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Meinung

Ende der Märchenstunde

Das kommt nicht eben häufig vor: Der Jüdische Weltkongress und Israels Regierung loben den Papst. In seinem neuen Buch, das diese Woche erscheint, betont Benedikt XVI.: Das jüdische Volk ist nicht schuld am Tod Jesu. Keine besondere Enthüllung. Schon 1965 gelangte der Vatikan während des Zweiten Vatikanischen Konzils zu dieser Erkenntnis. Doch kann sie der Papst nicht oft genug wiederholen, denn nur so werden alle Gläubigen sie auch verinnerlichen. Jahrhundertelang predigte die Kirche das böse Märchen vom jüdischen Gottesmord. Wie kann sich da von heute auf morgen die Ansicht durchsetzen, dass die Geschichte eigentlich ganz anders verlief? Leider war der Vatikan bisher wenig ambitioniert, die neue Lehre in alle Gemeinden zu tragen. Oft stand innenpolitisches Kalkül im Weg – die Angst, ultrakonservative Kreise könnten sich vor den Kopf gestoßen fühlen, wenn die Kirchenführung von ihrer antijüdischen Linie abweicht. Übrigens: Am Mittwoch hat für Christen die Passionszeit begonnen. Der Papst sollte die 40 Tage gut nutzen, um seine Bischöfe und Priester weltweit aufzufordern, in ihren Karfreitagspredigten zu betonen, dass »die Juden« keine Jesusmörder waren. Dann wird man ihm abnehmen, dass er es mit seinem Respekt vor dem Judentum ernst meint.

Nürnberg

Interaktives NS-Dokumentationszentrum öffnet

Nach fünf Monaten Probebetrieb wird das neu gestaltete Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg am kommenden Mittwoch feierlich eröffnet. Im Zentrum des Ausstellungskonzepts stehen Barrierearmut und ein multimediales Angebot

von Julia Riese  28.10.2026

Reaktion

Laschet: Chancen auf politische Versöhnung in Israel gestiegen

Der Ausgang der Wahl in Israel ist unklar - die Auszählung dauert an. Doch CDU-Außenpolitiker Armin Laschet äußert sich in einer ersten Einschätzung zuversichtlich

 28.10.2026

Washington D.C.

Trump will Ben-Gvir offenbar aus Netanjahus nächster Regierung heraushalten

Angesichts der unklaren Mehrheitsverhältnisse nach der Parlamentswahl könnte der US-Präsident zudem auf eine nationale Einheitsregierung drängen

 28.10.2026

Meinung

Wieder ein »kleiner Geländegewinn«

Die Linken-Abgeordnete Vanessa Emde hat es erneut geschafft, die Regierungsunfähigkeit ihrer Partei zu demonstrieren

von André Anchuelo  28.10.2026

Magdeburg

CDU-Abgeordnete sollten eidesstattliche Erklärung unterschreiben

Seit der Wahl eines AfD-Politikers zum Landtagspräsidenten steht der Verdacht im Raum, Stimmen könnten aus der CDU gekommen sein. Wie die Fraktion damit umgeht

 28.10.2026

Berlin

Verfassungsschutz warnt vor linksextremen Einflüssen

Für Samstag hat die Initiative Gen Z regelt deutschlandweit zu Protesten für Bildung und soziale Gerechtigkeit aufgerufen. Aus Sorge vor Ausschreitungen beobachten die Behörden die Lage genau

 28.10.2026

Berlin

Antisemitismusbeauftragte: »Jude« darf kein Schimpfwort sein

Katharina von Schnurbein tritt heute die Nachfolge von Felix Klein in der Bundesregierung an. Ihr erklärtes Ziel klingt einfach

 28.10.2026

Belgrad

Serbien: Anschlag auf Polizisten vor israelischer Botschaft

Erneut wird ein Wachbeamter vor der israelischen Botschaft angegriffen. Der Vorfall weckt Erinnerungen - welche Sicherheitsmaßnahmen die Behörden jetzt ergreifen

 28.10.2026

Washington D.C.

Trump reklamiert Anteil an Netanjahus überraschend starkem Wahlergebnis

»Als meine Unterstützung bekannt wurde, hat ihm das sehr geholfen«, sagt der amerikanische Präsident

 28.10.2026