EILMELDUNG! Likud-Bündnis mit 54 Sitzen vorn. Eisenkots Bündnis kommt auf 47 Sitze

Meinung

Fehlende Hochschulreife

Hans-Ulrich Dillmann Foto: Marco Limberg

Ein verheerendes Zeugnis hat die Wissenschaftlerin Stefanie Schüler-Springorum, Leiterin des Zentrums für Antisemitismusforschung (ZfA) in Berlin, der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) in Hildesheim in einem Gutachten ausgestellt: Das Seminar »Soziale Lage der Jugendlichen in Palästina« an der Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit sei einseitig, unwissenschaftlich und an einer deutschen Hochschule nicht tragbar.

vertuschung Um dies festzustellen, urteilt die Gutachterin, hätte es aber weder der Kritik durch den Zentralrat der Juden in Deutschland noch eines Gutachtens der Amadeu Antonio Stiftung oder der Veröffentlichung in der Jüdischen Allgemeinen bedurft.

Die Hochschulleitung hätte nur ihre Arbeit machen müssen. »Schon ein Blick auf die Seminarpläne hätte genügt, um zumindest die Wissenschaftlichkeit der Lehrveranstaltung ernsthaft in Zweifel zu ziehen«, schrieb Schüler-Springorum der Hochschule ins Studienbuch.

Dem hat sich die Leitung der HAWK, allen voran die Präsidentin Christiane Dienel, mit dem Hinweis auf die Freiheit der Lehre monatelang entzogen. Anstatt die Kritik ernst zu nehmen und die Vorgänge zügig und rückhaltlos aufzuklären, betrieb sie Vertuschung gegenüber der Öffentlichkeit und gerierte sich als Opfer einer angeblichen »Israellobby«, die nur kritische – Israel kritisierende – Töne verhindern wolle. Und die internen Kontrollinstitutionen der Hochschule stellten sich gegenseitig Persilscheine aus, bis das Offensichtliche nicht mehr zu leugnen war.

klassenziel Der Fisch stinkt bekanntlich vom Kopf her. Als Erstes wurde die Dozentin geopfert und rausgeschmissen, dann trat die Dekanin zurück. Zum Schluss entzog der Hochschulsenat der Präsidentin das Vertrauen: Ihr Vertrag wird nach 2016 nicht mehr verlängert. Der erschreckend unwissenschaftliche Muff, der unter den HAWK-Talaren herrscht, braucht endlich den frischen Wind der Aufklärung und Erneuerung.

Eine Hochschule ohne Antisemitismus, so warnt Stefanie Schüler-Springorum zu Recht in ihrem Gutachten nicht nur die HAWK, sei ein Postulat, »dem zu entsprechen im täglichen Alltag umgesetzt werden muss«. In diesem Sinne hat die HAWK das wissenschaftliche Klassenziel verfehlt: mangelhaft. Der HAWK fehlt – derzeit – die notwendige Reife für die Ausbildung von Studierenden.

Der Autor ist freier Journalist.

Magdeburg

CDU-Abgeordnete sollten eidesstattliche Erklärung unterschreiben

Seit der Wahl eines AfD-Politikers zum Landtagspräsidenten steht der Verdacht im Raum, Stimmen könnten aus der CDU gekommen sein. Wie die Fraktion damit umgeht

 28.10.2026

Berlin

Verfassungsschutz warnt vor linksextremen Einflüssen

Für Samstag hat die Initiative Gen Z regelt deutschlandweit zu Protesten für Bildung und soziale Gerechtigkeit aufgerufen. Aus Sorge vor Ausschreitungen beobachten die Behörden die Lage genau

 28.10.2026

Berlin

Antisemitismusbeauftragte: »Jude« darf kein Schimpfwort sein

Katharina von Schnurbein tritt heute die Nachfolge von Felix Klein in der Bundesregierung an. Ihr erklärtes Ziel klingt einfach

 28.10.2026

Belgrad

Serbien: Anschlag auf Polizisten vor israelischer Botschaft

Erneut wird ein Wachbeamter vor der israelischen Botschaft angegriffen. Der Vorfall weckt Erinnerungen - welche Sicherheitsmaßnahmen die Behörden jetzt ergreifen

 28.10.2026

Washington D.C.

Trump reklamiert Anteil an Netanjahus überraschend starkem Wahlergebnis

»Als meine Unterstützung bekannt wurde, hat ihm das sehr geholfen«, sagt der amerikanische Präsident

 28.10.2026

Analyse

Die Wahl bringt keinen klaren Sieger hervor - was nun?

Die Wahlbeteiligung war mit 77,7 Prozent die höchste seit mehr als einem Vierteljahrhundert. Doch die richtungsweisende Wahl in Israel ergab zunächst kein klares Ergebnis. Wie geht es jetzt weiter?

von Sara Lemel  27.10.2026

Debatte

Linke vertagt Entscheidung um Vanessa Emde

Die Berliner Linke ringt seit Wochen um den richtigen Umgang mit einer israelfeindlichen Abgeordneten. Nach einer Fraktionssitzung wurde wieder keine Lösung präsentiert

 27.10.2026

Berlin

Volker Beck zur Wahl: Regierungswechsel wäre gut für Israel

Der Urnengang entscheidet über die politische Zukunft von Benjamin Netanjahu. Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft argumentiert, der Regierungschef habe viel Vertrauen verspielt

 27.10.2026

Beate Zschäpe im Jahr 2021 in ihrem Prozess

Rechtsextremismus

Gericht: NSU-Terroristin Zschäpe soll bis mindestens 2035 in Haft bleiben

Beate Zschäpe wollte vorzeitig aus der Haft entlassen werden. Das Gericht sagt Nein. Doch die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig

von Christoph Trost  27.10.2026