Sicherheit

»Eine gute Entscheidung«

Marie-Agnes Strack-Zimmermann Foto: imago images/photothek

Frau Strack-Zimmermann, die US-Regierung hat Israel grünes Licht für den Verkauf des Raketenabwehrsystems »Arrow 3« an Deutschland gegeben. Wie bewerten Sie die Entscheidung?
Es ist eine ausgesprochen gute Entscheidung. Ende März 2022 war ich mit Kollegen und Kolleginnen in Israel. Wir haben uns bereits, neben anderen Programmpunkten, von Israel Aerospace Industries dieses System im Detail vorstellen lassen und waren ob der Leistungsfähigkeit, modernste Angriffswaffen innerhalb einer sehr kurzen Reaktionszeit aus extremer Höhe abzuwehren, sehr beeindruckt. Um Deutschland und die europäischen Nachbarländer in Zukunft im Rahmen der European Sky Shield Initiative (ESSI) vor Luftfahrzeugen, Flugkörpern und Geschossen zu schützen, ist die Arrow 3 eine bedeutende Ergänzung, neben der IRIS-T SLM und der Patriot.

78 Jahre nach der Schoa und 75 Jahre nach Gründung des jüdischen Staates sorgt die israelische Luftabwehr für Deutschlands Sicherheit. Ist das ein Gedanke, der auch Sie bewegt?
Ausgesprochen. Dass Israel angesichts der deutschen Verbrechen in Zukunft Deutschlands Sicherheit mit seinem Know-how mitgestaltet und garantiert, grenzt für mich an ein Wunder.

Angela Merkel hat 2008 als Bundeskanzlerin vor der Knesset betont, dass Israels Sicherheit Teil deutscher Staatsräson sei. Ist Israels Beitrag zur Sicherheit der Bundesrepublik nicht inzwischen größer?
Völlig zu Recht sagte sie damit, dass Deutschland zu seiner Verantwortung ohne Wenn und Aber steht. Die vertiefte gemeinsame Zusammenarbeit angesichts der heutigen sicherheitspolitischen Herausforderungen ist historisch und schlägt ein neues Kapitel in unseren Beziehungen auf.

Israels Botschafter Ron Prosor hat die besondere Bedeutung der strategischen Beziehungen zwischen Israel und Deutschland gewürdigt. Teilen Sie seine Auffassung?
Unbedingt. Am 17. August 2020 flogen Kampfflugzeuge der deutschen und der israelischen Luftwaffe gemeinsam über Dachau, um an die Opfer des KZ zu erinnern. Drei Jahre später ist Deutschlands Luftwaffe einer Einladung Israels gefolgt und nahm erstmals anlässlich des israelischen Unabhängigkeitstages an einer großen Parade teil. Der »Tagesspiegel« hat die Situation treffend beschrieben: »Es ist ein außergewöhnlicher Moment für beide Länder. Mittwochmittag, exakt um 13.11 Uhr, donnern am strahlend blauen Himmel israelische und deutsche Kampfjets in 300 Metern Höhe gemeinsam über Jerusalem und die Knesset hinweg.«

Sind nach dem Drohnen-Deal Heron TP und dem Arrow-3-Beschaffungsvorhaben weitere Projekte geplant?
Soweit mir bekannt ist, bisher nicht.

Das Interview mit der Vorsitzenden des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestags führte Detlef David Kauschke.

New York

Epstein-Akten: Falsche Leiche zur Ablenkung der Medien

Der Tod des jüdischen Straftäters ist Gegenstand etlicher Verschwörungserzählungen. In einem Dokument aus den jüngst veröffentlichten Akten wird der Abtransport der Leiche zur Gerichtsmedizin beschrieben

 11.02.2026

Jerusalem

Klöckner rät Israel von Einführung der Todesstrafe ab

Die Bundestagspräsidentin betont vor Journalisten Israels Recht auf Selbstverteidigung gegen den Hamas-Terror. Sie spricht aber auch heikle Themen an

 11.02.2026

Kommentar

 »Nie wieder!« ist eine grenzüberschreitende Daueraufgabe

Die Antisemitismus-Konferenz in St. Gallen macht klar: Judenhass macht vor Grenzen nicht halt und muss entsprechend bekämpft werden

von Jonathan Kreutner  11.02.2026

Washington D.C.

US-Regierung erwägt Beschlagnahmung iranischer Öltanker

Das Vorhaben gilt als Teil einer verschärften Sanktionsstrategie, mit der die Vereinigten Staaten Irans wichtigste Einnahmequelle ins Visier nehmen

 11.02.2026

Übersicht

Von Adel bis Politik: Das »Who is Who?« der Epstein-Akten

Der US-Multimillionär und Pädokriminelle Jeffrey Epstein verkehrte in höchsten Kreisen. Die nun veröffentlichten Akten bringen viele in Bedrängnis - dabei hatte nicht jeder direkt mit Epstein zu tun

 11.02.2026

Diplomatie

Felix Klein soll Botschafterposten bekommen

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung wird nach Informationen von »Table.Briefings« im Sommer die Leitung der Vertretung der Bundesrepublik bei der OECD in Paris übernehmen

 11.02.2026

Meinung

Sprachrohr der Hamas, Maulheldin der Vereinten Nationen

Wieder einmal macht Francesca Albanese mit ungeheuerlichen Äußerungen von sich reden. Doch Europas Politiker bleiben seltsam still

von Michael Thaidigsmann  11.02.2026

Nahost

Netanjahu mit Iran-Agenda in Washington – Gaza bleibt Streitpunkt

Der israelische Ministerpräsident will dem US-Präsidenten darlegen, welche Bedingungen aus seiner Sicht für ein Abkommen unverzichtbar sind, um Sicherheit und Stabilität im Nahen Osten zu gewährleisten.

 11.02.2026

Paris

13-jähriger Jude mit Messer bedroht und beraubt

Die jugendlichen Angreifer beschimpften das Opfer als »schmutziger Jude« und sollen ihm ein Messer an die Kehle gehalten haben

 11.02.2026