London

Festnahmen bei Protesten gegen Alija-Veranstaltung in Synagoge

Vor einer Synagoge werfen israelfeindliche Demonstranten dem jüdischen Staat den »Verkauf gestohlenen palästinensischen Landes« vor. Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Bei einer Veranstaltung in einer Synagoge im Nordwesten Londons ist es am Sonntag zu Auseinandersetzungen zwischen pro-israelischen und israelfeindlichen Demonstranten gekommen. Die Polizei nahm nach eigenen Angaben 14 Personen fest. Insgesamt versammelten sich rund 1000 Menschen vor dem Veranstaltungsort.

Anlass der Proteste war eine geschlossene Informationsveranstaltung für Menschen, die über Alija nachdenken. Demonstranten warfen den Organisatoren vor, dort auch Immobilien in von Israel kontrollierten Gebieten jenseits der Grünen Linie anzubieten. Die Veranstalter wiesen diese Vorwürfe zurück.

Die Polizei trennte die beiden Lager rund um die Edgware United Synagogue, die sich in einem überwiegend von Juden bewohnten Stadtteil im Nordwesten Londons befindet. Einsatzkräfte waren mit einem größeren Aufgebot vor Ort, um Zusammenstöße zu verhindern und mögliche Straftaten zu unterbinden.

Angst und Sorge

Der Polizeikommandeur Adam Slonecki erklärte laut »The Guardian«: »Wir haben mit dem Veranstaltungsort und dem Community Security Trust kooperiert und Beamte eingesetzt, um schwerwiegende Störungen zu verhindern und Straftaten zu verfolgen. Dabei nutzen wir das gesamte Spektrum der uns zur Verfügung stehenden Befugnisse.«

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Zugleich verwies Slonecki auf die besondere Lage jüdischer Gemeinden in Großbritannien: »Uns ist bewusst, dass jüdische Gemeinschaften nach zweieinhalb Jahren anhaltender Proteste sowie einer Reihe von Brandanschlägen und anderen Angriffen in den vergangenen Monaten verstärkte Angst und Sorge empfinden.« Es gebe einen Unterschied zwischen Demonstrationen im Zentrum Londons und Protesten »im Herzen von Wohngebieten«, wo das Risiko von Einschüchterung und erheblichen Störungen größer sei.

Die israelfeindlichen Demonstranten warfen dem jüdischen Staat zum wiederholten Mal einen angebliches Völkermord in Gaza sowie einen »Verkauf unseres Landes« vor.

Falsche Behauptungen

Jüdische Organisationen in Großbritannien bewerteten die Proteste als gezielte Einschüchterung. Das Board of Deputies of British Jews erklärte, die Vorwürfe gegen die Veranstaltung seien unbegründet. Die Organisatoren hätten öffentlich bestritten, Immobilien jenseits der Grünen Linie zu vermarkten.

Zudem erklärte das Board of Deputies: »Vor einer Synagoge auf der Grundlage falscher Behauptungen zu demonstrieren, scheint kaum mehr zu sein als ein Vorwand, um Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft zu belästigen und einzuschüchtern.«

Nach Angaben der Metropolitan Police wurden fünf Personen wegen gewalttätiger Ausschreitungen festgenommen. Einer von ihnen soll zudem einen Polizeibeamten angegriffen haben. Weitere sieben Festnahmen erfolgten wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das Versammlungsrecht. In vier Fällen werde wegen eines möglichen rassistischen oder religiös motivierten Hintergrunds ermittelt. Hinzu kamen Festnahmen wegen eines mutmaßlichen Angriffs auf einen Polizisten sowie wegen einfacher Körperverletzung. im

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