Internet

Expertin: Islamisten ködern Jugendliche über Lifestyle

Foto: picture alliance / ROBIN UTRECHT

Kinder und Jugendliche sind aus Sicht einer Expertin immer größeren Gefahren durch radikale Islamisten in Sozialen Netzwerken ausgesetzt. Auf den Online-Plattformen seien sie »besonders gut zu erreichen für islamistische Propaganda«, sagte Friederike Müller im Interview der »Süddeutschen Zeitung«. Die Sozialpädagogin ist Geschäftsführerin des Bochumer Jugendhilfevereins Ifak, der unter anderem Präventionsprogramme und Beratung für junge Menschen anbietet.

Gleichzeitig habe sich die Art und Weise, in der die Islamisten ihre Propaganda verbreiten, geändert. Sie sei nun vielmehr auf junge Menschen ausgerichtet, erklärte Müller.

Selbst der IS fährt eine neue Strategie

»Selbst der IS ist umgeschwenkt von seiner sehr kämpferischen Selbstdarstellung hin zu einer Ansprache, die mehr in Richtung Lifestyle und Jugendkultur geht. Da geht es mehr um lebensweltliche Themen von jungen Menschen, zum Beispiel: Wie verhalte ich mich als vermeintlich guter Muslim in bestimmten Alltagssituationen?« Dadurch gäben die islamistischen Influencer den Jugendlichen »das Gefühl verstanden zu werden«.

Lesen Sie auch

Durch weibliche Stimmen, wie die zum salafistischen Islam konvertierte frühere Kickboxerin Hanna Hansen, würden zudem auch Mädchen verstärkt angesprochen. »Gerade für Mädchen und junge Frauen, die sich als Musliminnen nicht mehr in der untergeordneten Rolle sehen, sondern durchaus als stark, kann so jemand ein mega Vorbild sein.«

Expertin: Darauf sollten Eltern achten

Eltern rät die Expertin, mehr Interesse daran zu zeigen, in welchen Netzwerken ihre Kinder unterwegs seien. Gleichzeitig gebe es Anzeichen für Radikalisierungsprozesse, auf die geachtet werden könne. »Das kann ein totaler Rückzug sein. Das kann aber auch sein, dass sich jemand wirklich sehr intensiv mit dem Islam auseinandersetzt: Wenn Jugendliche plötzlich mit Koranversen argumentieren, wenn junge Frauen sich plötzlich verschleiern.«

Von den Schulen verlangt Müller mehr Fokus auf Medienkompetenz zu legen. Den Schülerinnen und Schülern müsse intensiver vermittelt werden, die Dinge einzuordnen, die sie auf Social Media sehen, so Müller. »Demokratieförderung in der Schule sollte ein eigenes Fach werden, in dem Kinder und Jugendliche erarbeiten, wie wir als Gesellschaft miteinander umgehen wollen.« kna

Kommentar

Ja, du bist gemeint!

Im Leben gibt es Menschen, die erkennen, was vor sich geht, und andere, die einfach blind den Trends folgen. Warum ich an der Seite meiner jüdischen Freunde stehe

von Boy George  11.09.2026

Washington D.C.

Trump verteidigt Iran-Krieg und kündigt weiteren wirtschaftlichen Druck an

»Wenn ich es noch einmal tun müsste, würde ich genau das tun, was ich getan habe«, sagt der amerikanische Präsident

 11.09.2026

Peenemünde

»Gibt nichts umsonst«: Merkel fordert Einsatz für Demokratie

Die frühere Bundeskanzlerin hat eine 700 Seiten starke Autobiografie über ihr politisches Leben geschrieben. Bei einer Sonderlesung in Mecklenburg-Vorpommern findet eine Passage besonderen Widerhall

 11.09.2026

Washington D.C./New York

25 Jahre nach 9/11 – USA gedenken der Terroropfer

Zum 25. Jahrestag erinnern zahlreiche Zeremonien an die fast 3000 Opfer der Terroranschläge vom 11. September – und an Menschen, die bis heute an den Folgen der Anschläge sterben

von Anne Pollmann  11.09.2026

Großbritannien

Applaus für britischen Außenminister von der Hamas

Ein hochrangiger Funktionär der Terrorgruppe begrüßt die Sanktionen, mit denen das Vereinigte Königreich Israel belegt hat. Das sei ein »wichtiger Schritt in die richtige Richtung«

 10.09.2026

Sachsen-Anhalt-Wahl

Nach AfD-Sieg: Cem Özdemir rief jüdische Gemeinden an

Der Ministerpräsident versicherte, dass sie in Baden-Württemberg nicht auf gepackten Koffern sitzen müssten

 10.09.2026

Bayern

Jugendlicher bestreitet Anschlagspläne auf Synagoge

Ein 16-Jähriger steht in Augsburg wegen Planung eines Anschlags vor Gericht. Ihm werden schwere Straftaten vorgeworfen. Das Verfahren läuft unter Ausschluss der Öffentlichkeit

 10.09.2026

Rosch Haschana

Neujahrswünsche von Friedrich Merz und Johann Wadephul

Zum jüdischen Neujahrsfest schicken der Bundeskanzler und der Bundesaußenminister Grußbotschaften an die jüdischen Gemeinden

 10.09.2026

Krieg

Iran bereit für »Blitzoffensive«

Die iranische Militärführung betont ihre Bereitschaft zu schnellen Einsätzen im ganzen Land. Was Kommandeur Hassansadeh über Motivation und Strategie sagt

 10.09.2026