Brüssel

EU legt Mitgliedstaaten Konzept für Libanon-Einsatz vor

EU-Fahnen vor dem Europa-Gebäude in Brüssel Foto: picture alliance / dts-Agentur

Die EU plant einen Unterstützungseinsatz für die Streitkräfte und die Polizei im Libanon. Ein Konzept aus dem Auswärtigen Dienst sieht nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur vor, eine mindestens dreijährige militärische und zivile Mission zu starten, um die Einsatzfähigkeit und Einsatzbereitschaft der Kräfte durch Beratung, Ausbildung und Schulung zu erhöhen. Diese sollen in die Lage versetzt werden, die Kontrolle über das gesamte libanesische Staatsgebiet auszuüben und ein staatliches Waffenmonopol durchzusetzen.

Bislang werden Teile des Libanon von der proiranischen Terror-Miliz Hisbollah kontrolliert. Deren Angriffe auf Israel führten zuletzt wieder dazu, dass Israel eine Militäroffensive im Libanon startete. Die libanesische Regierung hat eine Entwaffnung der Hisbollah zwar mehrfach zugesichert, ist bei der Umsetzung aber bislang gescheitert. Israel will seine Truppen erst dann wieder aus dem Südlibanon abziehen, wenn ein solcher Schritt vollzogen ist.

Die genaue Größe und Zusammensetzung der Mission soll nach dem Konzept erst in den nachfolgenden operativen Planungen festgelegt werden. Die Gesamtzahl werde auch von der Unterstützung des Gastlandes abhängen, heißt es in dem Dokument, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Auch zu den erwarteten Kosten gibt es zunächst keine konkreten Angaben.

Lesen Sie auch

Entscheidung im Herbst?

Das Konzept soll nun in den nächsten Wochen von den für Sicherheitsfragen zuständigen Botschaftern der Mitgliedstaaten in Brüssel geprüft werden. Nach einer Billigung könnten die Außenminister der EU-Staaten die Einrichtung der Mission dann im Herbst formell beschließen.

Der derzeitige UN-Blauhelm-Einsatz im Libanon (Unifil) endet Ende des Jahres. Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte sich zuletzt offen dafür gezeigt, auch andere Unterstützungsmöglichkeiten ins Auge zu fassen. Der Aufbau leistungsfähiger libanesischer Streitkräfte bleibe für die Stabilisierung des Libanons entscheidend, sagte er im Mai im Bundestag.

Der UN-Sicherheitsrat hatte im August 2025 die Beendigung der gesamten Unifil-Mission beschlossen. Sie wurde 1978 zur Überwachung des Grenzgebiets zwischen Israel und dem Libanon gestartet. Nach ihrem Abzug soll die libanesische Armee die Kontrolle übernehmen. dpa/ja

Kräfte der bayerischen Polizei stehen am Welfen-Gymnasium.

Anschlag

Judenhass im »Manifest« des Schongauer Attentäters

Im Fall der Gewalttat an einem Gymnasium in Schongau am Mittwoch vergangener Woche gibt es offenbar Hinweise auf einen judenfeindlichen Hintergrund

 16.07.2026

ZDF

ZDF verbietet Igor Levit und Danger Dan zu singen

Auf Social Media werfen die Musiker Igor Levit und Danger Dan dem öffentlich-rechtlichen Sender ZDF Zensur vor. Dabei geht es um ein gemeinsames Lied für die Sendung »Die Anstalt«

 16.07.2026 Aktualisiert

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Herkunft und Sympathien der Spielerikone kursieren, erzählen die Söhne eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine andere, besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  16.07.2026 Aktualisiert

Fake

Faktencheck: Bild von Epstein mit Merz stammt aus Google-KI

Der Bundeskanzler legt den Arm um Jeffrey Epstein – schenkt man einem Bild Glauben, das aus den Akten über den verstorbenen Missbrauchstäter zu stammen scheint. Aber es ist eine Fälschung ohne jede Grundlage

 16.07.2026

Feiertage in Gefahr?

Weimer warnt vor Abschaffung von Weihnachten durch die AfD

Wintersonnenwende und Julfest? Diese Feste wollten AfD-Deligierte in Sachsen-Anhalt im Kalender einführen. Kulturstaatsminister Weimer entgegnet: »Ich bin absolut Team Weihnachten.«

von Katrin Gänsler  16.07.2026

Chemnitz/Zeithain

Neonazi Liebich in Männergefängnis verlegt

Nach seiner Flucht ins Ausland ist der Rechtsextremist, der angeblich transsexuell ist, seit gestern wieder in Deutschland. Zunächst wurde er in ein Frauengefängnis gebracht - doch dabei bleibt es nicht

 16.07.2026

US-Repräsentantenhaus

Mehr als 100 Demokraten stimmen für Ende der Militärhilfe an Israel

Das Abstimmungsergebnis gilt als Zeichen eines tiefgreifenden Wandels innerhalb der Partei von Clinton, Obama und Biden

 16.07.2026

Washington D.C.

JD Vance verbreitet Verschwörungstheorien zu Israel und Epstein

Epstein habe Verbindungen »zu den höchsten Ebenen« der israelischen Geheimdienste unterhalten, sagt der US-Vizepräsident. Belege für diese Behauptung legt er nicht vor

 16.07.2026

Meinung

So markiert man Feinde

Die sogenannte Studie der Rosa-Luxemburg-Stiftung zur UNRWA enthält entlarvende Widersprüche. Sie konstruiert eine angebliche Kampagne gegen das Palästinenserhilfswerk und stellt dessen Kritiker in die rechte Ecke

von Rebecca Schönenbach  16.07.2026