Meinung

Ein Euro fürs Gedenken

Zahlen bitte Foto: JA

Seit Kurzem müssen kommerzielle Fremdenführer in der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen ein Zertifikat vorweisen und für jeden Besucher einen Euro bezahlen. Warum nicht, könnte man meinen, schließlich verdienen die Tourguides mit den Ausflügen nach Sachsenhausen zum Teil ordentlich. Dass die Gedenkstätte etwas davon abhaben möchte, ist nur allzu verständlich. Wie man hört, soll das Geld in die pädagogische Arbeit vor allem mit Schulklassen fließen. Dennoch ist die Ein-Euro-Kopfpauschale falsch, denn sie bricht ein Tabu.

Qualität Einige Fremdenführer haben inzwischen angekündigt, die Gebühr auf die Besucher umzulegen. Dann wäre Sachsenhausen die erste Einrichtung ihrer Art, die quasi Eintritt verlangt. So weit darf es nicht kommen! Wer etwas über die Gräuel der Nazis und den Holocaust erfahren möchte, muss das weiterhin kostenlos tun können. Dass die Gedenkstättenleitung die Qualität der Tourguides durch Schulungen verbessert und stichprobenartig kontrolliert, ist gut und richtig.

Doch muss sie andere Wege finden, sich am Gewinn der kommerziellen Anbieter zu beteiligen. Mag sein, dass der Betrag, den die Bundesregierung jährlich überweist, nicht ausreicht. Da muss man neu verhandeln. Dieser Tage, in denen das Staatssäckel offenbar zu platzen droht und Regierungspolitiker von Steuersenkungen reden, dürfte ein guter Zeitpunkt sein, um größeren Bedarf anzumelden. Denn mit einem Euro ist es nicht getan.

Interview

»Sonntagsreden reichen nicht«

Hessens Justizminister Christian Heinz will, dass Aufrufe zur Vernichtung Israels künftig unter Strafe stehen. Wie lässt sich ein solcher Eingriff in die Meinungsfreiheit begründen? Ein Gespräch über Staatsräson, den Schutz jüdischen Lebens und Mehrheiten im Bundesrat

von Joshua Schultheis  17.05.2026

Nahost

Stille Wende im Krieg: Emirate und Saudi-Arabien griffen Iran an

Nach Irans Angriffen wiederholten die Golfstaaten das Mantra vom Recht auf Selbstverteidigung. Jetzt wird bekannt, dass zwei von ihnen auch zurückschlugen - und eine wichtige Schwelle überschritten

von Johannes Sadek, Weedah Hamzah  17.05.2026

Wien

14 Aktivisten bei Anti-Israel-Demo festgenommen

Vor Beginn des ESC-Finales gab es mehrere Demonstrationen gegen Israels Teilnahme

 17.05.2026

Brandenburg

Brandanschlag: Jüdische Gemeinden stellen sich hinter Büttner

Im Fall des Brandanschlags auf das Anwesen des brandenburgischen Antisemitismusbeauftragten gibt es viele offene Fragen. Die örtliche jüdische Gemeinde solidarisiert Sicherheit mit Andreas Büttner

 15.05.2026

Belgien

Uni-Rektorin: »Haben bereits viele Partnerschaften verloren«

Die Besetzer verlangen einen vollständigen Boykott Israels und wollen weitermachen - obwohl die Uni-Leitung ihnen nun erneut entgegenkam

von Michael Thaidigsmann  15.05.2026

USA

Gericht setzt Sanktionen gegen Francesca Albanese aus

Ein Richter in Washington hat Sanktionen der Trump-Regierung gegen die UN-Berichterstatterin vorerst gestoppt. Die USA werfen ihr Voreingenommenheit und Antisemitismus vor

 15.05.2026

London

König Charles besucht Opfer der Messerattacken in Golders Green

Der Monarch spricht auch mit dem 76-jährigen Norman Shine, der im April bei einer antisemitisch motivierten Mersserattacke an einer Bushaltestelle am Hals verletzt worden war

 15.05.2026

Würzburg

Schuster sieht Gleichgültigkeit bei Judenhass - Zivilcourage gefragt

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, warnt vor einem Wegsehen bei Antisemitismus in Deutschland. Und gibt konkrete Tipps, wie man auf judenfeindliche Sprüche reagieren sollte

 15.05.2026

Peking

Trump erhöht Druck auf Iran

»Ich werde nicht mehr besonders lange geduldig sein«, sagt der amerikanische Präsident

 15.05.2026