffen im Roten Meer ein Ende der israelischen Angriffe gegen die Hamas im Gazastreifen erzwingen.

Erhebliche Auswirkungen

Der Seeweg durch das Rote Meer und den Suezkanal ist eine der wichtigsten Routen des Welthandels. Wegen der Angriffe der vom Iran hochgerüsteten Huthi meiden große Reedereien zunehmend die kürzeste See-Verbindung zwischen Asien und Europa - mit erheblichen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft.

Fast täglich fliegt das US-Militär Angriffe, um Ziele der Huthi auszuschalten, darunter auf Schiffe gerichtete Raketen und Drohnen sowie Waffen, die zum Abschuss vorbereitet sind.

Am Freitag stimmte der Bundestag der deutschen Beteiligung an der EU-Mission »Aspides« zu. Die »Hessen« war vorher von Wilhelmshaven aus in Richtung Einsatzgebiet gestartet mit dem Ziel, sofort nach dem Bundestagsbeschluss mit der Erfüllung des Auftrags beginnen zu können. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte gesagt, der Einsatz leiste einen Beitrag zur Stabilisierung der Region, sei zugleich aber »für die Deutsche Marine einer der gefährlichsten seit Jahrzehnten«.

Eskalation als Antwort

Das US-Regionalkommando Centcom teilte mit in der Nacht zu Mittwoch mit, amerikanische Flugzeuge »und ein verbündetes Kriegsschiff« hätten zwischen 21.50 Uhr und 22.55 Uhr Ortszeit fünf Huthi-Drohnen abgeschossen. Ob es sich bei dem Schiff um die »Hessen« handelt, blieb offen.

Die Drohnen seien aus von den Huthi kontrollierten Gebieten im Jemen losgeschickt worden und hätten Handels- und Marineschiffe in der Region gefährdet, hieß es in einem Centcom-Post auf der Online-Plattform X, vormals Twitter.

In der vergangenen Woche hatte die Huthi-Miliz erklärt, Angriffe auf Handelsschiffe vor der Küste des Landes ausweiten zu wollen. Man setze auf Eskalation als Antwort auf die Eskalation Israels im Gazastreifen, sagte der Anführer der Gruppe, Abdel-Malik al-Huthi, in einer Fernsehansprache. Bislang seien 48 Schiffe angegriffen worden. Zudem kündigte er den Einsatz von Unterwasserwaffen an.

Rein defensiv

Neben den USA sind auch andere westliche Staaten wie Großbritannien an Einsätzen zur Abwehr der Angriffe beteiligt. An dem rein defensiv ausgerichteten EU-Militäreinsatz zum Schutz der Handelsschifffahrt sind 18 Länder dabei. Neben Deutschland schicken unter anderem Belgien, Italien und Frankreich Schiffe ins Rote Meer.

Zuletzt hatten Streitkräfte der USA und Großbritanniens in der Nacht zu Sonntag 18 Huthi-Ziele an acht Orten attackiert. Dazu gehörten US-Angaben zufolge unterirdische Waffenlager der Miliz sowie Raketenlager, Drohnen, Luftverteidigungssysteme und Radaranlagen. Der britische Verteidigungsminister Grant Shapps drohte den Extremisten mit weiteren Angriffen, falls sie ihre Attacken auf Handelsschiffe nicht einstellen. dpa

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