Berlin

Felix Klein erwartet Zunahme antisemitischer Straftaten

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein Foto: imago

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, erwartet eine Zunahme antisemitischer Straftaten in Deutschland vor dem Hintergrund der Eskalation der Gewalt in Israel.

»Wenn die aktuellen Spannungen in Israel weiter steigen, gehe ich davon aus, dass das erneut auch Auswirkungen auf die Straftaten hierzulande hat«, sagte Klein dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. »Wir als Gesellschaft und vor allem Polizei und Justiz müssen darauf reagieren. Wir dürfen das nicht dulden.«

muster Es sei ein »klassisches Muster, Juden in Deutschland dafür verantwortlich zu machen, was die israelische Regierung tut – eine Regierung, auf deren Handeln sie ja keinen Einfluss haben«, beklagte Klein. »Der Schutz jüdischer Einrichtungen sollte jetzt an die Lage angepasst werden. Ich gehe davon aus, dass die Polizei in den Ländern das auch entsprechend auf dem Plan hat.«

Vor den Synagogen in Bonn und Münster hatten am Dienstagabend laut Polizei mehrere Personen die israelische Flagge angezündet. In Bonn wurde zudem der Eingang des Gebäudes durch geworfene Steine beschädigt. Vor dem Eingang stellte die Polizei drei Papierzettel mit »wahrscheinlich arabischen Schriftzeichen« sicher. Nach den Vorfällen an den beiden Synagogen ermittelt der Staatsschutz.

raketen In der »Bild«-Zeitung äußerte sich auch der israelische Botschafter in Deutschland, Jeremy Issacharoff, besorgt: »In einer Zeit, in der die Hamas Israel mit Hunderten von Raketen angreift, die auf unsere Zivilbevölkerung zielen, haben wir antisemitische Angriffe auf jüdische Gotteshäuser in Deutschland und das Verbrennen israelischer Flaggen erlebt.«

Diese Taten seien »völlig inakzeptabel«. Er betonte: »Die Hamas, und nur die Hamas, ist verantwortlich für die gegenwärtige Eskalation und Krise. Wir vertrauen darauf, dass die deutschen Behörden weiterhin alle Maßnahmen ergreifen werden, um solche Vorfälle zu verhindern.« kna

Justiz

Historiker im KZ-Prozess: SS-Wachen waren an Erschießungen beteiligt

Mehr als 200.000 Menschen waren zwischen 1936 und 1945 im KZ Sachsenhausen inhaftiert. Bewacht wurden sie von Menschen wie Josef S. Der 101-Jährige steht dafür jetzt vor Gericht

von Lukas Philippi  03.12.2021

Einwanderungsgesellschaft

Bundespräsident verleiht Verdienstorden

Zu den Ausgezeichneten gehören unter anderem KIgA und das Jugendbildungswerk »Open Mind«

 03.12.2021 Aktualisiert

Medien

Antisemitismusvorwürfe: DW stellt Mitarbeiter während Prüfung frei

Geprüft werden die Anschuldigungen von Ahmad Mansour und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger

 03.12.2021

Brüssel

EU-Verfahren gegen Deutschland

Europäische Kommission: Ähnlich wie in Ungarn oder Luxemburg wurde nicht genug gegen Hassrede getan

 02.12.2021

Auffrischungsimpfung

Israelischer Experte übt massive Kritik an Ständiger Impfkommission

Ronni Gamzu bemängelt die Langsamkeit der Deutschen

 02.12.2021

KZ Sachsenhausen

Angeklagter streitet Vorwürfe weiter ab

Wahrscheinlich einer der letzten noch lebenden potenziellen Täter steht seit Oktober vor Gericht

 02.12.2021

Bayern

Generalstaatsanwalt prüft AfD-Chatgruppe

Am Mittwoch war durch einen Bericht des Bayerischen Rundfunks bekannt geworden, dass Teilnehmer der »Alternativen Nachrichtengruppe Bayern« unter anderem über gewalttätige Proteste und einen Bürgerkrieg in Deutschland diskutiert hatten

 02.12.2021

Antisemitismus

Weltverband will weitere Konsequenzen aus Israel-Boykott Malaysias ziehen

Israels Team durfte nicht zur WM anreisen. Jetzt kündigt der Weltsquashverband eine Überprüfung des Vorgangs an

von Michael Thaidigsmann  02.12.2021

Antisemitismus

Bund: Vorwürfe schnell aufklären

Beauftragte für Kultur und Medien nimmt aktuelle Vorwürfe gegen Mitarbeiter der Deutschen Welle »sehr ernst«

 02.12.2021