Berlin

»Explosion an gewaltbereitem Judenhass«

Dieter Graumann Foto: Rafael Herlich

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat den Judenhass bei pro-palästinensischen Demonstrationen scharf verurteilt und Politik, Medien, Zivilgesellschaft sowie muslimische Verbände zu einem klaren Bekenntnis gegen diesen Antisemitismus aufgefordert.

Zu den jüngsten antisemitischen Vorfällen bei den bundesweit stattfindenden Demonstrationen erklärte Zentralratspräsident Dieter Graumann am Montag in Berlin: »Wir erleben hierzulande gerade eine Explosion an bösem und gewaltbereitem Judenhass, die uns alle schockiert und bestürzt. Dass auf deutschen Straßen antisemitische Aufrufe der übelsten und primitivsten Art skandiert werden können, hätten wir niemals im Leben mehr für möglich gehalten.«

Anschlagsziele Graumann fragte: »Wo bleiben in diesen Stunden die klaren und lauten Verurteilungen aus Politik, Medien und Zivilgesellschaft? Juden werden in Deutschland wieder offen bedroht und zum Teil auch angegriffen, Synagogen beschmiert und zum Anschlagsziel deklariert.« Diese neue Dimension des Antisemitismus werde viel zu wenig beachtet. Antisemitismus dürfe nicht verschwiegen, sondern müsse thematisiert und entschlossen bekämpft werden. »Meinungsfreiheit ja, aber Volksverhetzung nein und niemals!«, schrieb Graumann.

Toleranz habe ihre Grenzen dort, wo andere Menschen verunglimpft und angegriffen werden, betonte der Zentralratspräsident. »Hier geht es oft gar nicht mehr um Kritik an konkreter israelischer Regierungspolitik, hier regiert zu offensichtlich der reine und blanke Judenhass. Viel zu leichtfertig wird es den schamlosen Judenhassern möglich gemacht, ihre Volksverhetzung offen zu propagieren.«

»Diese dramatische Entwicklung macht uns, der jüdischen Gemeinschaft, mittlerweile sehr große Sorgen. Wir wünschen uns in diesen Tagen daher viel mehr entschlossenes Engagement für die jüdische Gemeinschaft im Land. Freundschaft zeigt sich schließlich gerade, wenn man sie braucht. Und jetzt suchen wir unsere Freunde in diesem Land.«

München

Haft für mehrfach vorbestraften Holocaustleugner

Selbst im Gerichtssaal tätigte der Verurteilte weitere strafrechtlich relevante Äußerungen

 24.09.2026

Gespräch

Antisemitismusbeauftragter: Linke muss sich von Antisemiten trennen

Brandenburgs Antisemitismusbeauftragter Andreas Büttner fordert von der Linken einen entschlosseneren Umgang mit Antisemitismus. Im Interview spricht der frühere Linken-Politiker darüber, was die Partei ändern müsse

 24.09.2026

Berlin-Wahl und ihre Folgen

Katherina Reiche: Linke-Regierung in Berlin gefährlich für Standort

Enteignungen und Judenhass seien für den Investitionsstandort Deutschland gefährlich, sagt die Bundeswirtschaftsministerin

 24.09.2026

Berlin

CDU bringt Verfassungsschutz-Prüfung der Linken ins Spiel

Der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Alexander Throm, begründete seinen Vorstoß mit Verbindungen einzelner Linken-Politiker zur organisierten Kriminalität sowie mit Antisemitismus

 24.09.2026

Bern

Verantwortung lässt sich nicht neutralisieren

Die Schweiz debattiert anlässlich einer Volksabstimmung über ihre Neutralität. Ein Kommentar von JA-Schweiz-Korrespondentin Nicole Dreyfus

von Nicole Dreyfus  24.09.2026

Berlin

Jüdische Sozialdemokraten gegen Koalition der SPD mit der Linken

»Schon längst werden wir nicht mehr nur von rechts bedroht«, schreibt Renée Röske, die Vorsitzende des Arbeitskreises

 24.09.2026

Debatte

Wehret den Anfängen gilt rechts und links

Ein Offener Brief an Bischof Christian Stäblein vom Evangelischen Arbeitskreis der CDU Berlin/Brandenburg

von Cornelia Seibeld  24.09.2026 Aktualisiert

New York

Peseschkian vor der UNO: Iran will »Widerstand« fortsetzen

Der Präsident des Terror-Regimes in Teheran beklagt »Aggression und Ungerechtigkeit«. US-Außenminister Rubio kontert ihm

 24.09.2026

Kommentar

Sprecht mit uns. Nehmt uns ernst

Herr Ramelow, die jüdische Gemeinschaft, die vor Judenhass warnt, ist nicht das Problem. Antisemitismus ist das Problem - insbesondere in Ihrer Partei

von Avitall Gerstetter  24.09.2026