Einspruch

Eine Liste der Schande

Die Welt ist voller Listen: »Die zehn besten Romane aller Zeiten«, »Die zehn klügsten Philosophen« oder »Die zehn Schauspielerinnen mit den längsten Beinen«. Ist es da sinnvoll, wenn die Anti-Defamation League (ADL), jene rührige Organisation, die in Amerika gegen Antisemitismus und Rassismus kämpft, den schon vorhandenen Listen eine weitere hinzufügt? Und zwar eine Liste jener zehn Organisationen, die sich im Jahr 2013 am meisten durch antiisraelische Propaganda hervorgetan haben?

frieden Ja, es ist sinnvoll. Denn die ADL zählt nicht nur auf. Sie macht zudem deutlich, welche Ideologie die jeweilige Gruppe vertritt, wie viele Leute auf Facebook sie »geliket« haben, über wie viel Geld sie verfügt. Keine Überraschung: Beinahe alle antiisraelischen Gruppen (etwa »CODEPINK: Women for Peace«) geben vor, im Namen des Friedens zu sprechen, wenn sie den jüdischen Staat in Grund und Boden verdammen. Nicht verblüffend auch, dass viele von ihnen (etwa »Act Now to Stop War and End Racism«) die Lüge verbreiten, Israel sei ein Apartheidstaat.

Manche der antiisraelischen Gruppen sind islamisch. Interessant ist aber, welche Organisation die ADL ausdrücklich nicht in ihre Schandliste mit aufgenommen hat: nämlich CAIR, das »Council on American-Islamic Relations«, den konservative Amerikaner für eine Frontorganisation der Muslimbruderschaft halten. (Nur in einer Randbemerkung wird CAIR kritisiert.)

hetze Quasi zum Ausgleich führt die ADL dann aber gleich zwei jüdische Organisationen auf: die »Jewish Voice for Peace« und »Neturei Karta«. Das ist auch richtig so. Denn beide Gruppen haben sich durch widerwärtige Hetze hervorgetan, vor allem an amerikanischen Universitäten. Vertreter von Neturei Karta haben sich sogar mit Terroristen der Hamas und der Hisbollah getroffen und sind zu Repräsentanten des antisemitischen Regimes in Teheran gepilgert. Judentum schützt eben vor gar nichts – auch nicht vor extremer Blödheit.

New York

Epstein-Akten: Falsche Leiche zur Ablenkung der Medien

Der Tod des jüdischen Straftäters ist Gegenstand etlicher Verschwörungserzählungen. In einem Dokument aus den jüngst veröffentlichten Akten wird der Abtransport der Leiche zur Gerichtsmedizin beschrieben

 11.02.2026

Jerusalem

Klöckner rät Israel von Einführung der Todesstrafe ab

Die Bundestagspräsidentin betont vor Journalisten Israels Recht auf Selbstverteidigung gegen den Hamas-Terror. Sie spricht aber auch heikle Themen an

 11.02.2026

Kommentar

 »Nie wieder!« ist eine grenzüberschreitende Daueraufgabe

Die Antisemitismus-Konferenz in St. Gallen macht klar: Judenhass macht vor Grenzen nicht halt und muss entsprechend bekämpft werden

von Jonathan Kreutner  11.02.2026

Washington D.C.

US-Regierung erwägt Beschlagnahmung iranischer Öltanker

Das Vorhaben gilt als Teil einer verschärften Sanktionsstrategie, mit der die Vereinigten Staaten Irans wichtigste Einnahmequelle ins Visier nehmen

 11.02.2026

Übersicht

Von Adel bis Politik: Das »Who is Who?« der Epstein-Akten

Der US-Multimillionär und Pädokriminelle Jeffrey Epstein verkehrte in höchsten Kreisen. Die nun veröffentlichten Akten bringen viele in Bedrängnis - dabei hatte nicht jeder direkt mit Epstein zu tun

 11.02.2026

Diplomatie

Felix Klein soll Botschafterposten bekommen

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung wird nach Informationen von »Table.Briefings« im Sommer die Leitung der Vertretung der Bundesrepublik bei der OECD in Paris übernehmen

 11.02.2026

Meinung

Sprachrohr der Hamas, Maulheldin der Vereinten Nationen

Wieder einmal macht Francesca Albanese mit ungeheuerlichen Äußerungen von sich reden. Doch Europas Politiker bleiben seltsam still

von Michael Thaidigsmann  11.02.2026

Nahost

Netanjahu mit Iran-Agenda in Washington – Gaza bleibt Streitpunkt

Der israelische Ministerpräsident will dem US-Präsidenten darlegen, welche Bedingungen aus seiner Sicht für ein Abkommen unverzichtbar sind, um Sicherheit und Stabilität im Nahen Osten zu gewährleisten.

 11.02.2026

Paris

13-jähriger Jude mit Messer bedroht und beraubt

Die jugendlichen Angreifer beschimpften das Opfer als »schmutziger Jude« und sollen ihm ein Messer an die Kehle gehalten haben

 11.02.2026