Meinung

Ein Euro fürs Gedenken

Zahlen bitte Foto: JA

Seit Kurzem müssen kommerzielle Fremdenführer in der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen ein Zertifikat vorweisen und für jeden Besucher einen Euro bezahlen. Warum nicht, könnte man meinen, schließlich verdienen die Tourguides mit den Ausflügen nach Sachsenhausen zum Teil ordentlich. Dass die Gedenkstätte etwas davon abhaben möchte, ist nur allzu verständlich. Wie man hört, soll das Geld in die pädagogische Arbeit vor allem mit Schulklassen fließen. Dennoch ist die Ein-Euro-Kopfpauschale falsch, denn sie bricht ein Tabu.

Qualität Einige Fremdenführer haben inzwischen angekündigt, die Gebühr auf die Besucher umzulegen. Dann wäre Sachsenhausen die erste Einrichtung ihrer Art, die quasi Eintritt verlangt. So weit darf es nicht kommen! Wer etwas über die Gräuel der Nazis und den Holocaust erfahren möchte, muss das weiterhin kostenlos tun können. Dass die Gedenkstättenleitung die Qualität der Tourguides durch Schulungen verbessert und stichprobenartig kontrolliert, ist gut und richtig.

Doch muss sie andere Wege finden, sich am Gewinn der kommerziellen Anbieter zu beteiligen. Mag sein, dass der Betrag, den die Bundesregierung jährlich überweist, nicht ausreicht. Da muss man neu verhandeln. Dieser Tage, in denen das Staatssäckel offenbar zu platzen droht und Regierungspolitiker von Steuersenkungen reden, dürfte ein guter Zeitpunkt sein, um größeren Bedarf anzumelden. Denn mit einem Euro ist es nicht getan.

Interview

»Plötzlich ist das Gefühl von Sicherheit weg«

In der Nacht auf Sonntag ist das private Grundstück von Brandenburgs Antisemitismusbeauftragten Andreas Büttner Ziel eines Brandanschlags geworden. Mit der Jüdischen Allgemeinen spricht er nun exklusiv über den Angriff – und benennt, was daraus folgen muss

von Mascha Malburg, Philipp Peyman Engel  04.01.2026 Aktualisiert

Templin

Brandanschlag auf Grundstück von Beauftragten gegen Judenhass

Auf dem Grundstück des Antisemitismusbeauftragten von Brandenburg wurde ein Schuppen in Brand gesteckt. Auf seiner Haustür haben die Täter ein rotes Hamas-Dreieck hinterlassen

 04.01.2026

Analyse

Warum die Proteste im Iran auch eine Chance für unsere Sicherheit sind

Anschläge und Morde, verdeckte Handelsfronten, Identitätsdiebstahl und Sanktionsumgehung: Das Regime in Teheran ist auch in Europa zu einem hybriden Bedrohungsakteur geworden. Umso wichtiger ist es, die Regimegegner zu unterstützen

von Rebecca Schönenbach  04.01.2026

Interview

»Israels Sache ist gerecht, sie muss nur besser erklärt werden«

Der saudische Influencer Loay Alshareef über Frieden im Nahen Osten, seine erste Begegnung mit Juden und die Kraft persönlicher Erfahrung

von Stefan Laurin  04.01.2026

Iran

Proteste gegen Chamenei weiten sich aus

Im Iran kam es erneut zu Gewalt gegen Demonstrierende. Die Proteste haben sich inzwischen auf etwa 70 Prozent des Landes ausgeweitet. Auch in Berlin und Washington versammelten sich oppositionelle Exiliraner

 04.01.2026

Venezuela

Netanjahu gratuliert Trump

Israels Regierungschef Netanjahu lobt den US-Angriff in Venezuela und hebt Trumps Vorgehen gegen Maduro als »historisch« hervor. Andere israelische Politiker ziehen Parallelen zum Iran

 04.01.2026

Caracas

Venezuelas Vizepräsidentin behauptet »zionistische Handschrift«

Delcy Rodriguez, die nach der Festnahme von Präsident Nicolás Maduro die Leitung des Landes übernehmen will, stellt den US-Angriff in einen Zusammenhang mit Israel

 04.01.2026

Be'eri

Nach dem 7. Oktober

Daniel Neumann hat den Kibbuz Be’eri besucht und fragt sich, wie es nach all dem Hass und Horror weitergehen kann. Er weiß, wenn überhaupt, dann nur in Israel

von Daniel Neumann  02.01.2026

Kommentar

Der Edelpilz, der keiner ist

New Yorks neuer Bürgermeister Zohran Mamdani hat bereits die Anerkennung der IHRA-Definition durch die Stadtverwaltung und das Boykottverbot gegen Israel aufgehoben

von Louis Lewitan  02.01.2026