Rechtsextremismus

Facebook löscht Seite des »Compact-Magazin«

Jürgen Elsässer, Chefredakteur des rechtsextremen Magazins »Compact« Foto: dpa

Rechtsextremismus

Facebook löscht Seite des »Compact-Magazin«

Die Sperrung ist für das Magazin ein Schlag: Mehr als 90.000 Menschen bewerteten die Seite mit einem Like

 29.08.2020 21:28 Uhr

Facebook und Instagram haben einem Bericht zufolge die Seiten des in der rechtsextremistischen Szene beliebten »Compact-Magazins« gesperrt. Auf den entsprechenden Accounts heißt es seit Freitagabend, Seite beziehungsweise Inhalt seien nicht verfügbar.

Eine Facebook-Sprecherin bestätigte WDR und NDR den nicht angekündigten Schritt. »Wir verbieten Organisationen und Personen unsere Dienste zu nutzen, wenn sie Menschen aufgrund von Merkmalen wie Herkunft, Geschlecht und Nationalität systematisch angreifen. Daher haben wir das «Compact-Magazin» von Facebook und Instagram entfernt«, sagte sie den beiden Sendern.

Der Verfassungsschutz zählt das »Compact-Magazin« zur rechtsextremistischen und antisemitischen »Neuen Rechte«.

Das Magazin ist für rechte Verschwörungsmythen bekannt. Es hatte für die an diesem Samstag in Berlin durchgeführte Demonstration gegen die Corona-Politik viel Werbung gemacht. Die Sperrung dürfte für das Magazin ein Schlag sein: Laut WDR und NDR hatten mehr als 90.000 Menschen die Seite mit einem Like bewertet.

INFORMELL Facebook beruft sich bei der Löschung auf sein eigenes Regelwerk. Man lösche die Seiten von Organisationen, wenn sie gegen die Hassstandards verstießen, heißt es. Facebook steht seit Monaten unter massivem Druck. Zahlreiche Unternehmen weltweit hatten angekündigt, keine Werbung mehr zu schalten, wenn Facebook nicht konsequenter gegen Hass im Netz vorgehe.

Das »Compact-Magazin« gehört zur Bewegung der »Neuen Rechte«. Mit diesem Begriff bezeichnet der Verfassungsschutz ein informelles Netzwerk, in dem rechtsextremistische und antisemitischen Kräfte verortet werden. Dazu zählt der Inlandsgeheimdienst auch das Compact-Magazin. dpa

Seeon

Schuster warnt vor Auswanderung von Juden aus Deutschland

In vielen Bundesländern und auch im Bund darf sich die AfD laut Umfragen Hoffnung auf eine Regierungsbeteiligung machen. Der Präsident des Zentralrates der Juden warnt vor dramatischen Folgen

 07.01.2026

Be'eri

Nach dem 7. Oktober

Daniel Neumann hat den Kibbuz Be’eri besucht und fragt sich, wie es nach all dem Hass und Horror weitergehen kann. Er weiß, wenn überhaupt, dann nur in Israel

von Daniel Neumann  06.01.2026

Drohung

Iran deutet möglichen Präventivschlag gegen Israel an         

Im Iran gehen wieder Menschen gegen die Staatsführung auf die Straße. Die militärischen Spannungen in der Region reißen jedoch nicht ab

 06.01.2026

Jerusalem

Netanjahu unterstützt iranische Proteste

Der entscheidende Moment, in dem die Iraner ihr Schicksal selbst in die Hand nähmen, sei möglicherweise gekommen, erklärt der Ministerpräsident in Jerusalem

 06.01.2026

Berlin

Anklage: Wegen Davidstern Messer gezogen

In Berlin hat im vergangenen Juni ein 29-Jähriger aus mutmaßlich antisemitischen Motiven einen 60-Jährigen mit einem Messer bedroht. Jetzt wurde Anklage erhoben

 06.01.2026

Berlin

Tagung »Digitale Horizonte«: Wie sich Erinnerungskultur im digitalen Zeitalter wandelt

Wie verändert die Digitalisierung das kollektive Erinnern? Welche Chancen eröffnen neue Technologien – und wo liegen ihre Grenzen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Konferenz

 06.01.2026

Oberbayern

CSU-Klausur startet mit Söder und Schuster

Bei klirrender Kälte startet die CSU im Kloster Seeon ins neue Jahr. Auch der Präsident des Zentralrates der Juden ist dabei

 06.01.2026

Brandenburg

Nach Brandanschlag: Beauftragter gegen Judenhass erneut bedroht

Nach dem Angriff auf sein Privathaus wurde Andreas Büttner nur einen Tag später auch am Arbeitsplatz bedroht. Das Landeskriminalamt nahm Ermittlungen auf

 06.01.2026

Meinung

Blind auf dem linken Auge: Die »Vulkangruppe« in Berlin und der Terror

Wie Politik und Öffentlichkeit Gewalt verharmlosen, sofern sie aus einem bestimmten politischen Milieu stammt

von Roman Haller  05.01.2026