Meinung

Ende der Märchenstunde

Das kommt nicht eben häufig vor: Der Jüdische Weltkongress und Israels Regierung loben den Papst. In seinem neuen Buch, das diese Woche erscheint, betont Benedikt XVI.: Das jüdische Volk ist nicht schuld am Tod Jesu. Keine besondere Enthüllung. Schon 1965 gelangte der Vatikan während des Zweiten Vatikanischen Konzils zu dieser Erkenntnis. Doch kann sie der Papst nicht oft genug wiederholen, denn nur so werden alle Gläubigen sie auch verinnerlichen. Jahrhundertelang predigte die Kirche das böse Märchen vom jüdischen Gottesmord. Wie kann sich da von heute auf morgen die Ansicht durchsetzen, dass die Geschichte eigentlich ganz anders verlief? Leider war der Vatikan bisher wenig ambitioniert, die neue Lehre in alle Gemeinden zu tragen. Oft stand innenpolitisches Kalkül im Weg – die Angst, ultrakonservative Kreise könnten sich vor den Kopf gestoßen fühlen, wenn die Kirchenführung von ihrer antijüdischen Linie abweicht. Übrigens: Am Mittwoch hat für Christen die Passionszeit begonnen. Der Papst sollte die 40 Tage gut nutzen, um seine Bischöfe und Priester weltweit aufzufordern, in ihren Karfreitagspredigten zu betonen, dass »die Juden« keine Jesusmörder waren. Dann wird man ihm abnehmen, dass er es mit seinem Respekt vor dem Judentum ernst meint.

Sachsen

Chemnitz und Zwickau gedenken der Opfer des NSU

Der »Nationalsozialistische Untergrund« ermordete zehn Menschen aus rassistischen und rechtsextremistischen Motiven. Die Terrorzelle lebte in Chemnitz und Zwickau im Untergrund. 2011 flog sie auf

 03.11.2026

Frankfurt

Jüdische Akademie soll »Haus der Zukunft« sein

In der ersten Diskussionsrunde der neuen Jüdischen Akademie in Frankfurt stieß ein Wunsch angesichts von Antisemitismus und innerjüdischer Differenzen auf große Zustimmung: Die Akademie soll ein »Haus der Zukunft« sein

 03.11.2026

Meinung

Junge Jüdinnen und Juden stehen vor einem Dilemma

Wir sind genauso von den steigenden Preisen, der Wehrplichtdebatte und der Klimakrise betroffen, wie die Demonstranten vom Wochenende. Aber wir können und werden uns nicht mit Leuten gemein machen, die den Hass auf uns und auf Israel schüren

von Tim Kurockin  03.11.2026

Serbien

Botschafts-Attentäter plante auch Anschlag auf Jüdisches Museum in München

Dario N. wurde Ende Oktober bei einem Angriff auf die israelische Botschaft in Belgrad erschossen. Nur drei Monate zuvor war er aus Deutschland abgeschoben worden

 03.11.2026

Iran

Mullah-Regime richtet zwei Demonstranten hin

Die Männer hatten Anfang des Jahres an den blutig niedergeschlagenen Protesten teilgenommen

 03.11.2026

Midterm-Wahlen

Wird US-Präsident Trump zur lahmen Ente?

Für Donald Trump wird es eine Schicksalswahl: Heute wählt Amerika einen neuen Kongress. Sollten die Demokraten gewinnen, könnte Trump nur noch per Dekret regieren

 03.11.2026

Iran-Krieg

US-Armee greift Insel Gheschm an

Vor den Kongress-Wahlen am Dienstag haben US-Kampfflugzeuge eine Stellung der Revolutionsgarden attackiert

 03.11.2026

Staatsangehörigkeit

170.000 Anträge von NS-Verfolgten und Nachfahren auf Einbürgerung

Immer mehr Menschen beantragen die deutsche Staatsbürgerschaft über die sogenannte Wiedergutmachungs-Einbürgerung - fast die Hälfte der Anträge kommen aus Israel

 03.11.2026

München

20 Jahre Ohel-Jakob-Synagoge: Merz, Aigner und Söder beim Festakt

Am 9. November 2006 wurde die Synagoge Ohel Jakob eröffnet - als Zeichen für die Rückkehr jüdischen Lebens ins Herz Münchens. Den 20. Jahrestag feiert die Kultusgemeinde mit einem Festakt. Erwartet werden prominente Gäste, etwa Bundeskanzler Merz

 02.11.2026