Meinung

Ein Euro fürs Gedenken

Zahlen bitte Foto: JA

Seit Kurzem müssen kommerzielle Fremdenführer in der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen ein Zertifikat vorweisen und für jeden Besucher einen Euro bezahlen. Warum nicht, könnte man meinen, schließlich verdienen die Tourguides mit den Ausflügen nach Sachsenhausen zum Teil ordentlich. Dass die Gedenkstätte etwas davon abhaben möchte, ist nur allzu verständlich. Wie man hört, soll das Geld in die pädagogische Arbeit vor allem mit Schulklassen fließen. Dennoch ist die Ein-Euro-Kopfpauschale falsch, denn sie bricht ein Tabu.

Qualität Einige Fremdenführer haben inzwischen angekündigt, die Gebühr auf die Besucher umzulegen. Dann wäre Sachsenhausen die erste Einrichtung ihrer Art, die quasi Eintritt verlangt. So weit darf es nicht kommen! Wer etwas über die Gräuel der Nazis und den Holocaust erfahren möchte, muss das weiterhin kostenlos tun können. Dass die Gedenkstättenleitung die Qualität der Tourguides durch Schulungen verbessert und stichprobenartig kontrolliert, ist gut und richtig.

Doch muss sie andere Wege finden, sich am Gewinn der kommerziellen Anbieter zu beteiligen. Mag sein, dass der Betrag, den die Bundesregierung jährlich überweist, nicht ausreicht. Da muss man neu verhandeln. Dieser Tage, in denen das Staatssäckel offenbar zu platzen droht und Regierungspolitiker von Steuersenkungen reden, dürfte ein guter Zeitpunkt sein, um größeren Bedarf anzumelden. Denn mit einem Euro ist es nicht getan.

Magdeburg

Jüdische Gemeinden in Sachsen-Anhalt kritisieren Hallervorden-Wahlkampf der CDU

Der Landesverband der jüdischen Gemeinschaft schaltet sich mit deutlichen Worten in die Debatte ein

 06.08.2026

Dublin

Wegen Israel-Boykott: Irisches Regierungsflugzeug kann nicht mehr im Nebel landen

Beim Kauf der Maschine wurde bewusst auf das System »FalconEye« verzichtet, weil der israelische Rüstungskonzern Elbit Systems an dem Produkt beteiligt ist

 06.08.2026

Mehrere Flaschen mit Limonade der Marke Lemonaid in verschiedenen Geschmacksrichtungen stehen im Regal in einem Getränkemarkt

Meinung

Kann politisch korrekte Limonade antisemitisch sein?

Beim FC St. Pauli ist der langjährige Kapitän Jackson Irvine weg, doch bei der politisch korrekten Brausefirma »LemonAid« sitzt der anti-israelische Australier weiter im Aufsichtsrat

von Daniel Killy  06.08.2026

Kommentar

Landtagswahlkampf mit Israelfeindlichkeit

Mit einem vielleicht auf den ersten Blick unschuldigen Satz macht das BSW Stimmung. Gegen den einzigen jüdischen Staat, die »Zionisten« und damit die Juden

von Imanuel Marcus  06.08.2026

Leipzig

Dobrindt: Deutsche Drohnenabwehr mit Unterstützung Israels

Nach dem Fund einer mit Sprengstoff bestückten Drohne am Leipziger Flughafen kündigte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt verstärkte Anstrengungen gegen hybride Bedrohungen an. Helfen sollen dabei auch die Ukraine und Israel

 06.08.2026

Magdeburg/Halle

Schulze: Hallervorden-Auftritt steht für Meinungsfreiheit

Der Komiker verbreitet Verschwörungstheorien über Israel und relativiert Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine

 06.08.2026

Medien

Wo steckt die palästinensische Opposition?

Zwei taz-Essays erzählen eindringlich von palästinensischer und muslimischer Entfremdung in Deutschland. Sie lassen zugleich einen entscheidenden blinden Fleck im Nahostkonflikts unerwähnt

von Leeor Engländer  06.08.2026

Detroit (Michigan)

Israel-Kritiker El-Sayed gewinnt demokratische Vorwahl für Senat

Der Politiker wird im November gegen den republikanischen Kandidaten antreten. Trump nennt El-Sayed einen »kommunistischen Verlierer, der Juden und Israel hasst«

 06.08.2026

Meinung

»Blaue Moschee« als Gedenkstätte für die Opfer des Islamismus?

Nach der Schließung des eng mit dem iranischen Regime verflochtenen »Islamischen Zentrums Hamburg« wird über die künftige Nutzung des Ortes diskutiert

von Ulrike Becker  06.08.2026