München

Ermittlungen gegen jüdischen Jugendlichen

Die jüdische Familie S. aus München kann bis heute noch nicht so recht fassen, was am 16. Januar dieses Jahres geschah. Gerade mal sechs Uhr ist es, als unerwarteter Besuch sie unsanft aus dem Schlaf reißt.

Drei Polizeibeamte des Münchner Kommissariats 44, zuständig für Straftaten mit rechtsextremem Hintergrund, stehen vor der Tür – Durchsuchungsbeschluss inklusive. Im Visier der Staatsschützer steht David S., der 15-jährige Sohn der Familie. Minuten später stürmen sie das Zimmer des noch schlafenden Teenagers. Ob er eine Aussage zur Sache machen will, fragt einer von ihnen, während der andere den Laptop des Teenagers konfisziert.

Anlass dieser Maßnahme: der Vorwurf einer Beleidigung gemäß §185 StGB. Denn David S., so der Verdacht der Münchner Staatsanwaltschaft, soll im Juli vergangenen Jahres den Passauer Strafrechtsprofessor Holm Putzke in einer privaten Facebook-Nachricht als »kleines dreckiges Vorhautschwänzchen« bezeichnet haben.

Strafanzeige Putzke, der sich mittlerweile als ausgewiesener Beschneidungsgegner einen Namen gemacht hat, ging das zu weit. Er erstattete Strafanzeige gegen Unbekannt. Die Ermittlungen begannen und führten zu David S., der unter Pseudonym im sozialen Netzwerk Facebook aktiv ist.

Dass er mit seiner Anzeige einen jüdischen Teenager getroffen hat, habe Putzke nicht gewusst. Damit konfrontiert, argumentiert er, es könne »sicherlich nicht schaden, früh zu lernen, dass Beleidigungen keine akzeptable Form der Kommunikation und sachlichen Auseinandersetzung sind«.

Mittlerweile hat sich der renommierte Münchner Strafverteidiger Steffen Ufer der Sache angenommen. Gegen den Durchsuchungsbeschluss legte er umgehend Beschwerde beim Amtsgericht München ein. Dieser sei nicht verhältnismäßig und somit rechtswidrig. Nicht zuletzt, weil die Täterschaft des David S. keineswegs bewiesen sei, dieser zum vorgeworfenen Tatzeitpunkt 14 – also gerade erst strafmündig – war und nicht vorbestraft ist.

Die Jugendkammer des Landesgerichts München I gab ihm nun recht und erklärte den Beschluss jüngst für rechtswidrig. Das Ermittlungsverfahren gegen David S. dauert dagegen noch an.

Kampala

50 Jahre nach Operation in Entebbe: Uganda baut Statue für Joni Netanjahu

Der ungandische Verteidungsminister Muhoozi Kainerugaba kündigt das Vorhaben an. Der Bruder des heutigen Ministerpräsidenten Netanjahu fiel bei der »Operation Thunderbolt« 1976 in Entebbe

von Imanuel Marcus  20.02.2026

Andrews-Luftwaffenbasis

Zehn Tage bis zwei Wochen: Trump setzt Iran Frist

»Sie müssen ein Abkommen schließen. Wenn das nicht passiert, werden schlimme Dinge geschehen«, sagt der amerikanische Präsident

 20.02.2026

Washington D.C./Gaza

Trotz Milliardenzusage: Zweifel an Trumps Gaza-Friedensplan

Der US-Präsident hat Milliardenhilfen seines umstrittenen Friedensrats für Gaza angekündigt. Doch die Frage der Entwaffnung der Hamas bleibt ungelöst. Und die Terroristen haben eigene Forderungen

 20.02.2026

Essay

Iran ist nicht das islamistische Regime. Iran, das seid ihr!

Eine Verneigung vor dem Mut der freiheitsliebenden Menschen im Iran und in der iranischen Diaspora

von Sarah Maria Sander  19.02.2026

Washington D.C.

Steht ein US-Militärschlag gegen Iran kurz bevor?

Das US-Militär wäre amerikanischen Berichten nach in der Lage, bereits an diesem Wochenende Angriffe auf iranische Ziele zu starten

 19.02.2026

Sanktionen

EU setzt Revolutionsgarden auf Terrorliste

Um an der Macht zu bleiben, hat Irans Führung Massenproteste brutal niedergeschlagen. Nun ist in der EU als Reaktion darauf eine Entscheidung offiziell, die jahrelang nicht möglich war.

 19.02.2026

Warschau

Polen ruft seine Bürger zum Verlassen des Iran auf

Die Regierung warnt vor einem drohenden Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Donald Tusk fordert die Bürger auf, sofort aus dem Land auszureisen. Eine Evakuierung könnte bald unmöglich sein

 19.02.2026

Meinung

Königliches Versagen im Kulturbetrieb

Das renommierte Reina-Sofía-Museum in Madrid setzt eine Schoa-Überlebende vor die Tür. Die Existenz des Juden wird zur Provokation, die Befindlichkeit des Antisemiten zum schützenswerten Gut. Spanien ist verloren!

von Louis Lewitan  19.02.2026

New York

Naher Osten: Umfangreichste US-Militärpräsenz seit 2003

Bis zu drei Flugzeugträger sowie zahlreiche Kampfjets der Typen F-16, F-22 und F-35 sind in der Region oder sollen dorthin unterwegs sein

 19.02.2026