Meinung

Ein Euro fürs Gedenken

Zahlen bitte Foto: JA

Seit Kurzem müssen kommerzielle Fremdenführer in der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen ein Zertifikat vorweisen und für jeden Besucher einen Euro bezahlen. Warum nicht, könnte man meinen, schließlich verdienen die Tourguides mit den Ausflügen nach Sachsenhausen zum Teil ordentlich. Dass die Gedenkstätte etwas davon abhaben möchte, ist nur allzu verständlich. Wie man hört, soll das Geld in die pädagogische Arbeit vor allem mit Schulklassen fließen. Dennoch ist die Ein-Euro-Kopfpauschale falsch, denn sie bricht ein Tabu.

Qualität Einige Fremdenführer haben inzwischen angekündigt, die Gebühr auf die Besucher umzulegen. Dann wäre Sachsenhausen die erste Einrichtung ihrer Art, die quasi Eintritt verlangt. So weit darf es nicht kommen! Wer etwas über die Gräuel der Nazis und den Holocaust erfahren möchte, muss das weiterhin kostenlos tun können. Dass die Gedenkstättenleitung die Qualität der Tourguides durch Schulungen verbessert und stichprobenartig kontrolliert, ist gut und richtig.

Doch muss sie andere Wege finden, sich am Gewinn der kommerziellen Anbieter zu beteiligen. Mag sein, dass der Betrag, den die Bundesregierung jährlich überweist, nicht ausreicht. Da muss man neu verhandeln. Dieser Tage, in denen das Staatssäckel offenbar zu platzen droht und Regierungspolitiker von Steuersenkungen reden, dürfte ein guter Zeitpunkt sein, um größeren Bedarf anzumelden. Denn mit einem Euro ist es nicht getan.

Berlin

Remmo: Koçak hat bei mir im Büro gesessen

Wie eng war der Kontakt des Linken-Bundestagsabgeordneten Koçak zur Großfamilie Remmo? Nach der Berliner Wahl kamen Chatnachrichten ans Licht, die er als Fehler bezeichnete. Gab es auch ein Treffen?

 16.10.2026

Berliner Sondierungen

Özdemir: Berliner Linke hat sich »radikalisiert«

Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir schaut mit Sorge auf die politischen Geschehnisse in der Bundeshauptstadt. Seiner Ansicht nach hat sich die Berliner Linke radikalisiert

 16.10.2026

Kommentar

Deutsche Iran-Politik: Urkomische Dinge und pure Realitätsverweigerung

Der neue Botschafter der Bundesrepublik in Teheran, Axel Dittmann, produziert mit seinen Instagram-Videos unfreiwillig Realsatire

von Saba Farzan  16.10.2026

Meinung

Keine Wahlen in Palästina: Armutszeugnis für den Westen

Mahmud Abbas hat die Wahlen in den Palästinensergebieten erneut um ein Jahr verschoben und bricht damit seine Zusagen. Wann zieht man in Europa endlich Konsequenzen?

von Jacques Abramowicz  16.10.2026

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD)

Rede des Bundesratspräsidenten

Bovenschulte zu AfD-Verbot: »Prüfen heißt nicht verbieten«

Seine letzte Rede als Bundesratspräsident nutzt Andreas Bovenschulte für einen Appell. Es geht darum, wie weit die Demokratie im Umgang mit der AfD gehen sollte – und warum kein Fehler passieren darf

 16.10.2026

München

Oberrabbiner Goldschmidt: »Wir können nicht immer wegrennen«

Jüdisches Leben in Europa hat eine Zukunft, aber nicht von allein. Dafür braucht es nach den Worten des Oberrabbiners Pinchas Goldschmidt Partner in den Regierungen und in der Zivilgesellschaft

von Barbara Just  16.10.2026

Steffen Alisch

Meinung

Die Berliner Linke und ihr DDR-Vorleben

Linker Antisemitismus, Israelfeindschaft und Genozid-Vorwurf – all das gab es bereits in der DDR unter dem Regime der Linkspartei-Vorläuferin SED

von Steffen Alisch  16.10.2026

Staatsanwaltschaft

Der Bundestag hebt die Immunität von SPD-Abgeordnetem Adis Ahmetovic auf

Ermittler durchsuchen sein Büro und Wohnungen wegen des Verdachts verbotener Absprachen

von Leonard Fischer  16.10.2026

Annäherung

Warum die FPÖ auf ein Gütesiegel aus Israel hofft - Österreichs Rechte knüpfen Verbindungen zum Likud

Noch stehen in Österreich keine Wahlen an. Dennoch will die rechte FPÖ ihr aktuelles Umfrage-Hoch mit einer Strategie untermauern, die verwundert: Die einstige Altnazi-Partei sucht Unterstützung aus Israel

von Markus Schönherr  16.10.2026